Hitzeperiode in USA Klimawandel begünstigte Dürre in Kalifornien

Treibhausgase begünstigen ein penetrantes Hoch über dem Pazifik, das Regen von Kalifornien abhält. Die Folge ist eine extreme Dürre: Auf Plantagen und in Vorstadtgärten versiegen die Brunnen, Bürger sind auf gespendetes Flaschenwasser angewiesen.

Von Christopher Schrader

Die heftige Dürre, unter der Kalifornien wie auch andere US-Staaten von Washington bis Texas leiden, ist womöglich eine Folge des Klimawandels. In den vergangenen beiden Winterhalbjahren habe jeweils eine Hochdruck-Zone über dem Pazifik die sonst üblichen Stürme samt Regenwolken nach Norden verdrängt, schreiben Forscher der Stanford University. Dass sich ein solcher Block in der Atmosphäre so lange halten könne, sei unter den heutigen Bedingungen mit dem deutlich erhöhten Treibhausgas-Niveau sehr viel wahrscheinlicher als vor Beginn der Industrialisierung, so das Team um Noah Diffenbaugh im Bulletin of the American Meteorological Association (online).

Für den größten Teil des Staates zwischen Eureka im Norden und Los Angeles im Süden und weit hinein ins fruchtbare Central Valley gilt zurzeit die höchste Warnstufe: außergewöhnliche Dürre. Auf Plantagen und in Vorstadtgärten versiegen die Brunnen, Bürger sind auf gespendetes Flaschenwasser angewiesen und füllen ihre Toiletten mit dem Kondenswasser aus Klimaanlagen, berichten TV-Sender. Waldbrände und Luftverschmutzung nehmen zu, es wird mit Ernteausfällen und anderen wirtschaftlichen Schäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar gerechnet.

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Verantwortlich dafür sei ein "ridiculously resilient ridge", zu Deutsch ein irrwitzig widerstandsfähiger Hochdruckrücken, sagt Diffenbaughs Mitarbeiter Daniel Swain. Er hat den halbernst gemeinten Fachbegriff geprägt, um eine Situation zu beschreiben, die seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1948 noch nie eingetreten ist. Der Rücken lässt die Stürme, die der Westküste gewöhnlich im Winter Niederschlag bringen, einfach nicht durch. Zehn Zentimeter Regen müssten fallen, um die Verluste der vergangenen Jahre auszugleichen.

Wie sich ein solcher Rücken bilden konnte, hat das Team mit zwei Computersimulationen nachgestellt. Einmal waren die heutigen Treibhausgaswerte vorgegeben, bei der anderen hingegen die Werte vor rund 200 Jahren. Der Vergleich vieler Modellläufe zeigte: In der Gegenwart bildet sich das blockierende Hoch vor der Pazifikküste dreimal so häufig wie in der nachgestellten Vergangenheit.