Der Börsengang der Deutschen Bahn lohnt sich vor allem für Konzernchef Mehdorn: Er könnte im Extremfall 1,4 Millionen Euro Sonderhonorar kassieren - die Gewerkschaften sind sauer.
Hartmut Mehdorn lässt nicht locker. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB) reist kreuz und quer durch die Welt, um private Investoren aufzutreiben. Am Persischen Golf will sich der Bahnchef mit Bankmanagern aus den reichen Ölstaaten treffen, die über viel Kapital verfügen. Der seit langem geplante Börsengang der DB, des letzten großen Staatsunternehmens in der Bundesrepublik, soll mindestens vier bis fünf Milliarden Euro bringen. Wegen der Krise an den Finanzmärkten hat die Regierung den Verkauf der Aktien zwar verschoben, aber Mehdorn arbeitet rund um den Globus weiter unermüdlich auf die teilweise Privatisierung hin.
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn: Der Börsengang geht wohl erst im kommenden Jahr über die Bühne. (© Foto: dpa)
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Daheim im eigenen Lande gibt es derweil wieder einmal Ärger, wie so oft bei der Bahn. Der Vorstand soll für den Börsengang Sonderzahlungen erhalten, was bei den Gewerkschaften nicht gut ankommt. Als "ungeschickt und nicht vermittelbar" bezeichnet das die Arbeitnehmervereinigung GDBA. Die Lokführer-Organisation GDL spricht von einem "Bonus für die Verschleuderung von Volksvermögen". Die größte Bahngewerkschaft, die Transnet, fordert gar eine Sondersitzung des Aufsichtsrats. Gewerkschaftschef Lothar Krauß verlangt "Transparenz" bei den Honoraren für den Vorstand.
Tantiemen an der Börse
Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Im Prospekt für den Börsengang, der bislang geheim ist, der aber rechtzeitig vor der Ausgabe der ersten Aktien veröffentlicht werden müsste, sind alle Zahlen enthalten. Die Gehälter, die jährlichen Zulagen und die Sonderhonorare für den Börsengang, alles ist genau aufgelistet. Der mehrere hundert Seiten lange Bericht liegt der Süddeutschen Zeitung auszugsweise vor. Mehdorn könnte im für ihn besten Fall 1,4 Millionen Euro Sonderhonorar für den Börsengang kassieren, die anderen Vorstände kämen auf 1 oder 1,2 Millionen Euro. Dazu müssten aber nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen schon weit mehr als die zuletzt kalkulierten gut fünf Milliarden Euro in die Kassen von Bund und Bahn fließen.
Das gilt im Aufsichtsrat als unrealistisch. Dort hofft man auf wenigstens 4,5 bis 5 Milliarden Euro. Das sei das Ziel. Laut Börsenprospekt wird die "Zielerreichung" bei Mehdorn mit 560.000 Euro honoriert, bei Finanzvorstand Diethelm Sack mit 480.000 Euro und bei den anderen Vorständen mit 400.000 Euro. Auch Mindestzahlungen sind vorgesehen, falls es überhaupt zum Börsengang kommt: 140.000 Euro bei Mehdorn, 120.000 Euro bei Sack und 100.000 Euro bei den übrigen Vorständen. Mehdorn sagte vor einigen Wochen dem Stern, man müsse den Managern "Möhrchen" geben, damit diese sich anstrengten, die Bahnaktien möglichst teuer zu verkaufen.
Weitaus interessanter für die Konzernspitze sind indes die Möhren, die jährlich auf den Tisch kommen. 2009 sollen laut Börsenprospekt die Grundgehälter und Leistungszulagen deutlich steigen, teilweise um 20 Prozent und mehr. Beispiel Mehdorn: Dieses Jahr kassiert er 750.000 Euro Grundgehalt, nächstes Jahr sind 900.000 Euro vorgesehen. Dieses Jahr steht ihm eine Zulage von 1,15 Millionen Euro zu, falls der vom Aufsichtsrat verabschiedete Finanzplan eingehalten, nächstes Jahr sind es 1,35 Millionen Euro. Diese Beträge können deutlich steigen, sofern das Konzernergebnis deutlich besser ausfällt. Als Zulage sind für Mehdorn in diesem Jahr maximal 2,99 Millionen Euro drin, im nächsten Jahr 3,51 Millionen Euro. Das ergibt sich alles aus dem Börsenprospekt.
