Späte Reue: Mehrere Monate nach Bekanntwerden der Bespitzelungsaffäre bei der Telekom will sich Konzernchef Obermann nun bei den Betroffenen entschuldigen.
Rückhaltlos und ohne Vorbehalte: Telekom-Chef René Obermann, von seinen Mitarbeitern meist nur "Dobermann" genannt, hat in der Spitzelaffäre erneut eine volle Aufklärung der Vorfälle angekündigt. Außerdem wolle sich das Unternehmen bei allen Betroffenen entschuldigen, sagte Konzernchef Obermann am Donnerstag in Bonn.
Klare Ansagen: Telekom-Chef Obermann will den Abhörskandal aufklären lassen und sich entschuldigen. (© Foto: dpa)
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Dazu müsse aber zunächst klar sein, wem welches Unrecht geschehen sei, sagte der Vorstandsvorsitzende bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Hierzu benötige die Telekom die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen. Nach Angaben eines Sprechers der Bonner Staatsanwaltschaft dauern die Ermittlungen an.
Vor knapp drei Monaten hatte die Telekom eingeräumt, dass in den Jahren 2005 und 2006 Verbindungsdaten zwischen Aufsichtsräten und Journalisten missbräulich überprüft worden seien. Ziel war es, undichte Stellen im Konzern ausfindig zu machen. Bei der Staatsanwaltschaft erstattete die Telekom Anzeige.
Ins Fadenkreuz der Ermittler sind dabei der frühere Telekom-Vorstand Kai-Uwe Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel geraten.
Herber Rückschlag für die Telekom
Der Konzern schrumpft, denn die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal leichte Rückgänge bei Umsatz und operativem Gewinn hinnehmen müssen. Unter dem Strich stand jedoch satter ein Gewinnrückgang um 34,8 Prozent auf 394 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte.
Ursache dafür waren nach Firmenangaben Sondereinnahmen im vergangenen Jahr durch den Verkauf von T-Online France.
Zudem hätten einmalige Belastungen durch Zinszahlungen im abgelaufenen Quartal infolge einer niedrigeren Bonitätsbewertung durch Ratingagenturen negativ zu Buche geschlagen. Vorstandschef Obermann bekräftigte allerdings die Geschäftsprognose für das Gesamtjahr.
Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank im Zeitraum April bis Juni um 1,1 Prozent auf 4,850 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um 2,9 Prozent auf 15,125 Milliarden Euro.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt beim bereinigten Ebitda mit einem Rückgang um zwei Prozent auf 4,804 Milliarden Euro und beim Überschuss mit einem Zuwachs um 24,8 Prozent auf 759 Millionen Euro gerechnet.
Beim Umsatz war ein Minus von 2,9 Prozent erwartet worden.
Betriebsbedingte Kündigungen möglich
Zur Verringerung der Personalkosten werden auch Entlassungen für möglich gehalten. "Wir können betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen", bekräftigte Vorstandschef Obermann. Dies sei zwar nur die letzte Möglichkeit. Der Vorstand müsse sich aber auch damit auseinandersetzen, was zu tun sei, falls die Personalkostenziele nicht mit dem freiwilligen Ausscheiden von Mitarbeitern zu erreichen seien.
Zuletzt hatte die Telekom ein Abfindungsprogramm für ihr Geschäftskundensparte T-Systems bekanntgegeben, das Sorgenkind des Konzerns.
Die Telekom hat in Deutschland seit dem vergangenen Jahr 11.500 Arbeitsplätze abgebaut - das entspricht 7,5 Prozent der Stellen. Damit ergab sich angesichts von Zuwächsen im Ausland konzernweit ein Stellenabbau um 2,8 Prozent oder 6900 Arbeitsplätze. Der bereinigte Personalaufwand sei damit um vier Prozent gesunken, sagte Finanzchef Karl-Gerhard Eick.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/hgn/mel)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Ich bin erst zufrieden, wenn die Verantwortlichen - nicht die Bauernopfer - in den Knast wandern.
angestellten belauscht, ist und bleibt ein widerling.
aber was solls;
hauptsache der rubel rollt in den taschen derer die solche stasimethoden in ihren betrieben einführen.
und noch schlimmer ist die unfähigkeit der grossen koalition sich mit diesem thema zu beschäftigen.
Das mag sein. Es würde aber reichen um die 3000 Mitarbeiter die nun entlassen werden sollen bei der T-Systems mit einem Netto-Gehalt von 3000 Euro zu entlohnen - für 200 Jahre.
Diese Rechnung finde ich noch viel besser.
Das hört sich nach mehr an als es ist.
Das ist gerade mal gut 3% von den 15.000 Mio Umsatz...
Die Kunst der Heimleitung besteht nun darin, den Umsatz mit den Artikeln zu steigern, die eine gute Marge haben und unprofitable Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Es zählt nicht der Umsatz, sondern was unter dem Strich bleibt.
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