Wer starken Bahnverkehr haben will, braucht mehr als eine starke Bahn. Viele Strecken sollten für private Wettbewerber ausgeschrieben werden.
Wer immer Hartmut Mehdorn beerbt, er wird nicht viel Freude haben. Er übernimmt ein Unternehmen im Zenit - von jetzt an geht es abwärts.
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Mehr private Wettbewerber der Deutschen Bahn wie der Anbieter InterConnex würden dem deutschlandweiten Angebot gut tun. (© Foto: dpa)
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Das internationale Frachtgeschäft, das in den vergangenen Jahren die Bahn-Bilanzen kräftig aufhübschen konnte, bricht unter der Last der Wirtschaftskrise zusammen. Wo nicht gehandelt wird, wird nicht transportiert, der Mehdorn-Story vom globalen Logistiker fehlt damit gegenwärtig guter Stoff.
Daheim droht der Bahn der Verlust weiterer Aufträge im Regionalverkehr. Immer mehr Bundesländer vergeben ihre Zugstrecken an billigere Anbieter. Manche schließen die Bahn sogar gezielt von Strecken aus, um deren Konkurrenz auf die Beine zu helfen. Gewonnen hat die Bahn ohnehin zuletzt nur noch jede dritte Ausschreibung.
Der Zwang, wirtschaftlicher zu werden
Wachsender Wettbewerb, Krise bei der Logistik - die Bahn wird sich neu orientieren müssen, will sie weiter gute Zahlen schreiben. Sie wird sich stärker auf das Schienengeschäft konzentrieren müssen, muss aber gleichzeitig wirtschaftlicher werden.
Und genau da fängt das Problem an. Wirtschaftlich und für alle da sein, das geht bei der Bahn nicht. Es ging nie, und es wird nie gehen. Es gab Zeiten, in denen die Bahn für das "Dasein" der Massen sorgte, hemmungslos überall Züge fahren ließ - gleichzeitig aber Verluste in Milliardenhöhe aufhäufte. Und es gab Zeiten, in denen sie Gewinne machte - dafür aber nicht mehr überall hinfuhr.
Es ist das Verdienst Hartmut Mehdorns, die ehemalige Behörde Bahn in ein Unternehmen verwandelt zu haben. Wenn der Steuerzahler die Bahn schon entschuldete, so hatte er doch mindestens einen Anspruch darauf, dass das Unternehmen so wirtschaftlich wie möglich geführt wurde. Mehdorn, entschlossen und zu allem bereit, war dafür der Richtige. Vieles, was die Bahn heute auszeichnet, ist sein Vermächtnis; eine bessere Bahn als die hiesige findet sich in Europa allenfalls noch in der Schweiz.
Nicht mehr für alle da
Doch Mehdorns Erfolg hatte immer einen Haken. Die Bahn war nicht mehr für alle da. Wer schwarze Zahlen einfahren will, der streicht eben, was Verluste macht.
Eine ganze Zugflotte, der Interregio, fiel dem zum Opfer, und damit auch zahlreiche Verbindungen zwischen Städten, die zu klein sind für den Intercity - aber gleichzeitig zu groß, um nur von Regionalzügen bedient zu werden.
Wer schwarze Zahlen schreiben will, baut auch unnütze Weichen ab oder Ausweichstrecken - und verhindert so künftige Zuwächse auf der Schiene. Auch das geschah im börsenfixierten Konzern Hartmut Mehdorns. Und aus dem Blickwinkel der Wirtschaftlichkeit war es sogar geboten. Aber auch nur deshalb.
Doch das eine darf das andere nicht ausschließen. Zwar lässt sich ein Unternehmen wie die Bahn nur nach wirtschaftlichen Kriterien führen. Daneben aber muss die öffentliche Hand ein Mindestmaß an Versorgung und Infrastruktur definieren und auch finanzieren. Der Bund hat jetzt eine doppelte Chance. Er kann einen neuen Kopf für die Bahn bestimmen, und, wichtiger noch: Er kann Weichen stellen für eine neue Bahn.
Beides ist möglich: Wettbewerb und Aufträge
Eine neue Bahn, sie könnte künftig zwischen den deutschen Städten im Takt verkehren - jede halbe Stunde zwischen den Großstädten, jede Stunde zwischen Mittelzentren. Ihr Netz würde so ausgebaut, dass es künftig mehr Züge aufnehmen kann, insbesondere für Güter. Verbindungen zwischen Städten, die sich von selbst nicht tragen, würden vom Bund ausgeschrieben und bezuschusst.
Die Länder machen das seit Jahren vor. Auch der Regionalverkehr ist ein Zuschussgeschäft. Jährlich knapp sieben Milliarden Euro fließen in die Bestellung von Regionalzügen und Bussen. Ohne diese Zuschüsse wären ganze Regionen längst vom Bahnverkehr abgekoppelt. Vor allem aber werden die Strecken zunehmend ausgeschrieben. So ist beides möglich: Wettbewerb um Aufträge - und Anschluss für möglichst viele. Das geht auch mit Fernstrecken.
Es ist eine der Lebenslügen deutscher Verkehrspolitik: Eine starke Deutsche Bahn AG sollte stets Garant sein für starken Bahnverkehr für Deutschland. So musste sich der Bund nicht weiter kümmern. Aber so einfach ist es nicht.
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(SZ vom 01.04.2009/pak)
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Wieder einmal stellt Herr Bauchmüller seine profunde Unkenntnis des Eisenbahnwesens im allgemeinen (wer die DB mit "der Schweizer Bahn" vergleicht, übersieht, daß es dort neben den SBB viele Privatbahnen und seit 1982 einen alle öffentlichen Verkehrsmittel einschließlich der Seeschiffe umfassenden integrierten Taktfahrplan gibt und im besonderen wer einer hemmungslosen Bahn-Privatisierung das Wort redet, hat verschlafen, wie dies zum Beispiel in Großbritannien seit Anfang der 1990 rasant den Bach hinab ging und immer noch geht unter Beweis und toppt das Ganze damit, daß er in Mehdorns unverantwortlichem Handeln das Walten guten Managements sehen zu müssen glaubt.
