Nach Bietergefecht Italiener kaufen Arriva Deutschland

Trenitalia schlägt zu: Die italienische Staatsbahn wird das Deutschlandgeschäft des Transportkonzerns Arriva übernehmen. Die Deutsche Bahn musste die Sparte aus kartellrechtlichen Gründen abgeben.

Im Bietergefecht um das Deutschlandgeschäft des Transportkonzerns Arriva hat die italienische Staatsbahn Trenitalia das Rennen gemacht. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung am Montag aus informierten Kreisen. Der Chef von Arriva-Deutschland, Frank Engeler, habe das Management seines Unternehmens am Abend darüber informiert, hieß es weiter.

Die Deutsche Bahn, die den international tätigen Transportkonzern Arriva im Sommer übernommen hat, muss sich aus kartellrechtlichen Gründen von dessen Deutschland-Sparte trennen. In den vergangenen Monaten hatte sie daher mit Hilfe eines Treuhänders ein Bieterverfahren mit mehreren Runden eingeleitet. Zuletzt waren nur noch die Trenitalia an Bord, die zusammen mit dem in Luxemburg ansässigen Finanzinvestor Cube geboten hat, sowie ein Konsortium aus dem französischen Veolia-Konzern und dem Infrastrukturfonds Antin. Die Italiener galten als Favoriten der Deutschen Bahn, weil sie in der letzten Bieterrunde das attraktivere Angebot abgegeben haben sollen. An diesem Mittwoch will der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn den Verkauf absegnen.

Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium haben bereits angekündigt, dass sie das Geschäft nicht einfach durchwinken wollen. Man werde "genau untersuchen", wie sich der Käufer "zu den hiesigen Rechten der Arbeitnehmer verhält", hatte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner, angekündigt. Dazu zählten die betriebliche und die Unternehmens-Mitbestimmung, sowie Tarifverträge und sonstige Vereinbarungen zum Schutz der Beschäftigten.

Der Betriebsrat von Arriva Deutschland hat sich bereits gegen die Übernahme durch Trenitalia ausgesprochen. Die Italiener hätten in Deutschland keine Erfahrung mit dem Personenverkehr, zudem stünden sie als Teil einer Bietergemeinschaft mit Cube unter starkem Renditedruck, hatte Konzernbetriebsrat Hans-Jürgen Hauschild in der Welt gesagt.