Astronomie Rätselhafte Blasen im All

Mit Hilfe des Fermi-Weltraumteleskops haben US-Astronomen zwei riesige "Blasen" in unserer Galaxis entdeckt, die Gammastrahlen abgeben. Möglicherweise liegt ihr Ursprung im Schwarzen Loch in der Mitte der Milchstraße.

Nasa-Wissenschaftler haben mit Hilfe des Fermi-Weltraumteleskops eine bislang unbekannte, rätselhafte Struktur in unserer Galaxis, der Milchstraße, entdeckt.

Erste Hinweise auf diese blasenförmigen Strukturen wurden aufgrund von Röntgenstrahlen (blau) entdeckt, und zwar im Rahmen der deutschen Rosat-Mission in den 90er Jahren. Violett dargestellt sind die Gamma-Strahlen, die das Fermi-Teleskop aufgenommen hat.

(Foto: AFP/Goddard Space Flight Center der Nasa)

Es handelt sich um zwei "Gammastrahlen abgebende Blasen", wie Doug Finkbeiner vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, USA, erklärte. Die Gebilde erstrecken sich von der Mitte der Galaxis aus jeweils 25.000 Lichtjahre nach Norden und Süden - an unserem Sternenhimmel reichen die Blasen vom Sternbild der Jungfrau bis zum Kranich.

Möglicherweise handelt es sich um Millionen Jahre alte Reste eines plötzlichen Energiestroms, zum Beispiel eines Teilchenstrahls, aus dem Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße. Eine andere Erklärung wäre eine Gasexplosion bei der Entstehung von Sternen.

Finkbeiner und die Studenten Meng Su und Tracy Slatyer, die ihre Entdeckung im Astrophysical Journal beschreiben werden, spürten die Blasen mit Hilfe von Daten des Gammastrahlen-Detektors des Fermi-Teleskops auf.

"Was immer die Energiequelle hinter diesesn riesigen Blasen ist", kommentierte David Spergel von der Princeton University in New Jersey, USA, "sie steht im Zusammenhang mit vielen fundamentalen Fragen der Astrophysik".