Versorgungsfonds Arbeitsagentur setzt mehr auf Aktien

Die Bundesagentur für Arbeit will die Rendite ihres Versorgungsfonds erhöhen.

(Foto: Jens Kalaene/dpa)
  • In dem Versorgungsfonds für Beamte der BA stecken derzeit etwa 5,6 Milliarden Euro.
  • 90 Prozent des Kapitals waren bislang in Anleihen und festverzinsliche Wertpapiere angelegt.
  • Der Aktienanteil war auf zehn Prozent beschränkt. Nun ist vorgesehen, den Aktienanteil "schrittweise auf 20 Prozent anzuheben".
Von Thomas Öchsner, Berlin

Als die Bundesagentur für Arbeit (BA) noch Bundesanstalt für Arbeit hieß, arbeiteten dort viele Beamte. Heute wird dort praktisch niemand mehr als Beamter neu eingestellt. Die Beamten aber gibt es immer noch: Derzeit stehen nach Angaben der BA 16 100 Staatsdiener im Dienst der Behörde, bei insgesamt 110 000 Mitarbeitern. Und Pensionäre sind auch noch zu versorgen: Immerhin knapp 11 800 BA-Beamten zahlt die Bundesagentur ein Ruhegehalt. Dafür gibt es einen eigenen Versorgungsfonds. Doch auch der leidet unter den extrem niedrigen Zinsen. Deshalb wird der Fonds jetzt stärker in Aktienanlagen investieren. Dies geht aus einem internen Bericht der Bundesagentur hervor.

Demnach stecken in dem 2008 gegründeten Versorgungsfonds derzeit etwa 5,6 Milliarden Euro. 90 Prozent des Kapitals waren bislang in Anleihen und festverzinsliche Wertpapiere angelegt. Der Aktienanteil war auf zehn Prozent beschränkt. Nun ist vorgesehen, den Aktienanteil "schrittweise auf 20 Prozent anzuheben", heißt es in dem Bericht.

Rendite könnte um "ein paar Zehntel Prozentpunkte" höher ausfallen

Dies ist aufgrund einer Gesetzesänderung nun möglich. "Wir gehen davon, aus, dass wir dadurch die Rendite des Fonds um ein paar Zehntel Prozentpunkte erhöhen können", sagt Peter Clever, Vorsitzender des Verwaltungsrats, der sich mit dem Bericht am Donnerstag beschäftigte. Angelegt wird das Milliarden-Kapital des Fonds von der Deutschen Bundesbank.

Clever, der die Arbeitgeberverbände in dem Gremium vertritt, hält die höhere Aktienquote für eine gute Idee. "Mit dem Geld wird nicht gezockt. Es werden keine einzelnen Aktien von Unternehmen gekauft", sagt er. Vielmehr investiere die Bundesbank nun regelmäßig in Indexfonds, die zum Beispiel den europäischen Aktienindex Euro-Stoxx 50 abbilden. Sei durch den Wertzuwachs die Obergrenze von 20 Prozent des Kapitals überschritten, werde die Bundesbank wieder Anteile verkaufen.

Die Verzinsung des Versorgungsfonds war zuletzt deutlich gesunken. Kalkuliert wurde 2014 mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent. Tatsächlich ist die Rendite nicht zuletzt wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank viel geringer ausgefallen. 2015 lag sie dem Bericht zufolge nur noch bei 1,27 Prozent. 2016 waren es 2,40 Prozent.

Zum Vergleich: 2012 betrug die Rendite noch 9,33 Prozent, und 2014 warf der Fonds immerhin noch 5,90 Prozent ab. In dem Bericht heißt es dazu: "Aufgrund der ungünstigen Renditeentwicklung lag der Marktwert des Versorgungsfonds Ende 2016 um 465 Millionen Euro unter dem Planwert". 2017 werde sich diese Deckungslücke sogar bis Jahresende "auf rund 700 Millionen Euro erhöhen". Dieses Geld will die BA aus ihrem Haushalt nun freiwillig zusätzlich in den Fonds stecken, um die Unterfinanzierung auszugleichen.

Ohnehin hat die Nürnberger Bundesagentur seit 2009 jährlich durchschnittlich um die 200 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt, um die Auszahlungen an die Pensionäre zu gewährleisten. Erst 2090 wird der Fonds aufgelöst. Dann seien keine Beamten mehr zu versorgen. "Die Bundesagentur handelt hier wirklich vorbildlich. Wir sorgen vor und lasten unsere Pensionszahlungen nicht einseitig der nächsten Generation auf", sagt Clever.