Mit Verschuldung und Misswirtschaft arbeitet der Staat immer für die Interessen seiner Ideologie und des Großkapitals.
Er liefert damit die besten Gründe für Privatisierung und Deregulierung.
Der Staat stellt sich absichtlich blöd, um zu beweisen, dass er unfähig ist. Weg mit dieser Regierung, weg mit dieser Manipulation.
Wirtschaft ist keine Raketenwissenschaft, ich weiß das. Es gibt keinen Grund, warum man schlechter wirtschaftet, weil der Eigetümer das Volk ist.
Die Frage ist, was das Ziel sein soll. Renditemaximierung oder das Grundrecht Mobilität für alle.
In Teilen kann man Herrn Bauchmüller ja recht geben. Jedoch bemängele ich seine Grundhaltung, die er vor kurzem in einem Artikel hier noch dezidierter vertreten hat: Privatisierung. Utopisch, weniger rentable Strecken an private Unternehemen verkaufen zu wollen und zu erwarten, dass diese weiter betrieben werden. Wettbewerb unter Privateigentümern geht zu Lasten der Arbeitnehmer,(mit) dem höchsten Kostenfaktor.
Der Vorschlag diese zu bezuschussen ist semioptimal. Wenn der Bund auch noch die zukünftigen Betreiber finanzieren soll, da er doch schon die Strecken zu Dumpingpreisen verkaufen wollte. Die Bahn muss in Bundeseigemtum bleiben, denn so kann ein flächendeckendes, bezahlbares Schienen-/Verbindungsnetz garantiert werden. Auch Mittel- und Kleinzentren können am Bahnnetz angeschlossen bleiben, eventuelle Verluste auf Strecken außerhalb von Ballungsräumen durch Gewinne im Fernverkehr etc. kompensiert werden.
Wenn die Benzin/Dieselpreise zukünftig weiteransteigen werden, und das werden sie mittel- und langfristig, ist der Personen- aber auch Güterverkehr ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, vorallem in einem Transitland wie dem unsrigen, das in der Mitte Europas liegt. Diese nicht unwesentliche Einnahmequelle zu verschenken kann nicht sinnvoll sein.
zu belügen es gäbe eine bahn die Profit macht. Wenn die Erkenntnis Platz gegriffen hat ist schon der erste Schritt getan. Der zweite ist dann die Wiederherstellung eines reibungslosen Zugverkehrs durch Beseiitigung der Baustellen und Ausbau, sowie sorgfältige Wartung von Material.
das Allerwichtigste ist aber die Wiederherstellung des Vertrauens der Mitarbeiter in den Vorstand. Und das ist eine Sache der kommenden Persönlichkeit. wenn der auch so rumfuhrwerkt im Betrieb wie die Axt im Walde wird sich kein Wir-gefühl und kein Vertrauen einstellen.
Was soll der Unsinn Bahnlinien in der Mongolei und Schiffe sonstwo zu kaufen. Die Bahn soll sich auf Europa konzentrieren.
Die Instandhaltung, Sauberkeit und Sicherheit der Anlagen ist auch ein wichtiger Punkt, ebenso wie die Kundenfreundlichkeit
Dazu gehört ein einfaches, überschaubares Preissystem. der km RE/RB, soviel. Interregio soviel IC/EC/ICE soviel fertig. Oder Grundpreis plus Zuschlag.
Alle Strecken, die die Bahn nicht mehr fahren will werden verkauft an privat. Beispiel: AVG. Die fahren inzwischen auf Gleisen durch ganz BW auf Strecken, wo kein Mensch mehr in einen Zug stieg, weil er zur falschen Zeit fuhr und zu teuer war, oder auch umständlich oder gar nicht zu erreichen. Der Erfolg ist durchschlagend. Das ist nur ein Beispiel.
Deshalb muß zuerst das Netz und der Betrieb getrennt werden.
Ein bißchen viel auf einmal. Ich weiß. Aber, es hat sich eben angesammelt wärhend der Herrschaft des Diktators.
Tja, wirklich ein toller Kommentar! Das Märchen von großen Manager- Titan Mehdorn wird nochmal aufgegossen und ansonsten ein klares" sowohl als auch"... Warum sollte es eigentlich für den Staat billiger werden, wenn er lukrative Strecken privatisiert und die unrentablen aber notwendigen Verbindungen trotzdem wieder subventioniert? Hat irgendjemand jemals objektiv nachgerechnet was oder wie viel der deutsche Steuerzahler durch die Bahnprivatisierung wirklich gespart hat? Viele der damaligen DB- Kosten, z.B. Abfindungen und Pensionen laufen doch unter anderem Namen weiter, und auch beim Netzerhalt und Ausbau zahlt der Bürger weiterhin ordentlich mit... Zugegebenermaßen sind viele Agebote regionaler Bahnbetreiber richtig gut aber auch ziemlich teuer, also der soziale Beföderungsgedanke kommt auch hier trotz staatlicher Mittel zu kurz... Das Argument Brauns ist dagegen schlicht: "Wirtschaftlich und für alle da sein, das geht bei der Bahn nicht. Es ging nie, und es wird nie gehen." Da kann man sich nur wundern, daß das Verkehrsmittel Eisenbahn schon länger existiert als Auto oder Flieger... und auch hier entstehen der Allgemeinheit Kosten die von Betreiber und Kundschaft nicht getragen werden!
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