Stellenabbau bei RWE und Eon Schwere Zeiten für Mitarbeiter der Energiebranche

Die großen Energiekonzerne planen den großen Stellenabbau: Bei RWE und Eon zusammen geht es um rund 14.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Beim Düsseldorfer Konzern gibt es Medienberichten zufolge schon erste Überlegungen, in welcher Form die Stellen wegfallen sollen.

Rund 80.000 Mitarbeiter arbeiten in Deutschland für den Energiekonzern Eon, etwa 6000 von ihnen müssen demnächst gehen - nun sickern erste Details durch, in welcher Form der Personalabbau geschieht.

Die Rheinische Post berichtet unter Berufung auf Konzernkreise, dass bis zu 3000 Beschäftigte in den Vorruhestand geschickt werden und bis zu 2500 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft wechseln sollen. Weitere 500 Stellen könnten demnach durch das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. "Die Größenordnung des Stellenabbaus in Deutschland wird bei rund 6.000 liegen", sagte ein Eon-Sprecher. Er betonte aber: "Wie viele Arbeitsplätze über welches Instrument abgebaut werden, lässt sich noch nicht sagen."

In Düsseldorf kommt am heutigen Montag der Aufsichtsrat zusammen. Eon-Chef Johannes Teyssen hatte bereits im August angekündigt, dass der größte deutsche Energiekonzern weltweit bis 2015 etwa 11.000 Stellen streichen wird. Für viele Mitarbeiter steht ein Umzug bevor: Unter anderem soll das Deutschlandgeschäft für Strom und Gas künftig von Essen aus geführt werden. Die Zentrale der Tochter Eon Energie in München wird geschlossen.

Die Arbeitnehmerseite beklagt, von der Kommunikation abgeschnitten zu sein. Mittlerweile sitzen die beiden Parteien immerhin am Verhandlungstisch, aber die Gespräche gestalten sich schwierig. Die Gewerkschaften dringen auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen - Eon behält sich dies aber als letztes Mittel vor.

Auch RWE-Aufsichtsrat tagt

Energieversorger RWE diskutiert ebenfalls seit dem Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung aus der Atomkraft massive Sparmaßnahmen und Stellenabbau: Der Essener Konzern will Medienberichten zufolge 8.000 der 72.000 Arbeitsplätze abbauen, der Aufsichtsrat tagt ebenfalls am heutigen Montag.

Während bei Eon Details zum Jobabbau im Fokus stehen, soll es bei RWE dem Vernehmen nach auch um die Mittelfristplanung gehen. Die geplante Kapitalerhöhung hat das Unternehmen in dieser Woche bereits gestemmt, wenn auch nicht ganz im angestrebten Volumen.

Der schwedische Stromanbieter Vattenfall hatte in Reaktion auf die Finanz- und Wirtschaftskrise bereits Ende 2010 ein Sparprogramm angekündigt, eingespart werden soll unter anderem beim Kundenservice in Deutschland. Vattenfall Europe beschäftigt knapp 20 000 Mitarbeiter in Deutschland. In den kommenden Jahren will der schwedische Konzern rund 600 Millionen Euro einsparen.