Braucht man das? Energie-Messgerät für die Dusche

Mit diesem Messgerät kann der Anwender so energiesparend duschen, dass er vielleicht sogar Eisbären rettet.

(Foto: PR)

Duschen und Eisbären retten - das geht womöglich mit diesem Messgerät, das den Energieverbrauch kontrolliert.

Von Matthias Huber

Der arme Eisbär sitzt da auf seiner immer kleiner werdenden Eisscholle und schaut traurig aufs Pixelmeer. Ein rücksichtsloser nackter Mensch sieht ihm dabei zu, während er selbst im gemütlichen, 38 Grad Celsius warmen Regen steht und sich Shampoo in die Haare knetet. Und dann ist es vorbei mit der Eisscholle, der Bär versinkt im Meer. Der rücksichtslose Mensch hat schon wieder zu lange geduscht.

Die Macher des Amphiro b1 connect - eines Energieverbrauchs-Messgeräts für die Dusche - geben sich wirklich alle Mühe, ihr Gerät nicht allzu unsympathisch erscheinen zu lassen. Der traurige Eisbär ist ja ein niedliches Symbol für den Klimawandel. Aber das ändert nichts daran, dass man sich mit dem b1 einen unangenehmen Erzieher ins Badezimmer holt, der selbst die sparsamsten Schnellstduscher vor unlösbare Aufgaben stellt.

Zumindest, wenn man zur eher gemütlichen Gattung der Warmduscher gehört. Auf dem Bildschirm des b1 läuft ein Zähler durch, der ständig den Wasserverbrauch misst. Eine andere Displayzeile zeigt abwechselnd die Wassertemperatur und eine Bewertung der Energieeffizienz des aktuellen Duschgangs, auf einer Skala von A+ bis G-, wie man es sonst eher von Kühlschränken kennt.

Bei 38 Grad warmem Wasser braucht es gerade mal acht Liter, bis die Anzeige von A+ auf A umspringt. Noch ehe man zur Shampoo-Flasche greift, ist man bei D angekommen. Der Eisbär hat kaum eine realistische Überlebenschance. Wer dagegen bei nur zehn Grad duscht, kann stundenlang Eisbären retten.

Immerhin: Die Schlechtes-Gewissen-Maschine von Amphiro funktioniert für die wenig überraschende Erkenntnis, dass warmes Wasser mehr Energie verbraucht als kaltes, angenehm problemlos. Mit ein paar Handgriffen ist das Gerät zwischen Duschkopf und Schlauch installiert, den nötigen Strom für den Betrieb erzeugt es aus dem durchfließenden Wasser. Und wer seinen Dusch-Fortschritt in übersichtlichen Tabellen festhalten will, kann die Daten per Bluetooth an eine Smartphone-App übertragen.

Aber ob sich auf diesem Weg per Strom- oder Heizrechnung jemals die fast 80 Euro Kaufpreis einsparen lassen, ist jedenfalls zweifelhaft.