Hypothekenstreit JP Morgan soll fast sechs Milliarden an Investoren zahlen

Die Großbank JP Morgan muss geschädigte Investoren abfinden - diesmal soll es um fast sechs Milliarden Dollar gehen. Mit der US-Regierung hatte sich JP Morgan bereits auf 13 Milliarden zur Beilegung eines Rechtsstreits geeinigt.

Erst am Samstag war bekannt geworden, dass JP Morgan 13 Milliarden Euro an US-Behörden zahlen wird. Nun steht die Großbank im Hypothekenstreit offenbar erneut vor einer milliardenschweren Einigung - diesmal mit einer Gruppe von Investoren.

Vertreter des Geldhauses und Anleger hätten sich am vergangenen Freitag getroffen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Die Vereinbarung könnte eine Geldbuße von knapp sechs Milliarden Dollar vorsehen. Die Einigung sei aber noch nicht offiziell besiegelt. Sowohl die Financial Times als auch das Wall Street Journal hatten von der sich anbahnenden Einigung berichtet.

Zu der Gruppe von mehr als einem Dutzend Investoren zählten unter anderem die Allianz-Sparte Pacific Investment Management, BlackRock und Neuberger Berman, hieß es weiter. Die Anwältin der Geschädigten, Kathy Patrick, äußerte sich nicht dazu. Bei JP Morgan war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Am Wochenende hatten Medien berichtet, dass sich JP Morgan mit dem Justizministerium und anderen Behörden auf die Zahlung von 13 Milliarden Dollar geeinigt habe, um den Rechtsstreit beizulegen. Möglicherweise könnte der Vergleich die Bank am Ende aber lediglich neun Milliarden kosten, da ein großer Teil steuerlich absetzbar wäre.

In dem Streit geht es um den Verkauf riskanter Wertpapiere, die als ein Auslöser der weltweiten Finanzkrise ab 2007 gelten. Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden viele mit Hypotheken besicherte Wertpapiere weitgehend wertlos. Die Besitzer machten hohe Verluste. Viele Institute, die die Papiere kauften, gerieten in Schwierigkeiten und wurden staatlich mit Milliardenhilfen gestützt.