Der Jubel über den Gebärmutterhalskrebs-Impfstoff war groß. Nun kritisieren Mediziner in einem Manifest, der Nutzen sei noch nicht ausreichend belegt.
Von Anfang an gab es kritische Stimmen. Sie drohten in all dem Jubel unterzugehen, der zwei neue Impfstoffe gegen Warzenviren als "die erste Impfung gegen Krebs" feierte. Aber es gab sie. Manche monierten, die Nebenwirkungen der Impfstoffe seien noch gar nicht bekannt. Andere bemängelten den extrem hohen Preis. Und wieder andere ärgerten sich über die Angst verbreitenden Kampagnen der Firmen, die Mütter unter Druck setzten, ihre Töchter impfen zu lassen.
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Leistet die Impfung überhaupt das, was die Hersteller versprechen? (© Foto: AP)
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Eines aber wurde viel zu wenig diskutiert: ob die Impfung überhaupt das leistet, was die Hersteller versprechen. Nun meldet sich eine Gruppe von 13 Wissenschaftlern zu Wort. In einem Manifest kritisieren sie, dass nicht einmal die Wirksamkeit der Impfstoffe belegt sei. (Das Manifest im Original finden Sie hier)
Die Daten aus Studien stünden "in deutlichem Widerspruch zu vielen sehr optimistischen Verlautbarungen". Zu den Unterzeichnern gehören so namhafte Fachleute wie Martina Dören von der Berliner Charité, Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg und Wolf-Dieter Ludwig von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Mit Rolf Rosenbrock und Ferdinand Gerlach sind auch zwei Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen dabei.
"Wir wissen noch nicht, ob diese Impfung Nutzen stiftet, trotzdem wird sie massenhaft eingesetzt", sagt Norbert Schmacke, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bremen. "Das ist zu früh."
Die 13 haben ein klares Ziel: Die Ständige Impfkommission (Stiko) müsse ihre Entscheidung überdenken, mit der sie im März 2007 - so schnell wie nie zuvor bei einem neuen Impfstoff - die Impfung für alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfahl. Damit zwang die Stiko letztlich die Krankenkassen zur Erstattung und löste eine Kostenexplosion aus: Einer der beiden Impfstoffe war 2007 die umsatzstärkste Arznei in Deutschland.
Die Impfung soll eine Ansteckung mit Papillomviren (HPV) vom Typ 16 und 18 verhindern. Wenn eine Infektion mit diesen Viren unglücklich verläuft, können sie den Gebärmutterhals so angreifen, dass Krebs entsteht. Doch die Impf-Empfehlung der Stiko steht nach Ansicht der 13 Wissenschaftler auf tönernen Füßen. Sie verwende Zahlen, die nicht durch Studien gedeckt sind, so die Gruppe. Sie fordert die Stiko auf, fehlende Daten von den Herstellern anzufordern.
"Sehr wenige unabhängigen Informationen"
Die nämlich sind zwar begierig, ihre Impfstoffe mit allen Mitteln unters Volk zu bringen. Relevante Informationen halten sie jedoch auch auf Anfrage zurück. Dennoch haben die Firmen mit dem, was sie zu verbreiten bereit sind, atemberaubenden Erfolg: Ihre Halbwahrheiten werden von zahlreichen Playern im Gesundheitswesen einfach übernommen.
"Es gibt nur sehr wenige unabhängigen Informationen", beklagt Ingrid Mühlhauser, die kursierenden Nachrichten wirkten beinahe gleichgeschaltet. Selbst Krankenkassen, Ärzteverbände, Patientenvertreter, Krebsgesellschaften und Medien sprechen im vernebelnden Jargon der Impfstoffhersteller. Das hat einen Grund: Die Konzerne überzeugen mit einfachen Wahrheiten, setzen die für sie wichtigen Gruppierungen unter moralischen Druck oder kaufen sich die Stimmen vermeintlicher Experten (siehe hier). Das Ergebnis: Fast jede Zahl, egal wer sie nennt, stammt letztlich von den Impfstoff-Herstellern - Glaxo Smith Kline und Sanofi Pasteur MSD.
Da überrascht es nicht, dass den Informationen meist nicht zu trauen ist: ,,Sie sind oft irreführend", sagt Ansgar Gerhardus, Public-Health-Experte an der Universität Bielefeld und einer der Unterzeichner des Manifests. "So geistert überall das Versprechen herum, die Impfung schütze zu 70 Prozent vor Gebärmutterhalskrebs."
