Zwischen zwei und zehn Prozent der Menschheit fühlen sich zum gleichen Geschlecht hingezogen. Wissenschaftler versuchen zu erklären, warum.
Als Dean Hamer vom US-amerikanischen National Cancer Institute in Bethesda 1993 behauptete, er hätte ein Homosexuellen-Gen identifiziert, war die Aufregung groß. Schließlich wird Homosexualität von manchen Menschen und sogar in manchen Gesellschaften sogar noch heute als abnorm, abartig oder krankhaft beurteilt.
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Hauptsache Liebe. (© Foto: ddp)
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Die Lesben- und Schwulenbewegung befürchtete - und befürchtet noch immer -, dass die Suche nach den Ursachen sexueller Vorlieben zu weiterer Diskriminierung führen könnte, oder dass Homosexualität bereits in Föten nachgewiesen werden könnte, um diese dann abzutreiben oder genetisch zu "korrigieren".
Aus naturwissenschaftlicher Sicht lässt sich allerdings eindeutig feststellen, dass Homosexualität weder abnorm, noch abartig oder gar krankhaft ist. Die Vorliebe für das gleiche Geschlecht ist im Gegenteil etwas völlig Normales.
Gleichgeschlechtliche Liebe ist lediglich eine von etlichen Verhaltensweisen, die im Rahmen der Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich beobachtet werden. Und schon die Verbreitung der Homosexualität - etwa zwei bis zehn Prozent der menschlichen Bevölkerung fühlt sich zum gleichen Geschlecht hingezogen - beweist ihre "Normalität". Dazu kommt, dass das Verhalten auch bei etlichen Tierarten zu beobachten ist. Warum ausgerechnet diese sexuelle Präferenz in vielen Gesellschaften trotzdem heftig diskriminiert wird, ist unklar.
Für Naturwissenschaftler ist Homosexualität vor allem aus zwei Gründen interessant: Zum einen möchte man - wie bei allen anderen Verhaltensweisen auch - verstehen, was dahintersteckt. Das Gleiche gilt für Heterosexualität ja genauso. Nur glaubt man, hier schon eine Menge mehr begriffen zu haben.
Und dann gibt es noch die Frage, die Evolutionsbiologen sich stellen: Wie konnte sich ein Verhalten entwickeln und bis heute behaupten, welches der Fortpflanzung hinderlich zu sein scheint? Sollten tatsächlich Gene dahinterstecken, so würde man erwarten, dass diese inzwischen aus den Populationen verschwunden wären. Schließlich können ihre Träger mit dem bevorzugten gleichgeschlechtlichen Partner keinen Nachwuchs zeugen.
Gerade diese Frage macht die Erforschung der Homosexualität hochinteressant. Genauso interessant übrigens, wie zum Beispiel jene, warum manche Menschen das Zölibat wählen und sich damit selbst von der Fortpflanzung ausschließen.
Dass Homosexualität tatsächlich irgendwie mit den Genen zusammenhängt, ist unter Wissenschaftlern inzwischen kaum noch umstritten. Zwar sprechen die Forscher nicht mehr von dem einen "Schwulen-Gen". Doch eine ganze Reihe von weiteren Zwillingsstudien deutet darauf hin, dass das Erbgut eine Rolle spielt.
Gene und Umwelt
So veröffentlichten Forscher von der University of London und dem Karolinska Institutet in Stockholm kürzlich eine Studie, an der 3826 gleichgeschlechtliche Zwillingspaare teilgenommen hatten. Etwa fünf Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen gaben an, schon mindestens einmal Sex mit einem Partner des gleichen Geschlechts gehabt zu haben.
Wie die Wissenschaftler im Journal Archives of Sexual Behavior berichten, wurden eineiige Zwillinge etwas häufiger beide vom selben Geschlecht angezogen als zweieiige. Mit anderen Worten: War ein Zwilling schwul, so war die Wahrscheinlichkeit, dass sein eineiiger Zwillingsbruder ebenfalls schwul war, etwas höher, als bei einem zweieiigen Zwillingsbruder.
Die Gene spielten demnach eine Rolle, und zwar eine größere als das soziale Umfeld während der Entwicklung. Doch wie die Forscher feststellten, waren Umweltfaktoren noch wichtiger, also zum Beispiel Ereignisse während der Schwangerschaft oder der Geburt, Traumata, Gewalt, Krankheiten - und auch sexuelle Erfahrungen.
"Homo- oder Heterosexualität entwickelt sich nicht nur über einen einzigen Pfad, sondern über mehrere", erklärte Qazi Rahman von der University of London. Und das gilt der Studie zufolge für Frauen noch stärker als für Männer.
Für den Einfluss der Gene sprechen möglicherweise auch Untersuchungen der Gehirne von Männern und Frauen. So ähneln die Denkorgane homosexueller Männer in einigen Punkten stärker denen von Frauen als von heterosexuellen Geschlechtsgenossen. Allerdings ist nicht klar, ob die Hirnentwicklung hier tatsächlich von Genen so organisiert wurde, dass eine sexuelle Präferenz entstand, oder ob eine Vorliebe für das gleiche Geschlecht sich auf die Entwicklung des Hirns ausgewirkt hatte.
