Fehler in Sondermünze für James Joyce Ein "that" zu viel

Einen großen Schriftsteller zu ehren war das Ziel. Das Ergebnis ist eine große Peinlichkeit. Die irische Zentralbank ließ eine Sondermünze für James Joyce prägen. Doch dummerweise hat die einen Fehler. Die Erklärung der Bank kann man kreativ nennen - oder unverschämt.

Von Antonie Rietzschel

Bereits im Alter von zwölf Jahren war der irische Schriftsteller James Joyce fasziniert von Homers Odyssee. 1922 zu seinem 40. Geburtstag erschien sein Roman "Ulysses", in dem er Homers Werk in das Dublin zur Jahrhundertwende verfrachtet. Das Buch gilt als Revolte gegen die verstaubte epische Erzählform, Joyce wirkte mit "Ulysses" an der Entwicklung des modernen Romans mit. Nicht nur in seiner Heimat wird er als literarische Größe verehrt.

Nun fand es die irische Zentralbank an der Zeit, diesem Schriftsteller eine speziell geprägten Zehn-Euro-Münze zu widmen: Seit zwei Tagen können die Iren diese für 46 Euro kaufen. Sie zeigt ein Porträt von James Joyce. Aber auch ein Zitat aus dessen Hauptwerk "Ulysses". So steht auf der Münze:

"Ineluctable modality of the visible: at least that if no more, thought through my eyes. Signatures of all things that I am here to read."

Ausgerechnet hier ist der Bank ein Malheur passiert. Das "that" im letzten Satz ist zu viel. Wie die irische Zeitung Independent schreibt, hat die Zentralbank ihren Fehler eingeräumt. Die Münzen, deren Anzahl auf 10.000 begrenzt ist, bleiben dennoch im Verkauf, die Kunden würden über den Fehler informiert und könnten die Münze zurückgeben. Die Zentralbank versucht sich herauszureden:

"While the error is regretted, it should be noted that the coin is an artistic representation of the author and text and not intended as a literal representation."

Eine buchstäbliche Wiedergabe soll bei dem Text nicht beabsichtigt gewesen sein? Wer glaubt denn so was? Außerdem wirkt die Ehrung von Joyce und "Ulysses" damit eher halbherzig und wird diesem großen literarischen Werk nicht mehr gerecht. Denn das Buch hat dem Schriftsteller schwer zugesetzt: Sieben Jahre hat er an dem Roman geschrieben. An jedem Wort hat er sich abgearbeitet. So sehr, dass er nach der Fertigstellung völlig erschöpft war und ein Jahr lang nicht mehr schreiben konnte.