Miserables Zeugnis für die Arbeitsagentur: Arbeitssuchende würden nicht beraten und mit Ein-Euro-Jobs werde im großen Stil Missbrauch getrieben.
Eine Sprecherin des Bundesrechnungshofs in Bonn bestätigte einen entsprechenden Bericht der Hannoverschen Allgemeine Zeitung (HAZ) am Freitag.
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Die Mängel sind nach dem Bericht weitgehend unabhängig davon, ob die Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit oder kommunalen Trägern erbracht wurden.
Extremen Missbrauch stellten die Prüfer laut HAZ bei den Ein-Euro-Jobs fest, für die mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben worden sei. "Bei zwei Drittel der geprüften Maßnahmen war mindestens eine Fördervoraussetzung nicht erfüllt." Hier müsse es verschärfte Kontrollen geben.
Hartz-IV-Empfänger warteten nach dem Prüfbericht im Durchschnitt neun Wochen vom Leistungsbeginn an auf ein qualifiziertes Erstgespräch bei einer Vermittlungskraft, berichtete das Blatt.
Beratung vorzeitig eingestellt
Bis zur Vorlage einer schriftlichen Vereinbarung zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt vergingen durchschnittlich 16 Wochen. In jedem dritten Fall würden überhaupt keine Eingliederungsvereinbarungen geschlossen. Würden sie getroffen, vergingen bis zum Abschluss durchschnittlich 16 Wochen.
Bei drohender Langzeitarbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr stellten die Ämter in einem Drittel der Fälle in den letzten drei Monaten des Bezugs von Arbeitslosengeld I die weitere Beratung ein, zitierte die HAZ aus dem Bericht.
Von der letzten Beratung bis zum ersten Gespräch bei den Hartz-IV-Stellen vergingen durchschnittlich 139 Tage.
Der Bundesrechnungshof hatte die Umsetzung der Grundsicherung für Arbeitssuchende im Jahr 2007 analysiert und das Ergebnis jetzt intern in einem Bericht dem Bundestag übermittelt.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn/jkr)
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Die Mitarbeiter in den Job-Centern sind aus den verschiedensten Behörden zusammengezogen worden, dabei mehr schlecht als recht auf ihre Tätigkeit in den Job-Centern vorbereitet worden und/oder haben selber oft nur Zeitverträge ...
Wie @ exi schon ausführte, sind die Mitarbeiter der Job-Center selber unterschiedlich gut oder schlecht für diese Tätigkeit ausgebildet bzw. qualifiziert und haben nur sehr wenig Handlungsspielraum für echte Integrations- und Förderungsmaßnahmen, die Arbeitslose in den sog. "ersten Arbeitsmarkt" integrieren sollen ...
Deshalb beschränkt sich die Tätigkeit der Job-Center im Wesentlichen auf die Verwaltung der Arbeitslosen, denen viele Fortbildungen und (Um)Schulungen aufgrund interner Arbeitsanweisungen erst nicht vorgeschlagen und/oder genehmigt werden dürfen ...
Daneben werden Arbeitslose -politisch gewollt- in unnütze Qualifizierungsmaßnahmen gezwungen, die allein den "certifizierten" Bildungsträgern Nutzen und eher den Charakter einer Arbeitsbeschaffungs- oder einer Beschäftigungsmaßnahme haben - andere Arbeitslose werden als billige Arbeitskraft zu 1-Euro-Jobs genötigt, die auch nicht auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten und integrieren ... Wieder andere Arbeitslose werden, meist über Zeitarbeitsfirmen(!), in Niedriglohn-Jobs vermittelt, wo sie trotz einer 40-Stunden-Woche auch weiterhin auf Sozialleistungen angewiesen bleiben - und im Krankheits- oder Urlaubsfall obendrein KEINE Lohnfortzahlung haben ...
Im Ergebnis darf die Bundesanstalt für Arbeit ihre vom Bundesfinanzminister jährlich zugewiesenen Mittel nicht wirklich zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit einsetzen - und überweist die "Überschüsse" am Jahresende zurück an den Bundesfinanzminister ...
Regierungspolitiker feiern regelmäßig weiter rückläufige Arbeitslosenzahlen, während die Gesamtzahl der Empfänger von Sozialleistungen seit Jahren NICHT sinkt - und die Sozialkassen durch unsoziale Reformen und sinkende Einkommen bald leer sind ...
Das Hauptproblem ist doch, dass die ARGE gar keine Jobs vermitteln kann, weil sie keine Angebote hat. Die Sachbearbeiter verwalten ihre Kartei und bieten hirnrissige Umschulungen an, weil sie es müssen und weil es sich gut in der Statistik macht. Und wenn ich an die qualifizierten Erstgespräche denke meiner "Schützlinge", da graust es mich, bei soviel Ignoranz und Arroganz.
Da braucht man doch keinen Rechnungshofbericht um festzustellen dass es Mängel gibt.
Und andererseits schicken sie ehemalige Mathematikprofessoren in Kurse für Grundrechenarten und ausgebildete Fremdsprachenkorrespondentinnen (Englisch) in Englischkurse für Schulabbrecher.
Bei der ARGE ist noch nie wirklich beraten worden es gibt die proschüren da solle man sich schlaulesen. die Sache hat nur einen Hagen, wenn man am ente ist weiß man nicht mehr was am Anfang und mittendrin und überhaupt was da aussagekräftig ist. des weiteren muss eine Langzeitarbeitssuchende seit 1995 ohne Führerschein auf dem Land wohnend geringfügige Schulausbildung abgeschlossene teillehre mindestens 2 Bewerbungen monatlich schreiben. nur leider wo? das sagen sie ihr nicht. aber es droht massive Geldeinbuße. Hilfe von der ARGE erwarten, Zwecklos.
Zitat:
Hartz-IV-Empfänger warteten nach dem Prüfbericht im Durchschnitt neun Wochen vom Leistungsbeginn an auf ein qualifiziertes Erstgespräch bei einer Vermittlungskraft, berichtete das Blatt.
Zitat Ende
Das ist schon ein Widerspruch in sich. Eine Tautologie gewissermaßen.
"Ein qualifiziertes Erstgespräch mit einer Vermittlungskraft..." äähhh mit Verlaub, aber diese gestrandeten Vermittler beim AA sind froh, dass sie nicht selbst Kunde der Behörde sind, für die sie arbeiten.
Paging