Interview: Marc Beise und Ursula Welter

Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster über den Überlebenskampf seines Unternehmens und die schwierige Suche nach einem Investor.

Das Interview mit dem Opel-Manager Carl-Peter Forster entstand innerhalb der Reihe "Spitzengespräche", dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Süddeutschen Zeitung und dem Deutschlandfunk.

Opel-Manager Forster:

Opel-Manager Carl-Peter Forster (rechts) und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach dem Treffen im Kanzleramt am vergangenen Freitag. Bis Ende März will die Regierung über mögliche Opel-Hilfen entscheiden. (© Foto: AP)

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Das Land ist gespalten. Kann Opel gerettet werden? Soll der Staat Opel retten? Der deutsche Auto-Manager Carl-Peter Forster, 54, soll die Voraussetzungen dafür schaffen und die Firma aus der GM-Familie herauslösen. Gesucht wird ein neuer Investor. Aber ganz ohne General Motors (GM), sagt Forster, geht es nicht.

Frage: Herr Forster, Sie sind passionierter Segler. Der Opel-Kapitän ist in schwerer See unterwegs, oder?

Forster: Zum Segeln ist schon lange keine Zeit mehr. Ja, die Wellen schlagen hoch. Es sind stürmische Zeiten für die Autoindustrie. Unser Boot wird gerade hin- und hergeworfen. Wir müssen einen erfolgreichen Weg durch diese Wellen finden. Da sind wir dabei.

Frage: Sie pendeln zwischen Deutschland und den USA, um noch zu retten, was zu retten ist. Der Druck ist riesengroß. Überfordert Sie das nicht?

Forster: Ich bin ja nicht alleine, ich kämpfe mit vielen gemeinsam für Opel. Aber ich reise nicht jede Woche in die USA, sondern erledige viel über Telefonate und Konferenzschaltungen. Und wir sind bekanntlich hin und wieder in Berlin bei der Bundesregierung, für deren Arbeit in der derzeitigen schwierigen Situation man auch Respekt haben muss.

Frage: Die Opel-Mitarbeiter in Deutschland haben ganz andere Interessen als die GM-Manager in den USA. Wie wollen Sie das ausgleichen?

Forster: Das Ziel ist klar: Wir brauchen eine Lösung, um Opel zu retten. Die innere Anspannung bei uns allen ist in der Tat groß, weil es um viel geht, um sehr viele Arbeitsplätze. Und es geht um ein Traditionsunternehmen, das eine wichtige Rolle in der Autoindustrie spielt. Das wissen auch meine amerikanischen Kollegen, die für GM eine Lösung suchen. Eigentlich wollen wir alle das Gleiche: das Unternehmen durch diese stürmische Zeit zu bringen.

Frage: Aber es gibt unterschiedliche Interessen. Sie sind früherer Opel-Chef und jetzt Opel-Aufsichtsratschef. Gleichzeitig sind Sie ein hochrangiger GM-Manager. Diese Kombination ist ungewöhnlich. Wem gehört Ihre Loyalität?

Forster: Meine Loyalität gehört den Menschen, die die Autos bauen. Manchmal muss man Diplomat sein und zwischen europäischem und amerikanischem Verständnis vermitteln. Man kann sich in den USA vorstellen, dass die Regierung einem Geld dafür gibt, dass man Kapazitäten, sprich Arbeitsplätze, abbaut. Das ist in Europa sicherlich nicht möglich. Das muss ich den amerikanischen Kollegen sehr deutlich erklären.

Aber ganz klar: Ich bin Europäer - unsere Aufgabe ist hier.

Frage: Wie steht es um das Rettungskonzept für Opel?

Forster: Wir sind davon überzeugt, dass Opel eine Zukunft hat. Dies ist die Voraussetzung gewesen, um auf die Regierung mit der Bitte um Hilfe zuzugehen. Wir bitten letztendlich um des Steuerzahlers Geld. Da muss man sicher sein, dass das Unternehmen erfolgreich sein kann. Opel ist als Marke sauber aufgestellt in Europa, kann Geld verdienen und profitabel sein.

Frage: Die Bundesregierung scheint daran Zweifel zu haben...

Forster: Wir nehmen die Kritik und die Anregungen der Bundesregierung sehr ernst, aber wir haben gehört, dass das Konzept als im Prinzip plausibel und solide anerkannt wurde. Es ist noch Detailarbeit nötig.

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