Selten starben so viele Bienen wie in diesem Winter. Forscher schätzen den Verlust auf bis zu 200.000 Völker. Schuld ist allerdings nicht das Wetter.
Als Manfred Hederer erstmals nach dem langen Winter in seinen Bienenstöcken nach dem Rechten sah, bot sich ihm ein grausames Bild. "In vielen Stöcken bewegte sich nichts mehr, alle Bienen waren tot, der Boden war mit Leichen übersät", sagt der Präsident der deutschen Berufsimker. Zwanzig Prozent seiner Bienenvölker hat Hederer in diesem Jahr rund um den Ammersee verloren.
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In diesem Winter starben doppelt so viele Honigbienen wie üblich. Schuld soll nicht die Kälte, sondern die Varroa-Milbe (Varroa destructor)sein. (© Foto: ddp)
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Und damit ist er nicht alleine - aus ganz Deutschland melden Imker solche Zahlen. Landesweit hat beinahe jeder vierte Bienenstock den Winter nicht überstanden, Bienenforscher schätzen den Verlust auf bis zu 200.000 Völker.
Damit sind in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Honigbienen gestorben wie sonst im Winter üblich, wie aus drei Umfragen der Ruhr-Universität Bochum und vier weiteren staatlichen Forschungsinstituten hervorgeht.
Ende April werden die Zahlen in der Allgemeinen Deutschen Imkerzeitung veröffentlicht. Von den 3600 befragten Imkern mit etwa 60.000 Völkern berichteten vor allem jene aus Süddeutschland von hohen Verlusten.
Besonders in der Landwirtschaft werden die Bienen als Bestäuber gebraucht - nach Rind und Schwein ist die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier.
Bleibt sie aus, sinken die Erträge von Ackerpflanzen. Auch andere Tiere, wie etwa Vögel, sind auf Bienen angewiesen. Nur, wenn Pflanzen bestäubt werden, gibt es genug Samen und Beeren, von denen sich Vögel ernähren können.
Mit dem großen Sterben setzt sich ein Trend fort, der schon in den vergangenen Jahren für viele Imker das Aus bedeutet hat. Alle drei bis fünf Jahre haben die Bienenzüchter mit hohen Verlusten zu kämpfen - in diesem Jahr waren sie jedoch besonders groß.
"Die Problemjahre werden häufiger, und es sind größere Flächen betroffen", sagt Peter Rosenkranz, der die Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim leitet. "Hinzu kommt, dass die Völker, die überleben, schwächer sind als normal."
"Auf dem Land leiden die Bienen Hunger"
Schuld an dem Bienensterben ist nach Ansicht von Biologen nicht der harte Winter - an kalte Temperaturen sind die Insekten gut angepasst. Es war vielmehr die Varroa-Milbe, die das Blut der Insekten saugt und Krankheiten überträgt. Weil der Frühling im vergangenen Jahr schon früh begann, konnte sich der Parasit gut vermehren.
Die üblichen Strategien, mit denen Imker die Milben sonst bekämpfen, haben so nicht ausgereicht. Die Parasiten greifen die Bienen vor allem dann an, wenn sie sich auf den Winter vorbereiten müssen - viele Völker haben das nicht überlebt.
Neben Pflanzenschutzmitteln, die den Bienen schaden können, machen sich Imker auch über die immer intensivere Landwirtschaft Sorgen. "Auf dem Land leiden die Bienen Hunger, manche Völker sterben mitten im Sommer", sagt Imker-Präsident Hederer.
Auf den Feldern gedeihen oft nur noch Monokulturen, sind sie geerntet, finden die Bienen keinen Nektar und keine Pollen mehr. Blühende Wegesränder fallen der Unkrautvernichtung zum Opfer, und viele Bauern mähen ihre Wiesen, bevor die Pflanzen blühen konnten. Schon heute gebe es Landstriche, die bienenfrei seien, sagt Hederer.
Verarmt die Landschaft weiter, befürchten Biologen, dass es den Bienen auf dem Land bald schlechter geht als jenen in der Stadt - in Parks und auf Friedhöfen finden Stadtbienen stets ein reiches Nahrungsangebot.
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(SZ vom 15.04.2010/mcs)
Demonstrationen in Hamburg
Vielleicht sehen wir in Absehbarer Zeit dann die Landwirte von Pflanze zu Pflanze fliegen, schreibt der User inLot.
Die meisten Landwirte sind aus ökonomischen Zwängen heraus, nicht in der Lage die durch die Pflanzenschutz(gift)mittel (PSM) verursachte katastrophale Umweltvergiftung, nicht bereit dies einzusehen.
Die zuständigen Behörden und die Politik schauen zu Gunsten der Pestizidhersteller weg.
Der meistgehörte Satz den ich von den Landwirten, insbesondere Obstbauern höre, ist : " Was wollt ihr denn( Imker), wir brauchen eure Viecher ( Bienen ) nicht, die machen uns nur zusätzliche Arbeit!"
Diese Ansicht wird den Bauern von der chemischen Industrie, einhergehend mit den zuständigen Behörden und sogenannten Fachberatern schon währen der Ausbildung eingebleut!
Zuerst sterben die Bienen, dann der Mensch, so ein Sprichwort.
ist Haustierhaltung zur Gewinnung von Lebensmitteln tabu. Keine Milch, keine Eier, kein Käse u.ä. (Analog- , also halber Chemiekäse ist anscheinend erlaubt).
Jetzt fängt es schon an interessant zu werden:
Sauerkraut? Milchsäurebakterien, seit Generationen gezüchtet um Kohl zu vergären. Man könnte man sich vielleicht noch rausreden, dass Bakterien keine Tiere sind.
Was ist mit Honig, der größtenteils von domestizierten Tieren (Hausbienen) stammt?
Und wie gesagt, die Kette geht ja weiter, Äpfel von Bäumen die von Wildbienen bestäubt wurden, dürfte wohl in Ordnung sein. Aber was ist mit Früchten von Pflanzen, die von Hausbienen, also domestizierten Haustieren, bestäubt wurden?
Fragen über Fragen. Für mich wäre es wirklich interessant zu wissen, nach welchen Kriterien Nahrungsmittel von Veganern bewertet werden.
Gibt´s denn hier keine Veganer?
Vielleicht gibt es da ja auch unterschiedliche Lehren?
z. B.
- Hefe sind erlaubt (Bier, Brot), aber Bakterien (Essig) nicht.
- Pilze sind tabu bzw. ok (Antibiotika?)
- Wie sieht es mit Erdöl/Gas/Kohle aus (enthält ja alles auch umgesetzte Tierleichen)
Das muß doch alles bedacht sein, oder nicht?
Grundsätzen überhaupt nicht aus, weiß daher nicht ob es "verboten" ist, Tiere in seine Nahrungskette als "Zuarbeiter " zu integrieren. Scheint aber nicht so zu sein - sonst droht ja der Hungertod: Bakterien (Zersetzung pflanzlichen Materials und somit Bereitstellung von Nährstoffen für das Pflanzenwachstum) sind doch eigentlich auch "Tiere"?
Vielleicht kann uns ja ein anwesender Veganer schlau machen?
Paging