Ex-NRW-Ministerpräsidentin Kraft soll Aufsichtsrätin bei Steinkohlekonzern RAG werden

Wechselt in den Aufsichtsrat der Ruhrkohle AG: Hannelore Kraft.

(Foto: Getty Images)
  • Die Ex-NRW-Ministerpräsidentin soll einem Bericht zufolge in den Aufsichtsrat der der Ruhrkohle AG (RAG) einziehen.
  • Nach ihrer Wahlniederlage hatte sie sich zunächst komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
  • Ihr neuer Arbeitgeber hat in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Aufgabe zu bewältigen: die Umnutzung der ehemaligen Bergbaugebiete zu organisieren.

Die frühere Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft (SPD), zieht offenbar in den Aufsichtsrat des Steinkohlekonzerns RAG ein. Wie die WAZ unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, soll Kraft den SPD-Landtagsfraktionschef Norbert Römer beerben, der sein Mandat im Aufsichtsrat niedergelegt hatte. Ihre Amtszeit soll demach zunächst bis zum Frühjahr 2019 gehen, es werde im Anschluss aber mit einer Wiederwahl gerechnet.

Nach der verlorenen Landtagswahl im Mai hatte Kraft noch am Wahlabend all ihre Parteiämter niedergelegt und sich dann zunächst weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Ihren Aufsichtsratsposten bei der Ruhrkohle AG (RAG) nimmt sie in einer Zeit des Wandels ein: Ende 2018 schließen die letzten beiden RAG-Bergwerke im Ruhrgebiet. Danach soll sich der Konzern um die Umnutzung und den Strukturwandel der ehemaligen Bergbaugebiete kümmern.

Es sind sogenannte Ewigkeitsaufgaben, die dem Konzern dann bevor stehen: Regenwasser, das in die Gruben einsickert, muss abgepumpt werden, weil es Grundwasser verunreinigen könnte. Bergschäden müssen beseitigt, Flächen renaturiert werden. Die Kosten schätzen Experten auf 220 Millionen Euro im Jahr - Ende offen.

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