Die Bahn erklärte auf Anfrage, 2007 seien die Vorstandsbezüge gegenüber dem Vorjahr gesunken. "Die Vergütung liegt nach wie vor im unteren marktüblichen Bereich." So wird das auch in Aufsichtsratskreisen gesehen. Im Vergleich zu anderen Großunternehmen bezahle die Bahn ihre Manager eher moderat. "Bei einem Chemie-, Energie- oder Autokonzern bekommt man für dieses Geld keinen Vorstand." Im übrigen habe die Bahn ihre Betriebsergebnisse über Jahre hinweg deutlich gesteigert. Auch Transnet-Chef Krauß steht offenbar zu diesen Bezügen, die er im Personalausschuss des Aufsichtsrats selbst mitbeschlossen haben soll. Krauß verlangt nun, den gesamten Aufsichtsrat über die Zahlen zu informieren und so die Debatte zu versachlichen. Das sei kein Thema für "wüste Spekulationen", es gehe um die Sache.
Sonderschichten beim ICE
Die Gewerkschaften hätten durchgesetzt, dass auch die Transportleistungen der Bahn ein Maßstab für die Bezahlung des Vorstands seien, sagt Krauß. Das politische Ziel, "mehr Verkehr auf die Schiene" zu bringen, werde so umgesetzt. In seiner eigenen Organisation könnte Krauß wegen den Vorstandsbezügen allerdings unter Druck geraten. "Unsere Leute leisten Sonderschichten wegen der Probleme beim ICE", während das Management kassiere, schimpft ein führender Transnet-Funktionär. Aus der Partnergewerkschaft GDBA ist ähnliches zu hören. Für zusätzlichen Unmut in der Belegschaft könnte der Umstand sorgen, dass ausgerechnet Personalchefin Margret Suckale die höchsten Zuwächse im Gehaltsgefüge aufweist. Suckale hat mit den Gewerkschaften viel gestritten und hart verhandelt.
Ihr Gehalt soll von 400.000 Euro in diesem auf 550.000 Euro im nächsten Jahr steigen; bei den Leistungszulagen soll der Zuwachs 25 Prozent betragen. Im günstigsten Fall könnte Suckale 2009 fast zwei Millionen Euro Sonderhonorar bekommen. Sie übernimmt zusätzliche Aufgaben im Konzern und hat als einziger weiblicher Vorstand der Bahn auch den größten Nachholbedarf. Ihre Kollegen in der Konzernspitze verdienen deutlich mehr. Auch deren Gehälter und Leistungszulagen sollen steigen, allerdings weniger stark als bei Suckale.
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(SZ vom 31.10.2008/mel)
Ungewöhnliche Energiegewinnung
Im Aufsichtsrat von Aktienunternehmen sitzen im allgemeinen die falschen Leute. Auf der Aktionärsseite sind es die Vorstände anderer Unternehmen. Dies wird im wesentlichen von Banken und Fonds durchgesetzt. Die Menge der Kleinaktionäre oder auch Belegschaftsaktionäre nimmt normalerweise nicht an den Hauptversammlungen teil. Die Arbeitnehmerseite wird normalerweise von Gewerkschaftsfunktionären besetzt. Ich arbeitete übrigens über 25 Jahre in einer DAX AG und wurde nie zu einer Delegiertenwahl zur Aufsichtsratswahl aufgefordert, obwohl das so im Gesetz steht. Der Betriebsrat benannte stattdessen die Delegierten. Er nannte das "Friedenswahl". Im Gesetz kann man die Friedenswahl nicht finden.
Wenn die Vorstände jeweils gegenseitig in den Aufsichtsräten sitzen, ist es einfach, die Gehälter hochzuschaukeln. "Ich stimme Deiner Gehaltserhöhung zu, wenn Du meiner zustimmst." So einfach funktioniert das System.
