Die Chefs von General Motors, Chrysler und Ford konnten bei ihrem Hilfsappell vor dem US-Senat nicht überzeugen. Das lag nicht zuletzt an falscher Symbolik und fehlenden Argumenten.
Wer auf der Los Angeles Auto Show unterwegs war, musste nicht lange suchen, um die Zeichen der Krise zu erkennen. Carlos Ghosn, Chef von Renault-Nissan, beeilte sich bei seiner Eröffnungsrede, jedes Gerücht über Allianzen mit amerikanischen Autobauern im Keim zu ersticken: "Wir müssen unser Geld zusammenhalten", sagte er.
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Rick Wagoner (GM), Robert Nardelli (Chrysler), Alan Mulally (Ford): Keine überzeugende Vorstellung. (© Foto: Reuters)
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General Motors hat die eigene Pressekonferenz gleich ganz abgesagt, auch die angekündigte Vorstellung des Cadillac CTS Coupé fiel aus. Chrysler zeigte ebenfalls keine neuen Modelle, deren Ausstellungsstücke wurden sogar nur notdürftig beleuchtet.
Ähnlich gespenstisch ging es zeitgleich in Washington zu, wo die Chefs der (einstmals) großen Drei, der führenden US-Autohersteller General Motors, Chrysler und Ford, den Staat um Geld anbetteln mussten. In den zweitägigen Anhörungen wurden sie hart rangenommen und machten dabei keine gute Figur.
Steuermilliarden für den eigenen Luxus
Ein Beispiel: Der kalifornische Kongressabgeordnete Brad Sherman bat die drei Topmanager Rick Wagoner (General Motors), Alan Mulally (Ford) und Robert Nardelli (Chrysler) um Handzeichen, wer denn zur Anreise auf einen Flug mit dem Privatjet verzichtet hätte. Keine Hand ging nach oben. Dann fragte er, ob einer von ihnen bereit wäre, den Privatjet zu verkaufen und per Linienflug nach Hause zurückzukehren. Wieder kein Handzeichen. Mehrere Abgeordnete schlugen danach noch in diese Kerbe. Genüsslich wurde das Bild von arroganten Managern gezeichnet, die Steuermilliarden abgreifen wollen, um weiter ihrem Luxus zu frönen.
Im Beispiel geht es nur um Symbolik - der Verkauf eines Privatjets würde die weltweit agierenden Autohersteller sicher nicht retten.
Es illustriert jedoch, wie wenig es den Konzernchefs gelugen ist, das Vertrauen der anwesenden Abgeordneten in der öffentlichen Anhörung zu gewinnen. Es war ein Fehler, den Hilfsappell mit einer Drohung zu begründen, nämlich mit drei Millionen Jobs, die in den USA auf dem Spiel stünden (Wagoner).
Dies sorgte bei den Politikern eher für Skepsis als für Hilfsbereitschaft. Sie verlangten einen Plan dafür, inwieweit das geforderte 25-Milliarden-Dollar-Paket helfen werde, das die Automanager als "Überbrückungskredit" bezeichneten. So fragte John Campbell, Republikaner aus Kalifornien: "Wie sieht die andere Seite der Brücke aus? Was werden sie anders machen als sie es vor sechs Monaten geplant hatten."
Falsche Managemententscheidungen
Eine überzeugende Antwort blieben die Chefs der Big Three schuldig. Die Automobil-Analystin Maryann Keller verglich im Gespräch mit den Detroit News die Anhörungen mit dem Jahr 1979. Damals warb Chrysler-Chef Lee Iacocca um die Rettung seines Unternehmens. "Der konnte erklären, wie er das Geld später wieder zurückzahlen würde. Das habe ich von Wagoner und seinen Mitstreitern nicht gehört."
Die sonst so stolzen Topmanager mussten sich von den Abgeordneten auch anhören, dass sie mit falschen Managemententscheidungen, einer falschen Modellpolitik und ungenügendem Kundenservice selbst für die jetzige Misere verantwortlich seien.
Judy Biggert, Abgeordnete aus Illinois, brachte die skeptische Haltung der Volksvertreter auf den Punkt: "Warum sollten wir jemanden retten, der die Art von Autos, die die Leute wollen, immer noch nicht baut?" Daniel Howes, Kolumnist der in Branchenkreisen hochangesehenen Detroit News hält den misslungenen Auftritt der Konzernchefs für ein sehr ungutes Signal. "Für den Rest der USA ist Detroit in der Vergangenheit gefangen" schreibt er.
(sueddeutsche.de/pak)
Mubarak-Prozess in Ägypten
warum wurde das finanzpaket fuer die investmentbanken und wallstreet hingegen beschlossen? haben sich deren manager nicht genauso schuldig gemacht wie die manager der grossen drei?
gerade vor kurzem wurde noch berichtet wie das geld des bailout paktes der banken zu 10 prozent fuer die boni deren manager verwendet wird. und vor kurzem wurde ebenfalls berichtet, dass eben diese manager erstmal in den urlaub fahren, auf kosten der "staatseigenen" firma.
fuer mich doppelzuengigkeit. absurd, wie 3 millionen mittelstandsjobs (oder vielleicht unterschichtjobs) in detroit abzutun und sich gleichzeitig um 200 tausend wallstreetjobs ruehrend zu kuemmern.
genauso absurd, den 3 (!!!) managern von autokonzeren ihren luxus vorzuwerfen und es gleichzeitig den hunderten top managern von misswirtschaftenden amerikanischen banken durchgehen zu lassen.
rette sich wer kann.
Wenn ds Mal so einfach wäre. Und was machen Sie mit den menschen, die dort arbeiten und ihren Lebensunterhalt dort verdienen.? Das sind nicht alles Vorstände.
mir vor wie unsere BK Merkel und unser Wimi Glos die Manager und BR von Opel gefragt hat ? Gibt es davon keinen Tonbandmitschnitt ? Verzichten sie für die nächsten Jahre auf überbordene Privilegien ? Neeeiiinnn!!! die Bürgschaft brauchen wir für unsere Gehälter und Boni liebe Regierung, also bitte geben sonst verhungern wir.
Auch Wiedeking ging nach Canossa:
doch wollte er kein Geld.
textuniversum.de/index.php5?topic=viewer&text=12
Moin, moin!
Viele Leser der SZ haben mit manchen Redakteuren gemeinsam das hohe Einkommen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking von aktuell mehreren Millionen Euro im Jahr.
Viele wissen vielleicht nicht, warum Herr Wiedeking eine so hohe Vergütung erhält + wieso er ein anderer Fall ist als z.B. der ehemalige DaimlerChrysler-Chef Schrempp.
Als Porsche 1992/93 in einer schweren Krise steckte, sollen die Hausbanken eine Kreditvergabe an Porsche davon abhängig gemacht haben, dass Wiedeking mit seinem Privatvermögen haften würde. Für diese Bereitschaft, unternehmerisch zu handeln (im Gegensatz zu den meisten nur angestellten Managern) wurde ihm von denPorsche-Eignern ein Anteil von 0,9% am Porschegewinn zugesprochen.
Ich denke, daß dies für Porsche und die Porschemitarbeiter eine lohnende Transaktion war, von der GM, Ford + Chrysler nur träumen können...
Paging