Unternehmen vergeben immer mehr Aufgaben an Fremdfirmen. Deren Angestellte werden oft mit Werkverträgen beschäftigt - und verdienen deshalb weniger. Eigentlich sollte das Modell Arbeitsplätze sichern, aber jetzt geißeln Gewerkschaften es als Lohndrückerei.
Sie räumen Regale bei Rossmann ein oder montieren Achsen für den Porsche Cayenne. Sie zerlegen bei Großschlachtern wie Tönnies Schweine oder laden im Europalager bei Ikea in Dortmund nachts Container ab - und haben eines gemeinsam: Als Werkvertragsbeschäftigte sind sie nicht bei Rossmann, Porsche, Tönnies oder Ikea angestellt, sondern bei einem Subunternehmen, das nur Billiglöhne bezahlt und seinerseits "je Werk", also für eine bestimmte Leistung, honoriert wird. An solche Fremdfirmen vergeben die Unternehmen immer mehr Aufgaben. Werkverträge sind für die Gewerkschaften zum neuen Billiglohn-Modell in Deutschland geworden.
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Auch wer bei Rossmann Regale einräumt, ist oft mit einem Werkvertrag bei einer Fremdfirma beschäftigt. (© ddp)
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Werkverträge werden zunehmend in Industriebetrieben eingesetzt, um die Lohnkosten zu drücken. Stammbelegschaften werden dadurch reduziert und durch Beschäftigte von Werkvertragsunternehmen ersetzt", sagt IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel. Amtliche, bundesweite Zahlen gibt es darüber nicht. Eine Umfrage unter den Betriebsräten der Stahlindustrie deutet aber darauf hin, dass sich dieses Phänomen ausbreitet.
Auch Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), macht sich deshalb Sorgen: In der Schlachtindustrie sind bis zu 80 Prozent der Beschäftigten aus Subunternehmen, häufig aus Rumänien. "Ein Vorarbeiter beaufsichtigt dann eine Schar von Werkvertragsarbeitnehmern, die teilweise unter extrem schlechten Bedingungen und für Hungerlöhne arbeiten", kritisiert Möllenberg.
Auf dem Bau gibt es Werkverträge schon lange. "Viele Großbaufirmen haben einige hundert eigene Leute und stocken nach Bedarf um den Faktor fünf bis zehn mit Werkvertragsbeschäftigten auf", sagt Frank Schmidt-Hullmann, Abteilungsleiter bei der IG BAU. Der Mindestlohn, der in fast allen Gewerken am Bau gilt, werde dabei häufig mit Tricks umgangen, was für die Kontrolleure vom Zoll nur schwer nachzuweisen sei.
Nun lehnen die Gewerkschaften Werkverträge nicht generell ab, wenn sie für Arbeiten vergeben werden, die einmalig oder nur ab und zu anfallen, sodass sich eigenes Personal nicht lohnt. "In manchen Fällen kann die Auslagerung bestimmter Geschäftsbereiche Arbeitsplätze erhalten oder sogar neu schaffen", heißt es bei der IG Metall. Doch inzwischen setzten Unternehmen, die Leiharbeiter aufgrund von Vereinbarungen mit der Gewerkschaft gleich gut bezahlen, "gleichzeitig Werkvertragsunternehmen ein, die niedrigere Löhne zahlen", sagt Wetzel. Auch arbeitgebernahe Arbeitsrechtler propagieren Werkverträge "als Alternative zur regulierten Zeitarbeit". Denn dort gibt es jetzt Mindestlöhne. Außerdem sind Zeitarbeiter durch ein neues Gesetz nun besser geschützt.
Wie das neue Billiglohn-Modell funktioniert, lässt sich am besten im Einzelhandel studieren. Dort unterstützen 120 Subfirmen mit 350.000 Beschäftigten die Händler, vor allem beim täglichen Einräumen der Regale. Für viele von ihnen gilt seit 1. Mai ein Tarifvertrag. Abgeschlossen hat ihn auf Arbeitnehmerseite die DHV, die zum umstrittenen Christlichen Gewerkschaftsbund gehört. Er garantiert Regaleinräumern einen Brutto-Stundenlohn von sechs Euro im Osten und 6,50 Euro im Westen. Zeitarbeiter erhalten längst mehr Geld. Und in den Einzelhandelstarifen ist für solche körperliche Arbeiten fast das Doppelte fällig. Konkurrent Verdi spricht von einem "Gefälligkeitstarifvertrag". Die Bundesregierung sieht bei den Werkverträgen "keinen Handlungsbedarf".
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(SZ vom 28.11.2011/jab)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Seit Jahren wissen die Betriebsräte der großen Arbeitgeber, speziell die in Bayern, dass die Stammbelegschaft systematisch gegen Leiharbeiter ausgetauscht werden. Die Firmen gründen dazu sogar unter den Augen der Betriebsräte eigene '"Leiharbeitsfirmen" um daraus dann das billige Personal schöpfen zu können. Oder sie beschäftigen über Jahrzehnte best ausgebildete behinderte Menschen aus der Stiftung Pfennigparade ( extra gegründete Firmen) über sogenannte Dienstverträge!!!!!
