Die USA planen einen großen Schritt bei der Regulierung der Finanzmärkte und wollen ihrer Notenbank gewaltige Macht geben. Umso ernster sind aber die Mängel des Vorhabens zu nehmen.
Nie wieder! So versprechen Politiker von Washington bis Berlin. Nie wieder sollen Bankmanager die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds bringen. Strenge Regeln sollen für Sicherheit sorgen. Jetzt wird die Regierung von Barack Obama einen ersten Entwurf für solche Regeln vorlegen. Nach allem, was bisher bekannt ist, enthält er wesentliche Verbesserungen, aber auch einige ärgerliche Kompromisse.
Ist das der große Wurf? Die US-Regierung will verhindern, dass die Weltwirtschaft noch einmal von Bankmanagern an den Rand des Abgrunds geführt werden kann. (© Foto: AFP)
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Der Kerngedanke jeder Regulierung der Finanzmärkte ist denkbar einfach: Banken müssen schlechte Zeiten aushalten können. Sie müssen erstens dafür sorgen, dass ihre Kredite nicht faul werden, und zweitens auch dann zahlungsfähig bleiben, wenn dies doch geschieht.
Sie müssen so transparent sein, dass Außenstehende, vor allem die Aufsichtsbehörden, notfalls eingreifen können. Das Problem liegt in der Grenzenlosigkeit der menschlichen Phantasie und der Begrenztheit der Menschen, die Folgen des eigenen Tuns zu verstehen.
Die Finanz-Genies an der Wall Street erfinden Produkte, die die Welt in die Luft sprengen können, noch ehe Aufsichtsräte und Behörden begriffen haben, worum es geht.
Obamas Finanzminister Timothy Geithner will dieses Politikproblem dadurch lösen, dass er die Notenbank Federal Reserve zum Sheriff für die Finanzwirtschaft macht. Die Fed bekommt die Aufsicht über alle systemrelevanten Finanzinstitute, sie ordnet an, wie viel Kapital diese vorhalten müssen und kann im Notfall eine Bank unter Zwangsverwaltung stellen. Eine ungeordnete Pleite, wie die der Investmentbank Lehman Brothers, mit der im vergangenen September die katastrophale Phase der Finanzkrise begann, wäre künftig nicht mehr möglich.
Auch hochspekulative Hedgefonds müssen sich registrieren lassen, jenseits einer bestimmten Größe fallen sie ebenfalls unter die Bankenaufsicht. Die Vollmachten der Fed werden künftig weit über das hinausgehen, was irgendeine Behörde in Europa darf.
Die Bedeutung dieses Entwurfs kann kaum überschätzt werden. Es ist ein großer erster Schritt, schließlich hat das Unglück in den USA begonnen, und Amerika bleibt auch nach der Krise der bei weitem wichtigste Finanzmarkt. Gelingt es Obama, das Gesetz in seinem Kern durch den Kongress zu bringen, wird dies Standards für die ganze Welt setzen.
Umso ernster sind aber auch die Mängel des Entwurfs zu nehmen: Minister Geithner verzichtet darauf, die Zahl der Regulierungsbehörden in den USA zu reduzieren. Es bleibt bei dem schädlichen Wirrwarr. Viele Banken hatten die unzähligen Lücken im System meisterhaft genutzt und missbraucht.
Geithner nimmt nun weniger auf die Banken Rücksicht, als auf die Interessensgruppen im Kongress. Er fürchtet, den Kampf um eine bessere Regulierung zu verlieren, wenn er sich auch noch der Institutionen und ihrer Lobbys annehmen würde. Es ist ein vermutlich unvermeidbarer Kompromiss, aber die Regierung muss dafür sorgen, dass er nicht die Reform gefährdet.
- Finanzmarktregulierung Alle Macht der Fed 15.06.2009
- Finanzkrise in den USA Spekulanten an die Leine 26.03.2009
- US-Finanzminister Geithner im Zwielicht Der Freund der Bosse 27.04.2009
- Steinbrück fordert Regeln Acht-Punkte-Plan für den Finanzmarkt 08.10.2008
- Banken Neue Steuern als Strafen 15.06.2009
(SZ vom 16.06.2009/as/tob/woja)
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Der Artikel hat im Grunde genommen wenig Informationsgehalt. Ist wirklich nicht mehr an die Öffentlichkeit gedrungen? Oder haben die Interessenverbände in den USA ihre ganze Macht ausgespielt um wichtige Korrekturen zu verhindern. Und wenn tatsächlich die US - Regierung dramatische Änderungen einführen will, dann sollte das doch gemeinsam mit den G20 Staaten passieren. Hinzu kommt dass die Bestrebungen in Deutschland dann konterkariert werden könnten. Über die zukünftige Stellung der Rating-Agenturen und über Regulierungen zum Leerverkauf - um nur einige Beispiele zu nennen - berichtet Herr Piper nichts.
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Lesen sie mal nach was Dennis Kucinich dazu sagt. Von dem stammt nämlich die Aussage. Wohl dem der Lesen kann. Stand nämlich schon im ersten Post drin.
Zu viel Tom Hanks geschaut oder was...
wobei Herr Piper, es sei ihm ja zugestanden, das Augenmerk etwas eng hält. Die interessierende Frage, bei SZ kann man leider dazu nichts erfahren, ist u.a. wie verhält es sich mit einem der grössten Fehler - Clinton-Regierung - "Abschaffung der up tick Rule" - die z.B. Leerverkäufe erst möglich machte. Es gab sehr gute Gründe für dieses Gesetz - von dem heute noch keiner so recht weiss, wer hinter seiner Abschaffung steckte - das als quasi Lehre nach dem Börsenkrach in den 30ern aufgesetzt wurde.
So gibt es weiterhin eine Liste von konkreten Massnahmen, die - sofern Herr Obama et al es nicht beim Warmfönen belassen - aufgelistet werden und publiziert werden könnten .... Der Informationsgehalt dieser Meinung, Piper, ist jedenfalls gleich Null.
Dem sogenannten Qualitätsjournalismus ja nur noch hinterherklagend, fordere ich keine besonders fachreichen Artkel, aber etwas "mehr" dürfte es selbst hier sein. Leider lässt sich auch das Printmedium nicht näher aus, so dass es am fehlenden Zeitungsumsatz kaum liegen kann.
Paging