Spott für Partnerbörse Juristin, unvermittelbar

Nicht an den Mann zu bringen: Das Online-Portal Elite Partner wirbt seit eineinhalb Jahren mit derselben Single-Frau. Im Netz gibt es deshalb viel Spott.

Von Angelika Slavik

Klar, jeder hat seine Macken. Die Kunden der Partnervermittlung Elite Partner, könnte man behaupten, haben alle dieselbe: Sie halten sich für was Besseres. "Weil ich einen Mann mit Stil suche", trällert da die blonde "Architektin Julia T." neuerdings zur besten Sendezeit im Werbefernsehen - und ein wenig entsteht dabei der Eindruck, sie könnte die Stilsicherheit eines Mannes verlässlich anhand seiner Gehaltsklasse beurteilen.

Elite-Partner-Werbung: Holde Juristin ohne Glück.

(Foto: Elite Partner)

Sekunden später flimmert "Hotelmanager David P." über den Bildschirm, er sucht "eine Frau mit Klasse". Es folgen: Tierärztinnen, Kinderärzte, Anwälte. Deutschlands Akademiker sind gerade ziemlich angestrengt auf der Suche.

Kaum eine ist so hartnäckig wie die namenlose Schönheit, die stets nur in den Internet-Bannern der Partnervermittlung auftaucht. "Juristin, temperamentvoll" heißt es unter dem Bild - aber trotz all ihrer vermeintlichen Vorzüge scheint sich für die Holde einfach kein Kerl zu finden: Denn "Juristin, temperamentvoll", geistert nun schon seit mehr als eineinhalb Jahren durchs Netz - und hat immer noch keinen Mann. Obwohl sie doch eine Elite Partnerin ist!

Das Schicksal der Unvermittelbaren bewegt mittlerweile die Internet-Öffentlichkeit. In Foren und Blogs wird über Gründe spekuliert: Vielleicht liegt die erfolglose Suche ja an einem Mangel an Bewerbern? Schließlich darf ja nicht jeder um ihre Gunst werben: "Wir vermitteln bei weitem nicht jeden", heißt es in dem Unternehmen.

Wer nur auf ein kurzes Techtelmechtel aus sei, komme als Elite Partner nicht in Frage: Man wolle ausschließlich langfristige Beziehungen stiften. Auch nach intellektuellen Kriterien werde streng gesiebt: "Wenn etwa in einer Bewerbung zu viele Rechtschreibfehler sind, lehnen wir sie ab", sagt eine Sprecherin.

Einladung zur Parodie

Doch zumindest im Netz wird den elitären Ansprüchen von Elite Partner der Respekt konsequent verweigert. "Elite Partner - Abzocke mit Niveau" heißt es in einer von unzähligen Parodien, die auf den Videoportalen im Internet kursieren. In Szene gesetzt wird auch die stilbewusste blonde Architektin: Mit Mickey-Mouse-Stimme und wenig schmeichelhaften Kommentaren.

Das Schicksal im Web teilt sich Elite Partner freilich mit der Konkurrenz. Der Anbieter e-Darling bekommt von der parodiefreudigen Netzgemeinde ebenfalls einiges ab (Er: "Ich bin 27, noch Jungfrau, und das wollte ich ändern... " - Sie: "Der Sex war furchtbar, das mache ich nie wieder."), auch Marktführer Parship kommt nicht ohne Häme davon.

Lieblingsobjekt der Spötter ist aber die ewig einsame Elite-Juristin: Nach anderthalb Jahren immer noch übrig zu sein, spreche ja nicht sehr für die Vermittlungsqualitäten der Agentur, ätzt ein Blogger. Andere mutmaßen, die Juristin sei via Computerprogramm aus Bildern verschiedener Stars zusammengesetzt worden.

"Die Juristin ist ein ganz normales, bezahltes Model, das symbolisch für unsere Klientel steht",widerspricht die Unternehmenssprecherin - und eröffnet damit den scharfzüngigen Bloggern gleich ein neues Feld: "Man sollte ,Serviervorschlag' auf die Juristin schreiben", schreibt ein Kommentator, "wie bei den Suppenpackungen von Knorr".