TV-Gerätehersteller Rettung für Loewe

Im Oktober hat der TV-Gerätehersteller ein Insolvenzverfahren beantragt, nun haben sich neue Geldgeber gefunden: Loewe wird an eine Gruppe deutscher Investoren verkauft.

Eine Gruppe aus Unternehmern und Branchenmanagern rettet den insolventen Fernseherbauer Loewe. Nach monatelangen Verhandlungen würden mehrere deutsche Familienunternehmer sowie frühere Führungskräfte von Apple und dem dänischen Konkurrenten Bang & Olufsen die wesentlichen Teile des Geschäfts übernehmen, teilte der fränkische Traditionshersteller am Abend in Kronach mit. Damit sei der "Fortbestand der Traditionsmarke Loewe in deutscher Hand" gesichert.

Konkrete Namen wurden nicht genannt. Die Investoren wollen das Unternehmen jedoch stärker auf digitale Unterhaltungsprodukte ausrichten und die Kooperation mit dem chinesischen Technologie-Partner Hisense ausbauen. Auch über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Die Übernahme ist als "Asset Deal" geplant

Nach hohen Verlusten hatte Loewe Anfang Oktober 2013 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im November hatte Loewe mitgeteilt, dass noch zwei Bieter für einen Einstieg im Rennen sind. Technisch ist die Übernahme als sogenannter "Asset Deal", das heißt als Übertragung von Vermögenswerten, geplant. Der verbleibende Mantel der Loewe AG soll von der Börse genommen und abgewickelt werden. Hauptaktionär der AG war bisher nach Angaben von Loewe das japanische Elektronikunternehmen Sharp mit knapp 29 Prozent der Anteile, der Streubesitz lag bei mehr als 60 Prozent.

Verkauft werden wesentliche Teile des Geschäfts. Neben der neuen Unternehmenszentrale in München sollen die Loewe-Entwicklungszentren in Kronach und Hannover sowie weitere zentrale Unternehmensfunktionen am Hauptstandort Kronach bestehen bleiben, hieß es in der Mittelung. Zuletzt waren am Stammsitz noch etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele Beschäftigte ihren Job behalten werden, ist noch offen. Ein Sprecher kündigte nähere Details für Freitag an, nachdem die Belegschaft informiert worden ist.

Der Umsatz lag 2012 bei 250 Millionen Euro. Das Unternehmen, das sich auf die Produktion hochwertiger Fernseh- und Audiogeräte spezialisiert hatte, war wegen des Preiskampfs in der Branche und der harten Konkurrenz aus Fernost zunehmend unter Druck geraten.