Raumfahrt Umstrittener Investor steigt bei OHB aus

US-Investor Guy Wyser-Pratte.

(Foto: Jin Lee/Bloomberg)

Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte gibt seine Anteile am Bremer Raumfahrtkonzern ab - mit ordentlichem Gewinn.

Von Dieter Sürig

Der US-Investor Guy Wyser-Pratte, 77, hat bei der Bremer Raumfahrtfirma OHB anscheinend seinen Schnitt gemacht. In einer Stellungnahme bestätigte er der SZ, dass er seine OHB-Papiere verkauft habe. Der britische Branchendienst Activistmonitor hatte zuvor berichtet, dass der Investor ausgestiegen sei, weil er die Aktie mittlerweile für überbewertet halte.

Ergänzend schrieb Wyser-Pratte nun, er habe einen Gewinn von 120 Prozent erzielt. Nach eigenen Angaben hat er seit Oktober 2015 etwa ein Prozent der OHB-Aktien gehalten und dafür insgesamt 3,5 Millionen Euro investiert. Somit dürfte er nun einen Gewinn von etwa 4,2 Millionen Euro einstreichen.

Wyser-Pratte hatte seit dem Sommer für Wirbel gesorgt, weil er in mehreren Briefen dem von der Familie Fuchs geführten Konzern Intransparenz und Ineffizienz vorgeworfen hatte. Auch deswegen, weil Mutter Christa Fuchs, 79, den Aufsichtsrat und Sohn Marco Fuchs, 55, das Tagesgeschäft führt. "OHB hat hervorragende Produkte und ist eines der spannendsten Unternehmen in Europa, aber in der Führung muss aufgeräumt werden", sagte er. Die Strategie des Unternehmens sei nicht dazu geeignet, im globalen Wettbewerb der boomenden Raumfahrtbranche zu bestehen.

Während es ihm gelang, in anderen Unternehmen wie der Augsburger Roboterfirma Kuka, die Führung zu stürzen, konnte er bei OHB, zu 70 Prozent in Familienbesitz, allenfalls den Aktienkurs treiben. Ziel sei es auch gewesen, "Geld zu machen, so wie alle Investoren", gibt er unumwunden zu, um dann noch "Frohe Weihnachten" zu wünschen. Eine vorgezogene Bescherung war es für ihn allemal. "Natürlich freut es uns, wenn OHB-Investoren Gewinne erzielen", sagte Marco Fuchs der SZ. Darin liege schließlich der Sinn des Aktienmarkts. "Wir haben aus diesem Austausch auch Anregungen gewonnen, die uns für die Zukunft hilfreich sein können."

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