Pestizide Glyphosat-Bericht bleibt unter Verschluss

Der umstrittene Risikobericht für das Pestizid Glyphosat, den das Bundesinstitut für Risikoforschung für die EU erstellt hat, bleibt geheim.

Von Silvia Liebrich

Der umstrittene Risikobericht für das Pestizid Glyphosat, den das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) im Auftrag der EU erstellt hat, bleibt erst einmal unter Verschluss. Das hat die EU-Kommission nun klar gestellt. Zumindest so lange, bis die europäische Lebensmittelaufsicht Efsa mit der Prüfung der Unterlagen fertig sei. Was voraussichtlich Mitte November der Fall sein dürfte, wie es weiter hieß. Damit lehnt die europäische Regierung eine Petition der Transparenzinitiative Lobbycontrol ab, die 16 000 Menschen unterzeichnet haben. Die Organisation hatte eine Offenlegung des Risikoberichts gefordert. Kritiker werfen der Behörde vor, es habe unter anderem Studien ignoriert, die mögliche Krebsrisiken belegen. Ein Verdacht, der sich nicht belegen lässt, solange der Bericht nicht veröffentlicht ist. Die Behörde weist den Vorwurf zurück. Eine Lobbycontrol-Sprecherin kritisierte am Mittwoch die Entscheidung der EU: "So bleibt der Zivilgesellschaft keine Chance mehr, den endgültigen Bericht zu kommentieren und damit Einfluss auf die Entscheidung der Efsa zu nehmen." Der Bericht des BfR müsse sofort veröffentlicht werden, forderte sie. Glyphosat wird weltweit in der Landwirtschaft genutzt, um Unkraut auf Feldern zu vernichten oder die Reife von Getreide zu beschleunigen. Häufig eingesetzt wird es auch in Verbindung mit Gentechnik. Die Zulassung des Ackergifts in der EU läuft in den nächsten Monaten aus und muss verlängert werden. Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei der Bericht der deutschen Behörde BfR.