Das Robert-Koch-Institut registriert so viele Hantavirus-Infektionen wie noch nie. Der Grund: In diesem Jahr gibt es besonders viele Rötelmäuse. Menschen können sich an ihrem Kot infizieren.
Eine Krankheit, die man eher in den Tropen verorten würde, stellt derzeit in Deutschland Rekorde auf: Bis Ende Juli dieses Jahres steckten sich fast 50-mal so viele Menschen mit dem Hantavirus an wie im ersten Halbjahr 2009. Beim Robert-Koch-Institut (RKI) sind seit Januar schon 1148 Krankheitsmeldungen eingegangen - im Vorjahreszeitraum waren es nur 25 Fälle.
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Die Häufigkeit der Hantavirus-Infektionen hängt damit zusammen, dass die Population von Rötelmäusen in Deutschland dieses Jahr besonders groß ist. (© dpa)
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Das hämorrhagische Fieber, das vom Hantavirus ausgelöst werden kann, ist seit dem Korea-Krieg bekannt. Damals erkrankten 3000 Soldaten, die in der Nähe des Hanta-Flusses stationiert waren, an hohem Fieber, es versagten Blutgerinnung und Nieren. Erst 1977 entdeckte ein koreanischer Arzt das Virus als Auslöser und benannte es nach dem Fluss.
Zwar ist in Europa ein anderer Typ des Virus verbreitet als in Korea, doch auch hier kann eine Infektion gefährlich werden. Typisch sind grippeähnliche Beschwerden. Patienten klagen über Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Gefürchtet wird das Nierenversagen, das einige Betroffene entwickeln. Bei schweren Verläufen wird eine Therapie auf der Intensivstation mit Dialyse notwendig.
Dass die Hantavirus-Infektionen nun so stark zugenommen haben, hängt laut RKI damit zusammen, dass es in diesem Jahr besonders viele Rötelmäuse gibt. Der Erreger braucht diese Nager hierzulande als Wirtstiere, um sich zu vermehren.
Offenbar trafen die Rötelmäuse dieses Jahr auf gute Voraussetzungen: Sie fanden reichlich Bucheckern zum Fressen und waren im Winter durch feste Schneedecken vor Frost und Feinden geschützt. Hat sich eine Rötelmaus einmal mit dem Hantavirus infiziert, scheidet sie es lebenslang über Speichel, Kot und Urin aus.
Das Virus lässt sich deshalb überall nachweisen, wo infizierte Mäuse Dreck machen - in Wald und Flur ebenso wie in Schuppen und Ställen. Der Mensch kann sich anstecken, indem er Staub einatmet, der den Keim enthält, oder wenn er von einer befallenen Maus gebissen wird.
Menschen stecken sich jedoch nicht untereinander an. Es gibt weder eine Impfung noch eine antivirale Therapie. Die wichtigste Präventionsmaßnahme ist daher, Keller, Scheunen und Dachböden von Mäusen freizuhalten. Wer in einer Hütte auf dem Land fegen will oder tote Mäuse entfernen muss, sollte sich Handschuhe und Mundschutz besorgen.
Der als Rötelmaus oder Waldwühlmaus bezeichnete Überträger ist überall in Deutschland anzutreffen. Besonders viele mit dem Hantavirus infizierte Tiere finden sich in der Schwäbischen Alb, im Spessart, im Bayerischen Wald, im Osnabrücker Land und im Münsterland.
Dort haben sich bislang auch die meisten Menschen angesteckt. Aber auch aus Schleswig-Holstein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern meldeten Ärzte und Virologen einzelne Fälle.
Seit das RKI die Krankheit dokumentiert - 2001 wurde die gesetzliche Meldepflicht eingeführt -, war der Gesundheitsbehörde die bisher höchste Anzahl von Hantavirus-Infektionen im Jahr 2007 angezeigt worden. Damals steckten sich im ersten Halbjahr 930 und über das ganze Jahr 1700 Personen mit dem Erreger an.
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(SZ vom 29.07.2010/cosa/mcs)
Der Virus breitet sich derzeit in Baden Württemberg enorm aus. Genauso wie auch Füchse enorm bejagt werden. So kann ich nur sagen. Selbst Schuld. Wenn man den größten Feind neben der Katze versucht auszurotten muss man sich nicht wundern wenn sich der Überträger der zur Hauptnahrungsquelle der Füchse gehört, nämlich die Wühlmaus, extrem ausbreitet. Somit sind die Jäger wieder einmal schuld daran das eine Population völlig aus dem Ruder läuft. Sie erschießen ja auch Katzen, die ebenfalls Mäuse fangen. Na hoffentlich fangen sich viele Jäger diesen Virus ein. Anders lernen sie nicht das man der Natur nicht ins Handwerk pfuschen sollte. All zu hohe biologische Kenntnisse kann man von Ihnen kaum erwarten.