Frankreich Untersuchungen bei Renault - Aktienkurs stürzt ab

  • Beamte des französischen Finanzministeriums haben an einigen Standorten des Autobauers Renault Durchsuchungen durchgeführt.
  • Der Aktienkurs des Unternehmens brach daraufhin zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent ein.

Der Autobauer Renault ist ins Visier der französischen Behörden geraten. Ein von der Regierung nach dem VW-Abgasskandal eingesetzter Ausschuss habe im Rahmen seiner Untersuchungen Teile und Werke geprüft, teilte der französische Autobauer am Donnerstag mit. Bei ersten Tests einer vom Umweltministerium eingesetzten Kommission sei keine betrügerische Software in Renault-Fahrzeugen gefunden worden, betonte Renault.

Zuvor hatte Florent Grimaldi von der französischen Gewerkschaft CTG gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt, Beamte des Finanzministeriums hätten Büros aufgesucht, die mit Abgasuntersuchungen bei Renault zu tun haben. Grimaldi bestätigte damit einen Bericht der Agentur AFP. Er habe den Eindruck, dass der Besuch mit Abgastests in Verbindung stehen könnte, sagte Grimaldi weiter.

Größter Aktienabsturz seit der Finanzkrise 2008

Der Aktienkurs des französischen Autobauers brach nach den Prüfungen zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent ein, Renault büßte dadurch rund fünf Milliarden Euro an Börsenwert ein. Später erholte sich der Kurs wieder etwas.

Auch der Aktienkurs von Autobauer Peugeot verlor zwischenzeitlich knapp acht Prozent an Wert. Das Stichwort "Abgastest" weckt bei Aktionären offenbar schlimme Assoziationen. Autobauer Volkswagen steht seit vergangenem Herbst unter Druck, weil der Konzern millionenfach eine Software in Autos einbaute, die bei Abgastests die Prüfer austricksen sollte. Die französischen Behörden prüfen seit Bekanntwerden der Affäre die Abgaswerte von VW-Autos, aber auch die vieler anderer Hersteller.