Nach Berechnungen des Instituts für Weltwirtschaft vergab der Bund 2010 staatliche Unterstützung von rund 164 Milliarden Euro. Dummerweise ist unklar, was die nützen.
Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat die staatlichen Subventionen in Deutschland auf neue Rekordstände steigen lassen. Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erreichten sie 2010 ein Volumen von 163,6 Milliarden Euro.
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Auch ein Beispiel für Süßes vom Staat - die verringerte Mehrwertsteuer für Hotels. (© dpa)
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Sie lagen damit 1,3 Milliarden Euro über dem Wert des Vorjahres und etwa 18 Milliarden Euro über Wert des Jahres 2008. Sowohl die große Koalition als auch die schwarz-gelbe Bundesregierung hätten die Finanzhilfen des Staates deutlich erhöht und die Steuervergünstigungen ausgeweitet, sagte der IfW-Finanzexperte Alfred Boss am Donnerstag bei der Vorstellung eines Gutachtens.
Er hatte es im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erarbeitet, einer von den Metallarbeitgebern finanzierten Interessensorganisation. Als Beispiele für die Subventionspolitik der Regierungen nannte er die Rücknahme der verringerten Pendlerpauschale, die Abwrackprämie und die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für Hotelbetreiber.
Positive Wirkung? "In der Regel nicht"
Nach seinen Worten können Subventionen zwar eine positive Wirkung entfalten. "Sie tun es in der Regel aber nicht", fügte er hinzu. Oftmals verfüge der Staat nicht über das notwendige Kenntnis eines Marktes, um seine Finanzspritzen einzusetzen.
Einstmals berechtigte Subventionen erwiesen sich im Laufe der Zeit als nicht mehr sinnvoll, blieben aber angesichts der Trägheit des politischen Prozesses oder infolge des Einflusses von Interessengruppen bestehen. Es sei deshalb nicht möglich, zwischen guten und schlechten Subventionen zu unterscheiden. In der Summe seien sie schädlich, weil sie das Defizit des Staates erhöhten und seine Spielräume beschnitten.
Boss schlug deshalb einen konsequenten Abbau der staatliche Zuwendungen in Höhe von insgesamt 58,5 Milliarden Euro zu kürzen. Der beste Ansatz dafür sei die sogenannte Rasenmäher-Methode, bei alle Subventionen um einen festgesetzten Prozentsatz gekürzt werden. Dadurch würden alle Begünstigten gleichmäßig getroffen. Einzelne Gruppen könnten daher wesentlich schlechter dagegen vorgehen.
Wenn die Kürzungen in mehreren Schritten über drei bis fünf Jahre gestreckt würden, hätten die Betroffenen zudem ausreichend Zeit, sich darauf vorzubereiten. Um dem Vorhaben politisch zum Erfolg zu verhelfen, schlug Boss vor, den Abbau der Subventionen mit Steuersenkungen zu verbinden. Boss definiert staatliche Subventionen umfangreicher als andere Wirtschaftsforscher. Besonders deutlich wird dieser Unterschied, wenn man die IfW-Zahlen mit denen aus dem Subventionsbericht der Bundesregierung vergleicht. Dieser bezifferte die Subventionen des Bundes zuletzt auf 30 Milliarden Euro.
Trotz des Sparpakets von FDP und Union fürchtet Boss, dass die Subventionen - unabhängig von der Art ihrer Berechnung - 2013 höher liegen werden als 2009: "Die Absichten und bisherigen Beschlüsse der Bundesregierung lassen dies befürchten." Hoffnung gebe allenfalls die desolate Lage der öffentlichen Haushalte. Sie könnte die Regierungen zu neuen Anstrengungen bei Einsparungen zwingen. Das Bundesfinanzministerium hat jüngst erklärt, 2010 rund 44 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen zu haben - so viel wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik.
Die FDP empfahl Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), das Gutachten zu beherzigen und Vergünstigungen seinzudampfen. "Subventionen abbauen und dafür Steuern senken" - dies sei Leitbild der FDP-Politik, sagte der liberale Finanzexperte Volker Wissing.
