Die Erderwärmung könnte das Klima in Teilen der Erde irreversibel kippen lassen, warnen Potsdamer Wissenschaftler. Neun Regionen scheinen besonders gefährdet.
Man muss sich Sisyphos vorstellen, wie er mit seinem Stein oben ankommt. Irgendwie hat er es geschafft, den Fluch der Götter zu brechen. Diesmal entgleitet dem als verschlagen beschriebenen Held der griechischen Mythologie der Felsblock nicht schon beim Aufstieg. Doch als er oben ankommt, rollt der Stein auf der anderen Seite den Berg hinunter. Und so schnell Sisyphos auch läuft, er kann den Fels nicht einholen.
Das Monsungebiet des indischen Subkontinents gehört zu den gefährdeten Regionen. (© Foto: dpa)
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Ein ähnliches Schicksal steht womöglich ganzen Regionen der Erde bevor, fürchten Klimaforscher: Grönland, der Amazonas-Dschungel oder das Monsungebiet des indischen Subkontinents könnten eines Tages unwiderruflich umkippen. Der Mensch, dessen Verhalten sie destabilisiert, der sie mit den Treibhausgasen aus Industrie und Verkehr erhitzt, stünde hilflos vor den Konsequenzen.
Alle Blicke in die Zukunft, etwa in den Berichten des Weltklimarats IPCC, zeigen zwar schon weiter ansteigende Temperaturen. Dennoch "könnte sich die Gesellschaft durch die sanft ansteigenden Projektionen des globalen Wandels in einer falschen Sicherheit wiegen", warnt nun eine Gruppe von Wissenschaftlern um Hans Joachim Schellnhuber, den Leiter der Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Einige Regionen könnten "noch in diesem Jahrhundert ihren kritischen Punkt erreichen". Ganz egal, ob die Menschheit danach die Klimaprobleme löst, die Umwelt würde sich unwiderruflich und womöglich beschleunigt verändern (PNAS, online).
Neun Regionen haben die Forscher nach einer intensiven Auswertung der wissenschaftlichen Literatur und der Befragung von Experten identifiziert. Alle haben Ausmaße über 1000 Kilometer, großen Wert für die Menschheit und bei allen könnten Entscheidungen innerhalb der kommenden 100 Jahre Entwicklungen auslösen, die bis zu 1000 Jahre andauern.
Dazu gehören das Eis am Nordpol, Gletscher in Grönland und der Westantarktis, der Nordatlantik mit dem Golfstrom, der Ostpazifik mit dem El-Niño-System, Monsungebiete in Südasien und Westafrika, der Amazonas-Urwald und Forstregionen in Kanada und Sibirien.
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Mubarak-Prozess in Ägypten
Was beabsichtigt man zu tun, wenn tatsächlich die "Frühwarnsysteme" anschlagen?
Was heißt hier eigentlich "Frühwarnsystem"? Wie früh oder spät kann das bestenfalls ansprechen?
Hier hat man es doch mit, menschlich betrachtet, langen Zeitkonstanten zu tun. Die Entwicklungen, die wir heute beobachten wurden ggf. vor einigen Jahrzenten angeschoben.
Mir scheint, hier wird Geld zum Fenster hinausgeworfen.
...Der Klimawandel könnte nach Ansicht des Marburger Forschers Ralf Conrad gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. «Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten», sagte der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase. An der «Methanschraube» in der Atmosphäre zu drehen, könne schneller einen positiven Effekt bringen, als rasch den Kohlendioxidausstoß reduzieren zu wollen, sagte Conrad. «Der Methan-Kreislauf in der Atmosphäre ist innerhalb von etwa acht Jahren beeinflussbar, bei Kohlendioxid dauert das Jahrzehnte.»...
Da hat der Herr Schellnhuber (wieder einmal) nicht ungeschickt Forschungsmittel gefordert. Damit es nicht so unverschämt aussieht, soll nur eine einstellige Anzahl von Gebieten mit einem Frühwarnsystem versehen werden.
Und die Basis?
Literatur hat man ausgewertet und Experten hat man befragt, anonym natürlich. Macht man das inzwischen auch bei Quellenangaben? Interessant ist, dass von 193 'Experten' nur 52 geantwortet haben. Waren das etwa nur die Potsdamer Kollegen? Immerhin wird zugegeben, dass die Auswahl der Regionen subjektiv war.
Wer schützt die Welt vor den Schellnhubers?