Ich verstehe die jetzige Aufregung nicht. Man muß sich dazu nur den Artikel der Mittelbayerischen Zeitung zum Thema BMW Regensburg anschauen.
In den Aufsichtsräten dieser Firmen sitzen Betriebsräte sowie die IG-Metall Funktionäre als "Wächter". Ja was "bewachen"
sie denn, vielleicht ihren eigenen Geldbeutel!!!!
Seit Jahren wissen die Betriebsräte der großen Arbeitgeber, speziell die in Bayern, dass die Stammbelegschaft systematisch gegen Leiharbeiter ausgetauscht werden. Die Firmen gründen dazu sogar unter den Augen der Betriebsräte eigene '"Leiharbeitsfirmen" um daraus dann das billige Personal schöpfen zu können. Oder sie beschäftigen über Jahrzehnte best ausgebildete behinderte Menschen aus der Stiftung Pfennigparade ( extra gegründete Firmen) über sogenannte Dienstverträge!!!!!
Ich verstehe die jetzige Aufregung nicht. Man muß sich dazu nur den Artikel der Mittelbayerischen Zeitung zum Thema BMW Regensburg anschauen.
In den Aufsichtsräten dieser Firmen sitzen die Betriebsräte sowie die IG-Metall Funktionäre als "Wächter" der Arbeitnehmer. Ja was "bewachen" sie denn, vielleicht ihren eigenen Geldbeutel!!!!
Seit Jahren wird uns die Gier der Bonzen vor Augen geführt und die Auswirkungen sind jedem Arbeiter bewußt. Dennoch sieht niemand die Notwendigkeit Mitglied einer Gewerkschaft (nicht die Pseudogewerkschaften der Arbeitgeber und Sklavenhändler) zu sein. Diese sind die einzige Lobby des Arbeiters, doch viele geniessen Tarifschutz ohne jemals Mitglied gewesen zu sein. Dadurch schwächen sie auch die Macht des Arbeitnehmers. Der "schlaue deutsche Sklave" wählt als Arbeiter lieber Unternehmer oder Bänkerpartei aber bitte nie eine Arbeiterpartei, was wohl daran liegt das niemand die Parteiprogramme ließt. Gottergeben bewegt man sich in der Stammsekte (Konfession genannnt), ließt die "Wahrheit" aus dem meistverkauftem Schmierblatt, wählt die, die für die Armut verantwortlich sind, kauft einheimische Autos von NS Verbrechern, buckelt vor Kriminellen und fragt sich bei jedem Artikel.... "wie kann das nur sein?" Jeder Arbeiter in Deutschland ist dafür verantwortlich was er den Bonzen eingesteht, aber anstatt etwas zu ändern ists leichter sich zu Beschweren um dann den "Allerwertesten" wieder aufs Sofa zu bewegen und zu jammern. Die Macht der Bonzen und Sklavenhändler erwächst aus unserer Untätigkeit und wir verwenden sinnlos unsere Aktivitäten und Energie den wirklich Schuldigen zu finden.... das kann jeder sein....... nur nicht wir selbst.
was sich die Heuschrecken einfallen lassen, um sich auf Kosten der Arbeitnehmer eine goldene Nase zu ergaunern.
Wo's Sinn machen würde, einen Werkvertrag abzuschließen, etwa wenn eine große Münchner Elektronikfirma einen öffentlichen Arbeitgeber mit PC's und Anwendungen ausstatten soll, wird natürlich ein Dienstvertrag geschlossen; - da kann man viel besser Folgerechnungen stellen. Und wer jetzt meint, die Politiker müssten ja nur andere Verträge schließen, denkt zu einfach. Man bekäme gar keine Vertragspartner unter dieser Bedingung, selbst wenn man nicht auf künftige Vorstandsposten bei einer solchen Firma schielte.
Und natürlich sehen unsere - nur dem Namen nach - "christlichen" Parteien keine Veranlassung zu handeln, wenn eine - nur dem Namen nach - "christliche" "Arbeitgebervertretung" einer solchen Regelung zustimmen. (Ich komm' aus den Anführungszeichen gar nicht mehr raus!)
wenn früher die Gewerkschaften mal etwas "gegeisselt" haben, dann waren Tausende Arbeiter im Ausstand auf der Strasse und haben Remmidemmi gemacht ! Heutzutage laden sie wohl zum 5 Uhr Diskussionsabend mit Nieren-und Blasentee !
Wozu gibt es diese Vereine überhaupt noch ? Ein bisschen Schimpfen auf Misstände, daß könnten doch auch die Betriebsräte erledigen, mit gleichem Null-Effekt. Also wozu Gewerkschaften, wenn sie Jahrzentelang nur zusehen und dann nur kläglich winselnd die Stimmlein erheben ? Googelt mal nach "Arbeitskampf" und / oder "Streik" !
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