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(SZ vom 14.01.2011/hgn)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Gegenvorschlag zur INSM. Man beläßt die Subventionen die direkt dem Bürger zugute kommt. Das sind nämlich die Wähler!
Man streicht die Subventionen, die auf irgendwelchen Wegen der Industrie, Banken und Handwerk zugute kommen und senkt dafür deren Steuern. Aber nur soviel Steuersenkung, daß unter dem Strich immer noch ein dicker Batzen übrig bleibt, das zur Steuersenkung bei den Bürgern verwendet wird. Das reicht um den Verwaltungsaufwand für den Subventionswasserkopf bei den Firmen abzubauen. Und es gibt denjenigen Firmen Wettbewerbsvorteile, die Forschung, Innovation, usw. selber finanzieren und schadet den Schmarotzerfirmen, die nur auf Subventionen aus sind.
Das stärkt das Angebot der Firmen und die seit Dekaden darniederliegende deutsche Inlands-Nachfrage (Geld der Bürger), die durch die breite Verarmung von weiten Bevölkerungsschichten bis ans Exsistenzminimum verursacht wurde.
Subventionen sind immer kontraprduktiv und unsozial.
http://www.stern.de/wirtschaft/news/bauern-neuseeland-ein-leben-ohne-agrarsubventionen-335547.html
Deutscland ist aber auch das Umschichtungsland Nr.1 Mann niemt es den Fleißigen und gibt es denn Konzernen und Faulen.
wenn die Arbeitgeber-Drückerkolonne INSM eine solche Studie in Auftrag gibt.
Eine Mogelpackung, weil die Subventionkürzungen vor allem zu Lasten der kleinen Leute gehen. Wer viel hat, kann wesentlich mehr verschmerzen als der, der sich mühsam über Wasser hält.
Auch wenn diese Meinung auf den ersten Blick gefallen mag, so stellen sich doch einige Fragen.
Nicht alles Subventionen sind schlecht. Manche beschleunigen den Markt (regenerative Energien) und schaffen dadurch Arbeitsplätze, stärken aber auch den Fortschritt.
Die Frage sollte doch am liebsten heißen, wie wir unsere Parteien von der Wirtschaft mehr fernhalten können (damit Klientelpolitik nicht mehr so gut funktioniert), wie auch unsere bürokratische Struktur verändert werden muss, damit die Ergebnisse des politischen Handelns effizienter werden.
Diese kurzzeitige Subventionskürzung bringt doch alleine garnichts. In kürzester Zeit würden wieder neue Forderungen gestellt und umgesetzt werden.
Der INSM will hier mit seiner Forderung nur eins bewirken:
1. Das der Druck auf die Arbeitnehmer weiter steigt.
2. Das unsere Sozialsysteme zusammenbrechen (und somit der Weg für Allianz und Co. geöffnet wird.)
Kleiner Zusatz zur FDP:
["Subventionen abbauen und dafür Steuern senken" - dies sei Leitbild der FDP-Politik, sagte der liberale Finanzexperte Volker Wissing.]
Diese Methode kann man sehr gut an dem US-Bundesstaat Californien beobachten. Da sieht man, was Steuersenkungen ohne Sinn und Verstand bringen.
Der Artikel stand vor 50 Jahren so oder so ähnlich in der SZ. Geändert hat sich an der Praxis nichts. Die eine Seite schweigt (S-Empfänger) und viele Menschen regen sich darüber auf (Steuerzahler ohne die Möglichkeit eines kick back).
Schon vor 50 Jahren war bekannt, dass Subventionen den Vorschritt lähmen bzw. verhindern (Kohlepfennig) und dass mit dieser Praxis notwenige Innovationen auf sich warten lassen.
Ähnlich wie im Gesundheitswesen oder in der Rentenproblem ist auch hier eine Systemveränderung notwendig.
Mal sehen, ob in 50 Jahren so ein Artikel wieder aus der Schublade geholt wird! Ich sehe da gute Chancen.
Paging