Widerstand aus der Industrie: Der Mittelstand erteilt dem pauschalen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im kommenden Jahr eine Absage.
Die Wirtschaft hat vor zu hohen Erwartungen an Arbeitsplatzzusagen der Unternehmen gewarnt. "Eine Garantie, dass es keine Entlassungen geben wird, kann die Wirtschaft insgesamt nicht abgeben", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Ulrich Brocker, der Frankfurter Rundschau zufolge.
"Eine Garantie, dass es keine Entlassungen geben wird, kann die Wirtschaft nicht geben": Der Mittelstand lehnt pauschale einen pauschalen Verzicht auf Kündigungen ab. (© Foto: ddp)
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Allerdings werde jeder einzelne Betrieb alles tun, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Ähnlich äußerte sich der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, Michael Hüther.
Brocker forderte die Arbeitnehmer und ihre Vertretungen in den Unternehmen auf, durch Zugeständnisse beim Gehalt die Beschäftigungssicherung zu ermöglichen. "In einigen Fällen müssen die Betriebsräte abwägen, ob ein hohes Entgelt oder der Erhalt des Arbeitsplatzes wichtiger ist", sagte er. So müssten die Betriebsräte in der Metallbranche Betriebsvereinbarungen zustimmen, die eine Reduzierung der Arbeitszeit und entsprechend des Entgelts zuließen.
Hüther sagte den Dortmunder Ruhr Nachrichten: "Die deutsche Wirtschaft kann keine allgemeine Job-Garantie geben." Zwar versuche man jetzt, den großen Dax-Unternehmen diese Garantien abzuringen, aber "letztlich ist es eine sehr unterschiedliche Struktur von Unternehmen, die gemeinsam haben, dass sie zu den 30 großen börsennotierten Dax-Unternehmen zählen".
Der Mittelstand lehnte unterdessen einen pauschalen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im Jahr 2009 ab. "Lippenbekenntnisse helfen niemandem", wird der Präsident des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, im Münchner Merkur zitiert. Er sei jedoch davon überzeugt, dass die mittelständischen Unternehmen "auch 2009 trotz schwierigster Rahmenbedingungen ihrer beschäftigungspolitischen Verantwortung gerecht werden".
Spielräume nutzen
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz begrüßte die Ankündigung erster Unternehmen, auf Kündigungen zu verzichten. Dem Hamburger Abendblatt sagte der SPD-Politiker: "Es ist ein gutes, aber auch notwendiges Signal, wenn die großen Unternehmen auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten." Er rief weitere Firmen auf, sich dieser Ankündigung anzuschließen und stellte Unterstützung in Aussicht "zum Beispiel mit dem Kurzarbeitergeld".
Der Vorsitzende der IG-BCE, Hubertus Schmoldt, bekräftigte die Bereitschaft der Gewerkschaften, alles zu tun, um die Arbeitsplätze über die Krise zu bringen. Dem Handelsblatt sagte er, nach dem Schutzschirm für die Finanzmärkte müsse es jetzt darum gehen, einen Schutzschirm für die Arbeitsplätze zu errichten.
Schmoldt kündigte an, dazu alle Spielräume in den Tarifverträgen zu nutzen - von Arbeitszeitkonten und der Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit bis zu den Flexibilisierungsspielräumen bei den Entgelten. Er schloss sogar neue Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen nicht aus, sollten die erweiterten Möglichkeiten für Kurzarbeit nicht ausreichen.
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(sueddeutsche.de/AP/dpa/cag/tob)
Gysi gegen Lafontaine
nur: eine organisation ist nur so gut wie ihre mitglieder :-)
und genau da ist es doch auch wieder so: wer ist an was interessiert ... solang es kleintelpolitik ist, was die einzelnen betreiben (müssen) ändert sich nix dran.
Die Alternative wäre, dass Gewerkschaften keine Tarifverträge unterschreiben, die unwürdig sind. Dann wird halt gestreikt, aber Streik, Arbeitskampf, das ist unseren Gewerkschaften fremd!
Die Gewerkschaften hätten die Aufgabe die Fakten zu nennen, die Missstände hinauszuschreien, zu bekämpfen, Solidarisch mit allen Arbeitnehmern und Arbeitslosen zu sein.
Was unsere Gewerkschaften treiben führt nur zu weiterer Legitimierung von Ausbeutung und Abschaffung von Arbeitnehmerrechten.
ich bin mitgleid einer gewerkschaft, auch wenn ich arbeitslos bin (dass mir diese nicht 100% passt, steht auf einem anderen blatt, die alternative wäre allerdings (find ich) noch schlimmer :-))
und: je mehr leute in diesen gewerkschaften sind, die arbeitslos sind, umso mehr muss sich diese auch mit dieser klientel auseinander setzen. das wäre der weg.
was die unternehmen machen, ist im grunde harakiri, nur haben sie es wies aussieht nicht begriffen
dann nur aus einem einzigen Grund: die Betrieben haben in der Vergangenheit bereits jede noch so kleinste Art von zuviel Personal abgeschmolzen. jetzt sind nur noch die da, die unbedingt notwendig gebraucht werden. Und, daß man die nicht verlieren will, ist ja wohl klar.
Aber...... man könnte noch dort, wo Tariflöhne gezahlt wurden anfangen zu drücken oder weiter ins Ausland verlagern...
400 Euro Job und Lohnsklaven zählen ja eh nicht zu den Schutzwürdigen. (Her kann man studieren, wie falsch die Geschichte mit den Leiharbeitern war) Die werden als erste auf die Straße gesetzt. Jeder Zeitarbeitsfirma, die Leiharbeiter entläßt sollte die Zulassung sofort entzogen werden.
Stundenlöhne unter 7,50 sind keine menschenwürdigen Löhne. Die Unternehmen können gar nicht alle diese Jobs abschaffen, denn sie brauchen sie. Sie wollen sie nur so billig wie möglich haben. jetzt ist die blase geplatzt und die Regierung sollte die Würde der Arbeiter wieder herstellen, in dem der Mindestlohn überall eingeführt wird.
Wenn dann doch noch Billigjobs wegfallen, ist es nicht schlimm, denn es waren keine Jobs.
Eine Garantie, dass es keine Entlassungen geben wird, kann die Wirtschaft insgesamt nicht abgeben.Nirgendwo gibt es eine allgemeine Job-Garantie . Gewinne sind alles, das A und O der Betriebe. Von den Gewinnen sind die Lohnkosten schon abgezogen, so daß ein Wiedereinsatz dieser schon steuertechnisch zu Problemen führen kann. Außerdem erwarten z.B. Aktionäre eine anständige Bilanz, ansonsten laufen wir in Gefahr, das die Aktionäre ihr Kapital abziehen. Dann haben wir die Krise. Und womit begründet die ARG ihre Daseinsberechtigung? und die damit verbundene Verschleuderung der Beiträge für die Katz? Ach ja, das ist Regierungsmentalität. Die Arbeitslosen müssen bei Laune gehalten werden, sonst bekommt die Regierung die Krise. Dafür bezahlen aber wir nicht die Rechnung. Besser die Abeitslosen bekommen die Krise. Auf diese kann man immer zurückgreifen. Absatzschwierigkeiten? Binnenmarkt? Wir sehen keine Krisen, die Gewinne halten uns stark. Ansonsten beanspruchen wir.....Hilfe vom Staat.
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