Wer Potenzmittel-Plagiate verkauft, verdient besser als ein Drogendealer. Jetzt haben Arzneimittelhersteller und Apotheker genug. Mit einem Trick wollen sie den Fälschern auf die Schliche kommen.
Es gibt Arzneien, die man lieber nicht schlucken würde. Man nimmt sie trotzdem, weil man gesund werden will oder weil man Schmerzen hat. Und es gibt Pillen, die man schluckt, weil man sich dann einfach besser fühlt. Das Potenzmittel Viagra gehört zu dieser Kategorie. Doch nicht jeder holt sich Viagra aus der Apotheke. Es könnte die Nachbarin gerade hinter einem stehen und die Sache mitbekommen. Oder das Mittel ist in der Apotheke einfach zu teuer. Das Internet ist voll mit Billigangeboten.
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Arzneimittelhersteller haben Viagra-Fälschern den Kampf angesagt. (© dapd)
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Doch nicht jedes Medikament, das online verkauft wird ist echt. Gerade im Internet blüht der Schwarzhandel extrem. Viagra gehört zu den Arzneien, die am häufigsten gefälscht werden. "Es ist lukrativer Viagra zu fälschen, als Kokain zu verkaufen", sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.
Der Schwarzmarkt für Arzneimittelfälschungen wächst weltweit. Meist sind es illegale Vertriebswege, die als Einfallstor für Fälschungen dienen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass der Anteil der über illegale Internetversender verkauften gefälschten Medikamente bei 50 Prozent liegt. Nach Angaben der EU-Kommission wurden 2010 dreimal so viele Postsendungen mit Arznei-Plagiaten beschlagnahmt wie 2009 - verursacht durch den illegalen Online-Verkauf. Und aus der EU-Zollstatistik geht hervor, dass voriges Jahr an den Grenzen 3,2 Millionen gefälschte Arzneimittel beschlagnahmt wurden. Die meisten Plagiate stammen aus Indien und China.
Auch in Deutschland blüht das Geschäft. Nach Angaben des Bundeskriminalamts sind es vor allem illegale Reimporte in gefälschten Verpackungen. Arzneimittel, die zum Export aus der EU bestimmt waren und später in gefälschter Aufmachung in den legalen Handel in Deutschland gelangen. Vor einigen Monaten etwa sorgten für Afrika bestimmte Aids-Medikamente für Aufsehen; sie sollen in veränderter Verpackung zurückimportiert und in Deutschland verkauft worden sein.
Wie die Apotheker die Fälscher überlisten wollen
Gegen solche Fälschungen wollen Arzneimittelhersteller, Pharmagroßhändler und Apotheker jetzt vorgehen. Soeben haben sie in Berlin eine Initiative unter dem Namen Securpharm gegründet, um den deutschen Arzneimittelmarkt fälschungssicher zu machen. Ein Sicherheitssystem soll dem Apotheker helfen, die Echtheit von Arzneimitteln zu prüfen, erklärte Reinhard Hoferichter, designierter Geschäftsführer von Securpharm.
Das Pilotprojekt soll 2013 starten. Dann werden mehrere Hersteller die Packungen einiger ausgewählter rezeptpflichtiger Arzneimittel mit einem Code ausstatten, so wie es auch bei Bahn- oder Flugtickets üblich ist. Der Code wird eine nur für diese eine Packung bestimmte Nummer enthalten, die auch in einer Datenbank gespeichert wird. "Damit wird jede Packung zum Unikat", sagte Hoferichter.
Die am Pilotversuch teilnehmenden Apotheken werden mit Scannern ausgestattet, mit denen der Code gelesen werden kann. Die Apotheker scannen das Präparat und lösen damit eine Abfrage im Datenbank-System aus. Ist die Seriennummer okay, bestätigt dies das System. Eine unbekannte Nummer löst dagegen einen Alarm aus und der Patient bekommt eine andere Packung.
Die Branche reagiert damit auf eine EU-Richtlinie vom Juli. Danach sollen Medikamente durch Sicherheitsmerkmale identifizierbar sein. Welche Arzneimittel davon betroffen sind, ist noch nicht entschieden. Ob Viagra dazugehört, ist damit auch noch nicht klar.
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(SZ vom 02.09.2011/fo)
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Nachdem hier dann doch ein paar Sachen falsch dargestellt werden:
-Viagra erhöht den Blutdruck nicht, sondern wirkt gefäßweitend. Tödlich wird das dann im Allgemeinen in Wechselwirkung mit weiteren Medikamenten, wie z.B. Nitrolingual gegen Angina Pectoris, was dann zusammen den Blutdruck zuweit absinken lässt (nicht erhöht!) Und dann fällt man, salopp gesagt, im Galopp aus dem Sattel.
