Frankreich Ab jetzt gilt Tempo 80

Schilderaustausch auf der Landstraße: Statt 90 Stundenkilometer sind nur noch 80 erlaubt.

(Foto: Sebastien Bozon/AFP)

Die neue Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen soll die Zahl der Verkehrstoten senken. Doch die Maßnahme wird von vielen als irrsinnig empfunden.

In Frankreich gilt seit Sonntag ein verschärftes Tempolimit: Auf den meisten Landstraßen darf nur noch höchstens Tempo 80 gefahren werden. Die Regierung in Paris will damit die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr senken. Bisher galt eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometern auf Landstraßen. Betroffen von dem neuen Tempolimit sind zweispurige Straßen ohne trennenden Mittelstreifen. Wer zu schnell fährt, dem droht eine Geldbuße von mindestens 68 Euro.

Tempo 80 ist in Frankreich heftig umstritten: Laut Umfragen lehnen es drei Viertel der Franzosen ab. Der größte französische Automobilclub "40 Millionen Autofahrer" (40 millions d'automobilistes) nannte das neue Tempolimit "irrsinnig" und eine "typische Pariser" Erfindung, die sich gegen die Landbevölkerung richte. Auch Kommunen und Abgeordnete protestierten gegen das neue Tempolimit. Einige Gemeinden weigerten sich sogar, die neuen Tempo-80-Schilder aufzustellen.

Viele Einheimische und Urlauber nutzen Landstraßen, um die Autobahnmaut zu umgehen. Der ADAC warnte Urlauber schon im Vorfeld: "Auto- und Motorradfahrer, die gerne auf die Tube drücken, haben es in Frankreich künftig schwerer." In Deutschland gilt auf Landstraßen weiter Tempo 100 als Regelgeschwindigkeit.

Die Regierung in Paris argumentiert, die Zahl der Verkehrstoten könne durch das Tempolimit um bis zu 400 pro Jahr sinken. Die Gegner überzeugt dies aber nicht: In Paris demonstrierten am Samstag erneut einige hundert Autofahrer gegen die Maßnahme. "Das ist nur eine riesige Abzocke, sie wissen nicht mehr, woher sie Geld holen sollen. Das ärgert alle, das wird Staus zur Folge haben und Unfälle. Es ist komplett absurd", so ein Gegner.