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Vor der EM in Polen und der Ukraine
Mich würde brennend interessieren wie das Institut in ausreichender Stückzahl homosexuelle (nicht-)eineiige Zwillingspaare aufgetrieben hat um an diesen eine statistische, durchschnittsbasierte Studie durchzuführen...
wozu ist der Artikel eigentlich geschrieben?
Der Autor macht auf sehr umständliche Art und Weise deutlich, daß weder Gene, Umweltfaktoren noch hormonell-fötale Faktoren befriedigend sind und ",,, die Wissenschaft noch weit davon entfernt ist, die gleichgeschlechtliche Liebe zu erklären."
Vorab: "Gleichgeschlechtliche Liebe" klingt nach Romantik und ist somit schon mal gute Wortwahl. Gewöhnlicherweise spricht man von Sex und wenn man sich des Themas annimmt, wird auch der Aspekt der Bisexualität - die wohl häufigere Erscheiungsform - nicht außer Betracht gelassen. Ansonsten scheint hinter dem Artikel ein Anliegen zu stehen, das im Gewand des ""Wiissenschaftlichen" gekleidet ist, was völlig unangebracht ist. Zum Beispiel wenn man da liest:
"Aus naturwissenschaftlicher Sicht lässt sich allerdings eindeutig feststellen, dass Homosexualität weder abnorm, noch abartig oder gar krankhaft ist. Die Vorliebe für das gleiche Geschlecht ist im Gegenteil etwas völlig Normales."
Was Norm uind was normal ist, ist Ansichtssache, Wertung. Es unterliegt den Einflüssen von Raum, Zeit, Kultur und persönlichem Dafürhalten und deshalb läßt sich auch trefflich streiten. Mit Wissenschaft hat aber die Frage, ob gleichgeschlechtliche Liebe ( nicht erwähnte Besonderheiten: : Dauer und Intensität der Beziehungen, Anzahl der Sexualpartner, Sexualpraktiken) "normal" ist, rein gar nichts zu tun.
Noch etwas: "Aber eines ist klar: Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie weniger schön ist als die verschiedengeschlechtliche Liebe ..."
Falsch: Sie ist viel schöner, die gleichgeschlechtliche Liebe - für einen Schwulen. Für einen Hetero: disgusting! Also, bitte keine interpersonellen Erlebnisvergleiche von Äpfeln mit Birnen, sondern Toleranz. Sollen sie doch, die Schwulen und - no risk no fun - ob ihrer Sexualpraktiken auch mit dem höherem Aids-Risiko leben....
Im übrigen: von wem wurde der Artikel abgeschrieben? "verschiedengeschlechtliche Liebe" höre/lese ich zum ersten Mal. Sieht alles (wie auch an anderen Stellen erkennbar) nach einer Übersetzung aus dem englisch/amerikanischem Sprachraum aus.
Natürlich outen sich viele Homos erst nach "schweren Lebenskrisen". Das heißt aber nicht, dass die "schwere Lebenskrise" sie schwul gemacht hat. Vielmehr könnte sie der Anlass gewesen sein, endlich zu seinem eigen Leben zu stehen. Außerdem ist es nicht die "schwere Lebenskrise" die Homosexulatät hervorruft, sondern die Intelleranz der Gesellschaft oder/und die Angst zur Homos. zu stehen, die eine "schwere Lebenskrise" verursachen kann. Bitte nicht Ursache und Wirkung verwechseln!
"Mann und Frau gehören zusammen" : Findest Du Frauen sexy, weil "Mann und Frau gehören zusammen". Sorry, das glaube ich Dir nicht. Im übrigen gibt es unter vielen Tierarten Homosexualität (Hunde, Pferde, Ratten, ...). Gehören sie nicht zur Natur? Sind diese Tierarten vom Aussterben bedroht?
Sexualität ist schwierig zu verstehen, weil wir nur die, die wir haben fühlen können. Stelle Dir doch einfach mal vor, die lebst in einer Welt, wo Mann und Mann sich fortpflanzen. Jeder erzählt, dass Homosexualität natürlich ist. Und Du gehörst zu einer Minderheit, die auf Frauen steht. Was würdes Du machen?
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Das tut sie. Es gibt schwule Christen, Juden ... Ich selbst wohne mit einem schwulen Juden zusammen (WG). Aber Schwule sind keine besseren Menschen. Es gibt auch unter Ihnen Vorurteile, vorschnelle Meinungen, Xenophobie, Rassismus usw.
Ich stehe der Bibel kritisch gegenüber. Wenn in einem religiösen oder nicht religiösen Werk Menschen schwarzer Hautfarbe als minderwertig betrachtet werden, dann ist es meine Pflicht als Humanist, auf Rassismus aufmerksam zu machen. Genauso gehe ich gegen Homophobie (leider präsent in der Bibel) vor. Rassismus und Homophobie sind zwei unterschiedliche Formen von Xenophobie, die meiner Meinung nach dem zivilisierten Zusammenleben der Menschen im Wege stehen.
Also, selbstverständlich "verdamme" ich alles was gegen Homosexuelle gerichtet ist, weil es sich um Homophobie handelt. Xenophonbie (Rassismus, Homophobie, Antisemitismus ...) ist nicht verhandelbar.
Paging