"Und wir sehen selbst da, wo es genügend Honigbienen gibt, einen für den Erwerbsobstbauern interessanten Effekt", sagt Gruber. Wo Solitärbienen eingesetzt würden, steige auch "die Qualität in der Tafelobst-Produktion".
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Dass gerade Mauerbienen für große und makellose Früchte sorgen, überrascht Botaniker und Insektenfachleute kaum. Denn Honigbienen sind eigentlich eher schlechte Bestäuber, unter anderem deshalb, weil sie dazu neigen, den immer gleichen Baum anzufliegen.
Das hat zur Folge, dass sie den Pollen eher auf genetisch identischen Blüten hinterlassen - also eine Art Inzucht befördern. Mauerbienen hingegen wechseln eher von Baum zu Baum: Und Sex mit einem Partner ist auch in der Obstproduktion ertragreicher als Sex mit sich selbst.
Auch bei anderen Rosengewächsen zeigen sich diese Effekte. James Cane, Entomologe beim US-Landwirtschaftsministerium, fand bei Himbeersträuchern 30 Prozent größere Früchte, wenn sie von der Mauerbiene Osmia aglaia statt von Honigbienen bestäubt wurden. Ähnliche Ergebnisse erzielten Göttinger Forscher bei Versuchen mit Erdbeeren.
Obstkrankheiten werden weniger verschleppt
Mauerbienen haben weitere Vorteile: Sie fliegen schon bei niedrigeren Temperaturen als Honigbienen - das ist hilfreich, weil es einen Trend zu früher blühenden Züchtungen gibt.
Und weil sie außerdem nicht besonders weit fliegen, machen sie ihre Bestäuberarbeit weitgehend in der Plantage, in der sie stationiert sind. Sie verschleppen deshalb auch nicht so leicht Obstkrankheiten wie die Honigbienen.
Auf einem Teil der Plantagen der "Sachsenobst" bei Grimma haben die Leipziger Bienenforscher in diesem Jahr im ersten echten Großversuch Mauerbienen-Kokons ausgebracht, die zuvor im Kühlschrank überwintert hatten.
Die Ergebnisse der vergangenen Jahre sollen nun dort überprüft werden. Dann wird sich hoffentlich auch zeigen, "ob das Ganze im großen Stil praktikabel ist", sagt Gruber.
Zum ersten Mal kommen dabei spezielle Nisthilfen anstelle der bislang üblichen, per Hand gespaltenen Bambusröhrchen zum Einsatz. Die Mauerbienen legen darin Brutzellen an, bestücken sie mit Pollen und Nektar, und legen je ein Ei pro Zelle ab. Im Herbst werden die verpuppten Larven geerntet, indem die speziell konstruierten Kästen einfach aufgeklappt werden.
Das Design, geeignet für die rote Mauerbiene und die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), stammt von dem selbstständigen Wildbienenexperten Mike Herrmann aus Konstanz, der es seit 2007 kommerziell nutzt. Er kooperiert mit Obstbauern am Bodensee und stellt in deren Plantagen seine Nisthilfen auf. Im Herbst erntet er die Kokons und befreit sie so gut es geht von Parasiten.
Solitärbienen im Masseneinsatz sind nämlich ähnlich wie Honigbienen durch die verschiedensten Schädlinge bedroht - etwa 30 verschiedene Parasiten hat Herrmann in seinen Züchtungen bereits gezählt, Pilzkrankheiten nicht mitgerechnet.
Die schlüpffertigen Bienen für die nächste Saison verkauft Herrmann an andere Obstbauern für 55 Cent pro Stück. Werbung sagt er, müsse er keine machen, die Obstbauern würden ihm angesichts knapp werdender Honigbienen eher "die Türe einrennen". 600 Mauerbienen pro Hektar reichen laut Herrmann aus, was zunächst eine hohe Investition ist.
"Wenn die Obstbauern es richtig machen, werden meine Dienstleistungen allerdings irgendwann auch nicht mehr gebraucht werden", sagt Herrmann. Bernd Gruber aus Leipzig stimmt ihm zu: "Kokons ernten, Nisthilfen aufstellen und im Frühjahr die Kokons wieder ausbringen, das können der Bauer oder seine Arbeitskräfte irgendwann auch selbst machen."
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(SZ vom 06.05.2010/cosa)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
1) Bei den beschriebenen Bienen handelt es sich nicht um "Wilde" Bienen, sondern um Wildbienen, die "Solitärbienen" genannt werden.
2) Ob eine Himbeere dick wird, entscheiden nicht die zu ihrer Bestäubung eingesetzten Hautflügler, sondern ihre genetisch festgelegten Eigenschaften.
3) Honigbienen verkleben den geernteten Blütenstaub mit dem ebenfalls geernteten Nektar, um ihn in den "Körbchen" der Hinterbeine besser nach Hause transportieren zu können. Bestäubt wird ausschließlich mit jenen Blütenstäuben, die sich im Haarkleid des Hautflüglers befinden.
4) Es stimmt, dass die Einzelkämpferin Solitärbiene bei etwas niedrigeren Temperaturen fliegt. Auch die Hummel tut das. Es ist ein alter Trick, fliegen mit bestäuben gleich zu setzen. Bei niedrigen Temperaturen gibt entweder der Staubbeutel seinen Inhalt nicht preis, oder der Stempel auf den der Hautflügler den Blütenstaub übertragen soll, produziert nicht die für das Haftenbleiben der Pollen nötige Feuchte. Wird eine Blüte bei zu niedrigen Temperaturen von einem Hautflügler besucht, beschädigt dieser bei dem Versuch, Nektar oder Pollen zu gewinnen, häufig den Fruchtboden. Das Ergebnis ist dann eine verkrüppelte Frucht. Die Effektive Bestäubungs-Periode für in Mittel- und Westeuropa unter Glas oder im Freiland wachsendes Obst und Gemüse liegt bei 70% Luftfeuchte und 18 bis 20 Grad Wärme.
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Der Fehler der deutschen Imker ist unter anderem, dass sie sich auf ganz wenige Bienenarten konzentrieren.
In den USA handelt es sich hingegen größten Teils nicht mehr um normale Imker sondern um LKW-Fuhrparks für Großtransporte von Bestäubungseinheiten.
Es wird Zeit die Fehlinformationen der Imkerlobby mal etwas gerade zu rücken. Es ging schon immer ohne Imker, außer in Monokulturen, wo keine Wildbienen, Hummeln etc mehr leben können.
Bienen werden von Imkern als Honigproduzenten gehalten. Oder auch von Ort zu Ort transportiert, damit Sie die Bestäubungsarbeit in Obstmonokulturen bezahlt bekommen.
Beides hat nichts mit ökologisch zu tun und ist auch ein Grund für das Bienensterben: hausgemacht, da den Bienen zu wenig Honig bleibt, mit den Transporten das Stockleben gestört wird, mit vielen Stöcken auf einem Haufen wie immer bei Massentierhaltung die Hygieneprobleme ansteigen.
Honig ist auch nicht gesund. Er besteht aus Wasser (ca. 20%), Zucker (ca. 80%) und Dreck (der Dreck besteht aus Eiweißresten, und Mineralresten).
Imker erzählen aber gerne was von biologisch, von den lieben Tierchen (die sie im Winter mit Zucker vollstopfen, weil der Honig verkauft wird), von Umweltschutz und anderen Unsinn.
Der Gen-Bauer hat seinen Vorteil daraus, dass er mit den chemischen Giften alles andere um sich herum kaputt macht.
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