Doch diese Zahl ist reines Wunschdenken. Sie kommt wie folgt zustande: Die beiden HPV-Typen 16 und 18, gegen die die beiden Impfstoffe gerichtet sind, sollen für 70 Prozent aller Krebse am Gebärmutterhals verantwortlich sein. Allerdings seien auch die Belege für diese Annahme dünn, sagt Jürgen Windeler, einer der Dreizehn und Experte für die Nutzenbewertung von Arzneimitteln beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
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Hass auf Homosexuelle
Ich finde es sehr traurig, dass sich die Autorin nicht zu schade ist, zum wiederholten mal die Pamphlete bekannter Kritiker der HPV-Impfung abzuschreiben. Als promovierte Biochemikerin sollte sie durchaus in der Lage sein, die zum Thema publizierten Studien selbst zu lesen und vor allem zu verstehen.
Vollkommen unverständlich ist es für mich, dass ausgerechnet eine Frau den Infektionen mit HPV und allen dadurch ausgelösten Erkrankungen den Status Problem aberkennt. Bei Interesse lese man dazu die Stellungnahme von Harald zur Hausen unter http://faz-community.faz.net/blogs/planckton/archive/2008/12/01/unsichere-hpv-krebsimpfung-die-antwort-des-nobelpreistr-228-gers.aspx.
Dort wird auch die immer wieder kehrende Debatte um die Wirksamkeit von 17% aufgenommen: Für Frauen, die zum Zeitpunkt der Impfung HPV-negativ waren beträgt die Wirksamkeit 98-100% bezüglich der Impfstämme. HPV-negativ sind aber keineswegs nur Jungfrauen; ca. 80% der Studienteilnehmerinnen waren trotz im Mittel 2 Sexualpartnern negativ. Wenn man den Pessimismus auf die Spitze treibt, hieße das nach dem ersten Sex: Jede Menge HPV-Typen, HIV, Hepatitis B und C, Chlamydien, Tripper etc. Ach ja, schwanger natürlich auch.
Natürlich ist das Risiko, welches mit einer Windpockenerkrankung einhergeht gering. Allerdings handelt es sich um eine leicht übertragbare Krankheit, die einem gesunden Kind fast nichts anhaben kann. Einem ungeborenen, oder Kindern mit Immunschwächen allerdings schon. Sie müssen bedenken, dass Sie nicht nur ihr Kind schützen (denn die Wahrscheinlichkeit an der nicht geimpften Krankheit zu sterben ist sehr viel höher als an der Impfung zu sterben) sondern, dass Sie auch andere Kinder und Mütter schützen.
Die Impfung für Gebärmutterhalskrebs hingegen halte ich auch für fragwürdig, zumal nicht alle so eine Impfung brauchen. Statt das Geld für die Impfung auszugeben, sollte man mehr für den Gebrauch von Kondomen tun, damit kann man sich nämlich vor HI- UND Pappilo was weiß ich- Viren schützen.
Ach und was den Trend im Land betrifft. Versuchen Sie mal ihr Kind in Amerika einzuschulen ohne Impfung: unmöglich! Deutschland ist ein Schlusslicht bei den Industrieländern was die Deckung mit Impfungen betrifft!
unmöglich! Deutschland ist ein Schlusslicht bei den Industrieländern was die Deckung mit Impfungen betrifft!
Wenn man sich mal zur Gemüte führt, wieviele Impfungen in einen Säugling laut Stiko reingepumpt werden sollten, dann kommt man nicht umhin, an deren Aussage zu zweifeln. Allein die Tatsache, dass Kombiimpfstoffe (5-fach / 6-fach Impfungen) empfohlen werden, obwohl nachweislich Einzelimpfungen besser verträglich sind, ist sehr bedenklich. Dass damit natürlich in erster Linie Geld gespart wird ist dabei natürlich nebensächlich.
....macht sicherlich Sinn. Jedoch wurde vor dieser Impfung ja schon vor Monaten gewarnt ! Dann war eine Zeitlang Ruhe und die Spots im Fernsehen waren verschwunden.
Nun sind die Spots wieder zu sehen und schon geht die Diskussion wieder weiter. Ob zu Recht oder Unrecht kann ich nicht beurteilen, denn ich bin nicht vom Fach ! Aber wenn ich eine Impfung will , lasse ich sie machen und wenn ich der Meinung bin , daß ich sie nicht brauche dann lasse ich sie sein ! So sollte auch in diesem Falle verfahren werden. Natürlich lasse ich mich von Für und Wider aufklären , soweit dies geht. Aber der eine Arzt ist dafür , der Andere dagegen. Nun was soll man am Schluß glauben ??? Und mit dem Thema ist sicherlich nicht zu spassen. Eine klare eindeutige Forschung und Analyse in der Sache tut bestimmt gut. Und so läßt man den Patienten alleine in seiner Entscheidung ! Verdient wird immer , ob von der einen Seite oder der anderen Seite !
Paging