Wilhelm Schelsky 3700 Euro monatlich bis ans Lebensende

Die Rente ist sicher: Mit seinem 60. Geburtstag am 21. Oktober 2008 ist der Exvorsitzende der Betriebsräteorganisation AUB Wilhelm Schelsky pensionsberechtigt.

3700 Euro monatlich muss ihm dann der Siemens-Konzern nach Informationen der Süddeutschen Zeitung bis an sein Lebensende überweisen.

Zu diesem Ergebnis kam ein Anwalt des Elektronikkonzerns, nachdem er alle von Siemens mit Schelsky geschlossenen Vereinbarungen ausgewertet hatte. Man werde aber, so der Jurist in einem internen Schreiben, intensiv prüfen, ob man die Pensionszahlungen nicht mit etwaigen Schadenersatzforderungen an Schelsky verrechnen könnte.

Als Polizisten, Steuerfahnder und Staatsanwaltschaft Mitte Februar 2007 Schelskys Privathaus nahe Erlangen durchsuchten, fanden sie im Tresor auch Papiere, denen zufolge Siemens dem AUB-Boss und Unternehmer seit dessen Ausscheiden aus dem Konzern seit 1990 ein Rückkehrrecht einräumt.

Ungewöhnlich großzügig

Dieses war immer Bestandteil der weitreichenden Siemens-Schelsky-Connection. So großzügig Siemens zu ihm, so freigiebig war Schelsky anderen gegenüber.

Dem Greifswalder Bundestagsabgeordneten und Vorpommerns Landesvize Ulrich Adam zahlte er nach den Erkenntnissen der Nürnberger Staatsanwaltschaft heimlich Wahlkampfmaterial im Wert von 131.000 Euro.

Der Spiegel schreibt, es seien sogar mehr als 200.000 Euro gewesen, denn Schelsky habe Adam jahrelang auch die Handyrechnungen bezahlt.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach soll der Angeklagte Schelsky einen mit 400.000 Euro Grundsalär dotierten Beratervertrag bei Siemens vermittelt haben. Bach beharrt seit Monaten, er sei für den Konzern nur als Wirtschaftsanwalt tätig gewesen, nie aber als sportpolitischer Netzwerker.

Eine Version, die allmählich ins Wanken gerät. Nach SZ-Informationen sprach Bach 2005 seinen IOC-Freund und kuwaitischen Energieminister Scheich Ahmed al-Sabah mit dem Ziel an, einen staatlichen Investmentfonds Kuwaits zum Einstieg bei Siemens mit mehreren Milliarden Euro zu bewegen.

Der Spiegel untermauert dies mit einem entsprechendem E-Mail-Verkehr zwischen Bach und Ex-Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht.