RWE Dividende null

Der RWE-Aufsichtsrat billigt einen Ausschüttungsstopp - gegen vehementen Protest der Kommunen. Dutzende nordrhein-westfälische Kämmerer werden in diesem Jahr ohne die übliche Dividende des Essener Konzerns auskommen müssen.

Von M. Bauchmüller, Berlin

Dutzende nordrhein-westfälische Kämmerer werden in diesem Jahr ohne die übliche RWE-Dividende auskommen müssen. Der Aufsichtsrat des Essener Konzerns billigte am Donnerstag den Vorschlag des Vorstandes, die Ausschüttung auszusetzen. Allein die Besitzer von Vorzugsaktien sollen noch eine Mini-Ausschüttung von 13 Cent je Anteilsschein bekommen. In den vergangenen beiden Jahren hatte der in der Vergangenheit für seine verlässlichen Ausschüttungen bekannte RWE-Konzern noch einen Euro pro Aktie gezahlt. Das entsprach einer Gesamtauszahlung von 615 Millionen Euro.

Wenn die Hauptversammlung dem zustimmt, sollen in diesem Jahr gerade noch insgesamt fünf Millionen Euro an die Vorzugsaktionäre fließen. Die Kommunen hatten sich vehement gegen die Kürzung gewehrt. RWE-Chef Peter Terium hatte damit argumentiert, nur so lasse sich das kriselnde Unternehmen wieder stärken - zumal nun die Aufspaltung ansteht, in das konventionelle Kraftwerksgeschäft einerseits und eine neue Firma andererseits. Sie soll sich um das Geschäft mit erneuerbaren Energien, die Stromnetze und den Vertrieb kümmern. Die neue Firma ihrerseits soll an die Börse gehen.

Der Aufsichtsrat hat auch das Personaltableau gebilligt. Demnach soll Terium von April an Vorstandschef der neuen Ökosparte werden, sein bisheriger Vize Rolf-Martin Schmitz dagegen der künftige RWE-Chef - des dann stark geschrumpften Konzerns. Bis der Börsengang der neuen Tochter vollzogen ist, soll Terium beide Jobs behalten. Das gleiche gilt für Finanzvorstand Bernhard Günther. Er wird in die neue Tochter, deren Name noch unbekannt ist, wechseln. Bis zum Börsengang aber bleibt auch er auf dem alten Posten.

Arbeitsdirektor Uwe Tigges soll bis Ende April 2017 sowohl in der RWE AG als auch in der neuen Tochter Personalvorstand bleiben. Dies stelle sicher, "dass die strukturellen Anpassungen bis zum erfolgreichen Börsengang der neuen Gesellschaft im Sinne beider Konzernteile vollzogen werden", sagte Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Hildegard Müller, bis vor kurzem Chefin des Branchenverbands BDEW, soll in der neuen Gesellschaft als Netzvorstand fungieren, Hans Bünting als Vorstand erneuerbare Energien. Bislang leitete er die Tochter RWE Innogy. Das Vertriebsgeschäft übernimmt Martin Herrmann, der derzeit den internationalen Vertrieb bei RWE leitet.