Nordrhein-Westfalen Grüne fordern Pfand auf Weinflaschen

Noch pfandfrei: Weinflaschen

(Foto: Imago Stock&People)

Kaum leergetrunken, werden sie kurz und klein geschlagen: Die Grünen sorgen sich um Weinflaschen. Die Fraktion in NRW schlägt nun vor, für sie Pfand einzuführen.

Für Softdrinks in Plastikflaschen oder Alu-Dosen gilt es. Für Bierflaschen sowieso. Nach dem Willen der Grünen in Nordrhein-Westfalen soll jetzt auch auf Weinflaschen Pfand erhoben werden. Dies sagte Reiner Priggen, Fraktionschef der Grünen im Düsseldorfer Landtag, der Rheinischen Post.

Priggen sei es unbegreiflich, dass man unter erheblichem Aufwand hergestellte Weinflaschen nach einmaligem Gebrauch kurz und klein schlage, zitiert ihn die Zeitung. Aus den Scherben würden dann mit großem Energieaufwand wieder neue Weinflaschen hergestellt. "Eigentlich sollten wir uns dafür schämen", sagte er.

Das bisherige System zur Glasverwertung nütze demnach nur den Entsorgungsunternehmen. Deshalb müsse ein neues Pfandsystem aufgebaut werden, das auch für andere Lebensmittel gültig sein soll, die in Gläsern verkauft werden. Dafür sollen acht verschiedene Glasgrößen ausreichend sein, sagt Priggen, und fordert die Bundesregierung auf, entsprechend tätig zu werden.

Kritik an dem Vorstoß der Grünen kommt von der Opposition im NRW-Landtag. CDU-Umweltexperte Rainer Deppe sieht darin "Reglementierungswut" und fürchtet Pfand auf Marmeladen- und Würstchengläser. FDP-Abgeordneter Henning Höne bezweifelt, dass eine Ausweitung der Pfandpflicht die bestehenden Probleme im Recycling-System lösen könne. Außerdem sei die Frage, wie das umzusetzen sei: "Sollen die Weinflaschen dann zurück nach Südafrika, Spanien oder Kalifornien?", sagte er der Rheinischen Post.