Bankrott von US-Genossenschaftsbanken Aufsichtsbehörde verklagt JP Morgan Chase

Erneut juristischer Ärger für JP Morgan: Eine Tochter der US-Großbank soll amerikanische Genossenschaftsbanken mit hochriskanten Immobilienpapieren getäuscht und in die Insolvenz gestürzt haben. Jetzt hat die zuständige Aufsichtsbehörde Klage erhoben.

Gegen die US-Großbank JP Morgan Chase ist erneut Klage wegen des Verkaufs hochriskanter Immobilienpapiere erhoben worden, der zum Bankrott von drei Genossenschaftsbanken geführt hat. In einer Erklärung erhebt die zuständige US-Aufsichtsbehörde NCUA den Vorwurf, mit dem Verkauf von Derivaten im Wert von 2,2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro), die auf hochriskanten Immobilienkrediten basierten, seien die Börsengesetze gebrochen worden.

Getätigt wurden die Geschäfte vom Bankhaus Washington Mutual, das auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im September 2008 von JP Morgan Chase gekauft worden war. Washington Mutual und ihr Mutterkonzern hätten die drei Genossenschaftsbanken U.S. Central, Western Corporate und Southwest Corporate getäuscht, indem sie ihnen die hochriskanten und komplexen Papiere verkauft hätten, erklärte die NCUA. Die drei Genossenschaftsbanken seien daraufhin "insolvent geworden und mussten daher unter Aufsicht der NCUA gestellt werden". Schließlich seien sie wegen der Verluste durch die Papiere abgewickelt worden.

Laut Klageschrift hatte Washington Mutual den Charakter der Derivate in vielfacher Hinsicht falsch dargestellt und wichtige Informationen verschwiegen. "Die Eindämmung und Reparatur der von Unternehmen wie Washington Mutual verursachten Schäden waren sehr teuer, und diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen", kritisierte NCUA-Chefin Debbie Matz in der Erklärung. Alle von der NCUA beaufsichtigten Genossenschaftsbanken hätten diese Bürde mittragen müssen.

Die NCUA leitete ähnliche Verfahren unter anderem gegen die Finanzinstitute Barclays Capital, Credit Suisse, Goldman Sachs und die von JP Morgan Chase erworbene Bank Bear Stearns ein. Mit Deutsche Bank Securities, Citigroup und HSBC schloss sie Vergleiche mit einem Umfang von mehr als 170 Millionen Dollar. Gegen JP Morgan Chase läuft auch eine Klage, die die New Yorker Staatsanwaltschaft im Oktober wegen falscher Angaben von Bear Stearns beim Verkauf von Hypothekenpapieren eingereicht hatte.