Bürgerarbeit statt Glamour: Jens Mittelsten Scheid aus der Staubsauger-Dynastie Vorwerk erhält den Deutschen Stifterpreis.
Vor der Preisverleihung wird Jens Mittelsten Scheid mal wieder mit seiner Frau diskutieren. Die würde ihrem Gatten nur zu gerne einen neuen Anzug verpassen, wenn er an diesem Freitag in Frankfurt den Deutschen Stifterpreis für sein Lebenswerk erhält, die wichtigste Auszeichnung für deutsche Mäzene.
Ob er sich für die Preisverleihung einen neuen Anzug kaufen wird? Konsum, sagt Jens Mittelsten Scheid, "geht mir auf den Geist." (© Foto: A. Schellnegger)
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Doch Mittelsten Scheid wird sich für die Festveranstaltung nicht einfach so einen neuen Zweiteiler kaufen, obwohl seine Frau über die alte Garderobe schimpft. Nicht, solange die Anzüge im Schrank noch passen. "Ich habe zu jeder Beerdigung meinen Abituranzug an", erzählt der Stifter, als sei das Abitur erst gestern gewesen.
Dabei ist der Mann schon 68 Jahre alt. Jens Mittelsten Scheid geht es weniger ums Geld. Der Stifter stammt aus der Vorwerk-Dynastie in Wuppertal, seit seiner Geburt hält er Anteile am Unternehmen - und ist reich. Theoretisch könnte er jede Woche von München nach Mailand jetten und italienische Anzüge im Dutzend shoppen.
Doch Mittelsten Scheid will nicht. "Der ständige Konsum geht mir unglaublich auf den Geist", sagt er und nippt am Wasserglas, wie schon seit zwei Stunden. Auch Glamour nervt ihn. Dass seine Person durch den Stifterpreis an die Öffentlichkeit gezerrt wird, findet er nicht wirklich angenehm.
Jeden Monat ein paar hundert Mark
Viele Jahre lang hat der Millionär daher so getan, als wäre er keiner. Als käme er nicht aus einer der traditionsreichsten deutschen Unternehmerfamilien, der Familie Vorwerk, die mit Kobold-Staubsaugern und Vertreterbesuchen viel Geld gemacht hat.
Auch Mittelsten Scheid schwört auf den Kobold, wie knapp jeder vierte Haushalt hierzulande. Während des Studiums aber wohnte der Unternehmersohn erst mal in einer Bude "mit Waschtisch auf dem Flur". Später lebten er und seine damalige Frau mit anderen Paaren in Wohngemeinschaften.
Dort gab es eine Kasse. Jeden Monat zahlte Mittelsten Scheid ein paar hundert Mark ein, wie die Mitbewohner auch. "Ich habe so gelebt, als ob ich kaum Geld hätte", sagt er. Als er sich einer linken Studentenbewegung anschloss, verschwieg er seine Wurzeln lieber. "Da hätte mein kapitalistischer Hintergrund nur gestört."
Ein Jahr Praktikum bei Vorwerk
Dabei hätte ihn sein Vater, Erich Mittelsten Scheid - ein passionierter Ingenieur -, am liebsten im elterlichen Betrieb gesehen. "Die Firma war sein Ein und Alles", erzählt der Sohn über seinen Vater. "Er war außerordentlich daran interessiert, dass ich in seine Fußstapfen trete."
Als sich abzeichnete, dass der Sohn andere Pläne hatte, trafen sie eine Abmachung: Nach dem Abitur absolvierte Jens Mittelsten Scheid zunächst ein Praktikum bei Vorwerk. Ein Jahr lang half er in der Buchhaltung, stellte sich in Wuppertal ans Band und assistierte dem Vater bei der Führung. Seine Haltung änderte das kaum, Unternehmer wollte er immer noch nicht werden.
"Meine Leidenschaft war die Philosophie", sagt er. Wie seine Mutter, eine Physiotherapeutin, interessieren ihn soziale Belange mehr als Maschinen. Nach der Bundeswehr begann Mittelsten Scheid in Heidelberg Philosophie, Soziologie und Politik zu studieren. "Mein Vater hat das schweren Herzens akzeptiert."
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Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
und mit der freundlichen Unterstützung durch die Kursleiter und Mitarbeiter des HEI entstehen bei der Umsetzung von eigenen Ideen zusätzlich eben auch Verständnis für die handwerklichen Herausforderungen und für die SynergieEffekte, wenn Zusammenarbeit statt KonkurrenzDenken gefördert wird.
http://www.hei-muenchen.de/kurse/index.htm
Vielen Dank für dieses sympathische Beispiel eines Preisträgers (es blüht in seinem Hintergrund - das scheint mir richtig gewählt zu sein)
und mit der freundlichen Unterstützung durch die Kursleiter und Mitarbeiter des HEI entstehen bei der Umsetzung von eigenen Ideen zusätzlich eben auch Verständnis für die handwerklichen Herausforderungen und für die SynergieEffekte, wenn Zusammenarbeit statt KonkurrenzDenken gefördert wird.
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Vielen Dank
Respekt vor dem Mann - Er hat die Zeichen der Zeit erkannt.
Hier passt ein gutes Zitat von Laotse:
Es gibt keine größere Sünde als viele Wünsche.
Es gibt kein größeres Übel als kein Genüge kennen.
Es gibt keinen größeren Fehler als haben wollen.
Wenn sich alle an diese (und ein, zwei andere) halten wuerden gaebe es kein Leid mehr auf der Welt.
Es freut einen, dass es solche Menschen gibt!
Ich kenne ihn, aber noch besser seine Frau! Es sind sehr bescheidene Menschen, die auch für die Dritte Welt viel tun! Niemand würde ihnen auch nur ansehen, wieviel Geld hinter ihnen steckt.
Ganz liebe und "normal" auftretende Menschen; ich kenne auch einen Sohn, der sich auch mal ein paar Wochen mit einer Gruppe Jugendlicher in Schwarzafrika aufhielt, um Kontakt zu den Menschen dort zu bekommen.
Diese Familie ist wirklich toll!
Paging