Glücksspiel in den USA Besonders die Indiander sind betroffen

New Jerseys republikanischer Gouverneur Chris Christie investierte mehrere Hundert Millionen Dollar, um die Glücksspielbranche in dem von Strukturproblemen geplagten Staat neu aufzubauen. Im benachbarten New York ließ der demokratische Gouverneur Mario Cuomo am 5. November vorigen Jahres die Bürger darüber abstimmen, ob sie das Verbot des Glücksspiels in dem Bundesstaat abschaffen wollen. Die Bürger sagten "Ja", und jetzt bewerben sich 22 Investoren um vier Kasino-Lizenzen.

Ein Kasino soll zum Beispiel in den Catskill Mountains entstehen, einem berühmten, aber heruntergekommenen Feriengebiet zweieinhalb Autostunden nördlich von Manhattan. Wie auch immer die Lizenzen schließlich vergeben werden, ein Ergebnis der Entscheidung New Yorks ist vorhersehbar: Der Wettbewerb um die schrumpfenden Umsätze der Glücksspielbranche wird zunehmen.

Das hat unmittelbare Konsequenzen für eine besondere Bevölkerungsgruppe: Amerikas Indianer. Für viele Stämme sind Kasinos seit Jahren die wichtigsten Einnahmequellen, der Wohlstand hat sich durch Glücksspiele deutlich verbessert. Die Indianer nutzen den besonderen Status ihrer Reservate - einerseits souveräne Gebiete, andererseits integraler Bestandteil der Vereinigten Staaten -, um Kasinos auch in den Bundesstaaten zu betreiben, in denen Glücksspiel normalerweise verboten ist. In New York gab es vor der Abstimmung im vorigen November bereits fünf Indianer-Kasinos, alle liegen im wirtschaftlich schwachen Westen und Norden des Bundesstaates. Sie müssen sich nun einen auf heftigen Verdrängungswettbewerb einstellen.

Das Geld floss direkt in die Taschen der Stammesmitglieder, die es klug investierten

Im benachbarten Connecticut sind zwei der größten und profitabelsten Indianer-Kasinos Amerikas betroffen: das Foxwood, betrieben vom Stamm der Pequot, und die Mohegan Sun, betrieben von den Mohegan. In beiden gehen bereits jetzt die Umsätze zurück - im April waren es elf und vier Prozent weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Auf Long Island steht das Kasino-Projekt der Shinnecock, einem kleinen Stamm mit einem winzigen Reservat, kurz vor dem Scheitern.

Landesweit ist die Bedeutung der Indianer-Kasinos kaum zu überschätzen. Im Jahr 2009 betrieben 237 Stämme in 28 Bundesstaaten Glücksspiel. Die Einnahmen flossen zum Teil direkt in die Taschen der Stammesmitglieder, vor allem aber investierten die Stammesregierungen in Ausbildung, Gesundheitsvorsorge und Infrastruktur. Es steht also viel auf dem Spiel, wenn der Verdrängungswettbewerb härter wird.

Ein Ort blieb unterdessen von der Krise völlig unberührt: Las Vegas. Die Stadt - sie gilt seit der Weltwirtschaftskrise weltweit als Inbegriff des Glücksspiels - steigerte ihre Kasino-Umsätze im April laut Moody's um 3,2 Prozent auf 469 Millionen Dollar. Das Original ist offenbar auch in der Krise nicht zu schlagen.