Der Essener Warenhauskonzern Hertie könnte wegen finanzieller Probleme des britischen Hauptinvestors Dawney Day zahlungsunfähig werden.
Dem Essener Warenhauskonzern Hertie mit 4100 Beschäftigten droht wegen finanzieller Probleme des britischen Hauptinvestors Dawney Day die Insolvenz. Das wurde am Mittwoch nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Essen aus Finanzmarktkreisen bekannt. Es gebe nur noch "eine kleine Chance, einen Strohhalm", hieß es. Dies müsse aber schnell umgesetzt werden. Dabei gehe es um Stunden oder Tage.
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Hertie: Nur noch "eine kleine Chance, einen Strohhalm" (© Foto: dpa)
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Nach einem Bericht der Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung steht das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium bereits seit Tagen in Kontakt mit der Warenhausgruppe.
Nach Informationen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (beide Donnerstagausgabe) erwägt das Ministerium eine Bürgschaft, die unternehmensnahen Kreisen zufolge eine Rettung möglich mache.
Neue Sicherheiten nötig
Die Kette mit bundesweit 73 Warenhäusern erwirtschaftet seit Jahren Millionenverluste. Für das laufende Geschäftsjahr sollen es nach Branchenschätzungen 30 Millionen Euro sein. Nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks hat das Finanzhaus Dawnay Day bei der Sitzung erklärt, die Verluste nicht länger ausgleichen zu können.
Damit seien neue Sicherheiten für die Fortführung des Betriebs nötig, hieß es in den Kreisen. Das Londoner Finanzhaus hält seit knapp drei Jahren 85 Prozent an Hertie, 15 Prozent besitzt die britische Unternehmensberatung Hilco.
Die Investoren hatten die Warenhäuser, die meist in mittelgroßen Städten liegen, 2005 vom damaligen KarstadtQuelle-Konzern (heute Arcandor) gekauft und sie mit einem neuen Konzept als "Nachbarschaftskaufhäuser" neu ausgerichtet. Das weit verzweigte Finanzhaus Dawnay Day ist nach Medienberichten als Folge der Finanzmarktkrise jetzt selbst in Schwierigkeiten.
Folgen für den Städtebau
Laut WDR verhandelt die Essener Geschäftsleitung zur Zeit mit einem möglichen neuen Investor, um die Hertie-Warenhäuser vor dem Aus zu retten. Sollten die Gespräche mit dem potenziellen Käufer negativ ausgehen, müsse Hertie laut Betriebsrat spätestens Montag Insolvenz anmelden.
Die Hertie-Häuser sind in manchen Städten die letzten innerstädtischen Warenhäuser. Eine Insolvenz hätte auch städtebaulich erhebliche Folgen. Der zuständige Sekretär der Gewerkschaft Verdi, Johann Roesch, der auch im Hertie-Aufsichtsrat sitzt, nannte das Konzept des Unternehmens vor wenigen Tagen noch "zukunftsfähig".
Wenn Dawnay Day komplett ausfalle, halte er einen Verkauf in Teilen für wahrscheinlicher als den Einstieg eines großen Investors. Handelsketten stehen derzeit marktweit unter Druck.
Vor wenigen Wochen hatte die Textilkette Wehmeyer Insolvenz anmelden müssen. Offiziell zum Verkaufskandidaten erklärt wurden auch die Kaufhof- Warenhäuser.
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(sueddeutsche.de/dpa/hgn)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Eine Schlagzeile die eigentlich niemand mehr beachtet.
Schulterzucken und naja, was solls.
Wieder einmal zeigt sich wie Missmanagement und nicht kontrolliertes Marktverhalten zum Verlust von Betrieben und Mitarbeitern führt. Die Aktionäre zucken mit den Schultern, einige davon sind auch wütend und die Mitarbeiter verlieren ihre Existenz.
Die Fehler der Warenhauskonzerne sind alt und die eigentlichen Sündenböcke längst mit Millionenabfindungen im Ruhestand. In den Achtzigern wurden die innovativen, jungen Kräfte in die Wüste geschickt. Sie gründeten viel heute sehr erfolgreiche Unternehmen,den Media-Markt als bedeutendstes Projekt.
Die alte Garde der Warenhäuser lebte in der Illusion der Konfektionsbranche mit ihren damaligen Riesenmargen. Im Vorstand der Konzerne sassen jahrzentelang nur Konfektionäre.
Sie zerstörten jegliches Kreativpotential der Basis, nämlich das verbraucherorientierte Kaufverhalten in entsprechende Produkte umzusetzen.
Die jungen Wilden gingen und gründeten ihre eigenen Unternehmen, denn die Ausbildung der Warenhäuser war exzellent. Aber wer will das heute noch wissen.
Was bleibt übrig?
Trostlose Innenstädte in den Händen der neuen Abzocker, den Ketten. Gut die ersten gehen schon wieder, Starbucks soll nur als ein Beispiel erwähnt werden. Aber wo führt es hin, wenn Politik nicht für Regelung der Märkte sorgt, eingreift weil das Verhalten der Manager nur am kurzfristigen Erfolg orientiert ist. Selbst in der Kommunalpolitik ist nichts mehr zu bewegen, fragen Sie ihren Bürgermeister. Die Mieten zu hoch, die teure Infrastruktur leer bzw. ohne Frequenz. Am Montag Hertie, demnächst Kaufhof und danach Karstadt. Die Liberalen im Land werden jetzt wieder sagen der Markt regelt alles. Das stimmt aber sie vergessen zu sagen wer die Zeche bezahlt. Wir die Bürger.
Die neuen Millionäre kaufen heute in New York und Dubai ein. Uns bleibt Aldi und das Internet. Die Städte deren Infrastruktur wir bezahlten und noch bezahlen gehören uns bald wieder. Fahren sie mal in die Bronx. Achso sie fahren nur zum Times Square.
Na dann!!