Constantin Medien Eklat zum Schluss

Die Aktionäre von Constantin Medien diskutierten zwei Tage: Am Ende wurde die Opposition von der Abstimmung einfach ausgeschlossen.

Von Caspar Busse

Zwei Tage lange haben die Aktionäre der Constantin Medien AG über den Kurs der Firma beraten. Am Donnerstag Abend endete das Treffen mit einem Eklat. Ein Teil der Aktionäre wurde nicht zur entscheidenden Abstimmung zugelassen. Versammlungsleiter Franz Enderle begründete das mit einer falschen und nicht korrigierten Meldung über den Anteilsbesitz. Betroffen vom Ausschluss waren die oppositionellen Aktionäre, die sofort juristische Schritte ankündigten. Damit dürfte die Auseinandersetzung weitergehen.

Bei Constantin Medien herrscht schon seit Monaten Chaos. Zwei etwa gleich große Aktionärsgruppen, die beide knapp 30 Prozent der Aktien kontrollieren, streiten mit allen Mitteln. Aufsichtsratschef Dieter Hahn und der Vorstandsvorsitzende Fred Kogel wollen das Unternehmen auf Sport und Eventmarketing konzentrieren und die Filmsparte verkaufen. Ex-Chef Bernhard Burgener will das verhindern. Der Schweizer möchte, dass der Konzern auf mehreren Beinen steht. Hahn argumentiert dagegen, dass das kapitalintensive und schwankungsanfällige Filmgeschäft einen besseren Eigentümer brauche.

"Ich nehme den Ausschluss meiner Stimmrechte von der Hauptversammlung unter Protest zur Kenntnis", teilte Burgener mit. Die Beschlüsse seien "null und nichtig". Es gebe "keine plausible rechtliche Begründung" für den Ausschluss. Am ersten Tag leitete noch Medienmanager Werner Klatten die Hauptversammlung, am Donnerstag übernahm ohne Angabe von Gründen Enderle, ein Anwalt aus Hahns Hauskanzlei Bub, Gauweiler und Partner. Auch dagegen gab es Proteste.

Einigkeit bestand während der Aussprache nur darüber, dass bald eine Lösung gefunden werden muss. "Lieber Bernhard, am Ende wird die Entscheidung zwischen uns beiden liegen müssen", sagte Hahn. "Er oder ich", lautet das Motto. Er schlug vor, dass sich beide Seiten treffen und mit Hilfe eines Moderators, angeblich einem Rechtsanwalt, eine Lösung finden - eine moderne Form des Duells gewissermaßen. Jeder solle einen Preis für das Aktienpaket des anderen nennen. Wer dem anderen und den übrigen Aktionären mehr biete, erhalte den Zuschlag. "Es ist der einzige Weg, der sicherstellt, dass unser Unternehmen nicht weiter Spielball von undurchsichtigen Machenschaften ist", so Hahn. Burgener lehnt das aber ab und will sich keinesfalls verabschieden.