Fairer Handel mit Entwicklungsländern Deutsche Verbraucher kaufen Fairtrade-Produkte für 500 Millionen Euro

Bei Rosen beträgt der Marktanteil der Organisation Transfair zufolge schon 20 Prozent, auch bei Bananen und Kaffee greifen die Kunden immer häufiger zu Fairtrade-Produkten. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz erstmals bei mehr als 500 Millionen Euro - trotzdem sind die Waren immer noch Nischenprodukte.

Waren aus "fairem Handel" sind bei Verbrauchern immer stärker gefragt. Im vergangenen Jahr kauften Kunden in Deutschland mit einem Fairtrade-Siegel versehene Waren im Wert von 533 Millionen Euro - ein Plus von 33 Prozent. Diese Zahlen präsentierte der Kölner Verein "Transfair" am Donnerstag. Besonders stark hätten sich die Verkäufe bei fair gehandelten Blumen, Bananen und Kaffee entwickelt.

Der Trend zu immer mehr verkauften Fairtrade-Produkten hält seit mehr als einem Jahrzehnt an. Insgesamt sind die Waren aber immer noch ein Nischenprodukt. Im Schnitt habe jeder Verbraucher 2012 etwa sechs Euro für Fairtrade-Erzeugnisse ausgegeben, so Transfair. Bei Rosen betrage der Marktanteil aber bereits knapp 20 Prozent und auch jede dritte Bio-Banane trage bereits ein Fairtrade-Siegel. Demnächst sollen auch Kosmetikartikel eingeführt werden.

"Seit dem vergangenen Jahr sind Fairtrade-Produkte flächendeckend im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Jetzt gilt es, die Sortimente weiter auszubauen und mehr Markenartikler ins Boot zu holen, insbesondere im Süßwarenbereich", sagte Dieter Overrath, der Geschäftsführer des Transfair-Vereins.

Transfair organisiert in Deutschland den fairen Handel von Produkten aus Entwicklungsländern, vergibt auch das "Fairtrade"-Qualitätssiegel und kontrolliert, ob die Kriterien für einen fairen Handel tatsächlich eingehalten werden. Mit "Fairtrade" ist das Ziel verknüpft, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern in Entwicklungsländern zu verbessern. Ihnen werden feste Verträge und Mindestabnahmepreise garantiert. Im Gegenzug müssen etwa das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Mindestlohnvereinbarungen beachtet werden.

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