Blankensee Flughafen Lübeck beantragt Insolvenz

Der Flughafen Lübeck hat Insolvenz angemeldet.

(Foto: dpa)

Keine Spur vom Geschäftsführer, keine Gehälter für die Mitarbeiter und jede Menge Schulden: Ein Notgeschäftsführer hat für den Lübecker Flughafen Blankensee Insolvenz beantragt.

Der Lübecker Flughafen Blankensee hat Insolvenz beantragt. Das Gericht habe die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet und einen Verwalter eingesetzt, sagte eine Sprecherin des Lübecker Amtsgerichts. Den Antrag habe der Notgeschäftsführer Siegmar Weegen gestellt, berichteten die Lübecker Nachrichten.

Weegen hat erst am Nachmittag die Arbeit als Notgeschäftsführer an dem Flughafen aufgenommen. Der 49-Jährige war erst im Januar aus gesundheitlichen Gründen als Flughafen-Chef zurückgetreten und ist nun vom Gericht in diese Funktion bestellt worden. Ein Notgeschäftsführer kann eingesetzt werden, wenn der eigentliche Geschäftsführer nicht greifbar ist. Dies war in Lübeck zuletzt der Fall.

"Trotz verschiedener Versuche von verschiedener Seite - Stadt, Land, Mitarbeiter - gibt es weder zum ausgeschiedenen Alt-Eigentümer noch zu den neuen Eigentümern irgend einen Kontakt", sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Briefe seien als "unzustellbar" zurückgekommen.

Aus Mieten und Pachten schulde die Flughafenbetriebsgesellschaft "Yasmina" der Stadt etwa 189 000 Euro. Zudem warten die 100 Flughafenmitarbeiter seit dem 15. April auf ihren Lohn für diesen Monat, wie eine Flughafensprecherin sagte. Die Märzgehälter wurden auch verspätet gezahlt. Der Flughafenbetrieb laufe aber normal und sei gesichert, hieß es noch am Nachmittag, die Mitarbeiter kämen zur Arbeit.

2012 nutzten 171 000 Passagiere den Regionalflughafen für Reisen nach Spanien, Italien, Polen, Schweden und die Ukraine. Der Flughafen Lübeck ist nicht der erste Regionalflughafen in Deutschland, der Insolvenz anmelden musste. So wurde erst im April vergangenen Jahres das Insolvenzverfahren gegen den Black Forest Airport (Schwarzwaldflughafen) in Lahr eröffnet.