Klimawandel Gletscher ade

Das Eis des Tian-Shan-Gebirges schwindet rapide. In den vergangenen 50 Jahren haben die Gletscher Zentralasiens etwa ein Viertel ihres Volumens verloren. In den kommenden Jahrzehnten könnte sich der Trend noch beschleunigen.

Von Robert Gast

Die Gletscher Zentralasiens haben in den vergangenen 50 Jahren etwa ein Viertel ihres Eises verloren. Das entspreche dem Vierfachen des Rückgangs aller Gletscher in diesem Zeitraum im weltweiten Mittel, schreibt ein Forscherteam um Daniel Farinotti vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Nature Geoscience (online). Die Wissenschaftler rekonstruierten mithilfe von Satellitendaten, Vorort-Messungen und Computermodellen, wie viel Eis es entlang des Tian-Shan-Hochgebirges von 1961 bis 2012 gab. Der Tian Shan ist das größte Gebirge Zentralasiens, seine Gletscher versorgen umliegende Länder mit Schmelzwasser. Die Forscher vermuten, dass die globale Erwärmung für den Schwund verantwortlich ist. Sie könnte dazu führen, dass das vorhandene Eis in Zentralasien beschleunigt schmilzt, so die Forscher. Bis 2050 könnte die Hälfte der heutigen Masse verschwinden.