-Apotheker verdienen an teuren Medikamenten nicht ungleich mehr. Ein Apotheker bekommt für jedes rezeptfplichtige Medikament 3% des Apothekeneinkaufpreises plus 8,10 Euro pro Packung minus 2,05 Euro Zwangsrabatt (siehe z.B. http://www.kbv.de/ais/12907.html)
-Apotheker beziehen die Arzneimittel in der Regel von Großhändlern, nicht von den Herstellern. Irgendwo in der Kette könnten so Fälschungen/Reimporte hineinkommen, die aber der jeweilige Zwischenhändler nicht gekennzeichnet hat. Etwas ähnliches sieht man in Drogeriemärkten: Einige der verkauften Artikel tragen die Aufschrift "apothekenpflichtig", werden aber trotzdem außerhalb von Apotheken verkauft. Der Grund ist, dass sich Zwischenhändler, ohne Wissen der Hersteller, nicht an Verträge halten.
-Wer in einer Apotheke "Markenprodukte" kauft, darf sich nicht über den Preis beschweren. Einfach mal bei jedem rezeptfreien Medikament fragen: "Gibt's da nicht was billigeres?" (wurde bereits von anderen erwähnt).
-Das Beispiel Viagra ist nicht so reißerisch, wie behauptet. Mit gefälschtem Aspirin macht man einfach kein Geld. Nur, weil die geplante Fälschungssicherung nicht notwendigerweise für Viagra verwendet wird, macht man mit den Fälschungen trotzdem viel Geld. Wie im Artikel eben beschrieben.
Nachdem hier dann doch ein paar Sachen falsch dargestellt werden:
-Viagra erhöht den Blutdruck nicht, sondern wirkt gefäßweitend. Tödlich wird das dann im Allgemeinen in Wechselwirkung mit weiteren Medikamenten, wie z.B. Nitrolingual gegen Angina Pectoris, was dann zusammen den Blutdruck zuweit absinken lässt (nicht erhöht!) Und dann fällt man, salopp gesagt, im Galopp aus dem Sattel.
-Apotheker verdienen an teuren Medikamenten nicht ungleich mehr. Ein Apotheker bekommt für jedes rezeptfplichtige Medikament 3% des Apothekeneinkaufpreises plus 8,10 Euro pro Packung minus 2,05 Euro Zwangsrabatt (siehe z.B. http://www.kbv.de/ais/12907.html)
-Apotheker beziehen die Arzneimittel in der Regel von Großhändlern, nicht von den Herstellern. Irgendwo in der Kette könnten so Fälschungen/Reimporte hineinkommen, die aber der jeweilige Zwischenhändler nicht gekennzeichnet hat. Etwas ähnliches sieht man in Drogeriemärkten: Einige der verkauften Artikel tragen die Aufschrift "apothekenpflichtig", werden aber trotzdem außerhalb von Apotheken verkauft. Der Grund ist, dass sich Zwischenhändler, ohne Wissen der Hersteller, nicht an Verträge halten.
-Wer in einer Apotheke "Markenprodukte" kauft, darf sich nicht über den Preis beschweren. Einfach mal bei jedem rezeptfreien Medikament fragen: "Gibt's da nicht was billigeres?" (wurde bereits von anderen erwähnt).
-Das Beispiel Viagra ist nicht so reißerisch, wie behauptet. Mit gefälschtem Aspirin macht man einfach kein Geld. Nur, weil die geplante Fälschungssicherung nicht notwendigerweise für Viagra verwendet wird, macht man mit den Fälschungen trotzdem viel Geld. Wie im Artikel eben beschrieben.
"Viagra bringt mehr als Kokain" ...
Gibt es auch einen seriösen Vergleich zu der anscheinend äußerst lukrativen Gewinnspanne der Pharmaindustrie?
Alarm in der Apotheke aus dem Computer (ziemlich laut):
"Die Packung VIAGRA ist gefälscht."
Der Kunde läuft rot an und flüchtet entsetzt aus der Apothekung nach Hause und ins Internet.
eine Zahl , wieviele Milliarden Viagra dem Pfizer Konzern und den Apothekern weltweit jährlich bringt . Also wenigstens eine Schätzzahl , plusminus 10 Milliarden , oder so .
Gibt es Zahlen über die Potenzglücksrittertoten ?
Paging