Ein weiteres Problem ist, dass die Aufsichtsratssitzungen grundsätzlich geheim sind. Sicher soll der Wettbewerb nichts über strategische Ausrichtungen erfahren. Aber der Gesetzgeber könnte bestimmte Dinge freigeben, z.B.: Wie sieht die nächste Gehaltsstruktur aus und wer hat dafür gestimmt. Was war der Gegenvorschlag und wie sahen die Argumente dafür und dagegen aus.
Die Gewerkschaften sitzen mit am Tisch, wenn über die Gehälter der der Vorstände diskutiert wird. Man hört von diesen Gewerkschaftsleuten nie, nie, nie etwas, solange nicht eine Gehaltszahlung an die Öffentlichkeit gerät.
Manche Gewerkschafter haben sogar schon abgestritten, dass sie der Gehaltserhöhung zugestimmt haben. Kommt die Sache aus irgendeinem Grunde vor Gericht und die Protokolle werden eröffnet, muss man leider feststellen, dass die Gewerkschafter gelogen haben und für die Erhöhung gestimmt haben. Aber Hauptsache, das Geld für die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat fließt.
Im Mittelalter gabs den Adel und die Bauern.
Der Adel beutet die Bauern aus, und schlägt sich die Bäuche voll.
Vielleicht hab ich da etwas übersehen aber...
funktionniert unser System nicht nach dem selben Prinzip??
Verdienen sie, was sie verdienen Herr Mehdorn?
In Deutschland wuchert kriminelle Energie die Gier einiger Zeitgenossen nimmt Überhand es ist an der Zeit diesen Kriminellen das Handwerk zu legen.
Seit dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn sind die Bezüge für die acht Vorstandsmitglieder um 400 Prozent gestiegen, in den Jahren 1999 bis 2005 laut Geschäftsbericht von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro.2007
Mehdorn und seine 5 Vorstandskollegen haben sich im letzten Jahr (2007) eine Gehaltserhöhung von 8 Millionen zubilligen lassen.
Übrigens wer hat die Gehaltserhöhung von 300% genehmigt?
Die Bahnkunden?
Der Aufsichtsrat richtig - und dort sitzen übrigens auch 3 Herren aus der Politik.
Noch einige Schweinerein der Vergangenheit von Bahnchef Mehdorn.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/41/152653/
Bahnchef Mehdorn kündigt Stellenabbau und Preiserhöhungen an
Tiefensee weist Mehdorn in die Schranken
http://www.focus.de/finanzen/news/bahn_aid_233542.html
Bahn-Sparpläne
Mehdorn von allen Seiten unter Beschuss
http://www.focus.de/finanzen/news/bahn-sparplaene_aid_233806.html
Bahn: Preiserhöhungen wegen höherer Personalkosten
http://www.querblog.de/2008/02/24/bahn-preiserhoehungen-wegen-hoeherer-personalkosten/
In unserem System herrscht eine totalitäre Schieflage was haben diese Kriminellen in Nadelstreifen in den letzten 10 Jahren aus Deutschland gemacht.
Für mich persönlich ist diese Entwicklung erschreckend.
Die Geier greisen über Deutschland und es werden immer mehr.
Wenn das so weiter geht ist Deutschland am Ende.
Zitat:; Im Vergleich zu anderen Großunternehmen bezahle die Bahn ihre Manager eher moderat. "Bei einem Chemie-, Energie- oder Autokonzern bekommt man für dieses Geld keinen Vorstand.
Genau mit diesem blödsinnigen Argument ( dass andere Firmen ihre Mitarbeiter besser bezahlen ) hab ich auch mal bei meinem Chef um Gehaltserhöhung nachgefragt.
Antwort: Da müssen Sie halt zu den anderen Firmen wechseln.
Also Kollege Mehdorn, frag mal nach ob sie nicht bei Siemens oder der Deutschen Bank einen Vorstands-Rentner ( Hr. Mehdorn ist 65 ) brauchen.
Paging