Architektur "Wie Teenager auf Steroiden"

Cho Min-suk, 51, ist einer der bekanntesten koreanischen Architekten und leitet das Büro Mass Studies in Seoul. 2014 gewann er für seinen koreanischen Pavillon den Goldenen Löwen an der Biennale in Venedig.

(Foto: AP)

Der südkoreanische Architekt Cho Min-suk spricht über die rasche wirtschaftliche Entwicklung im Land, die Bedeutung von Wachstum für die Vorzeigestadt Songdo und ihre Unterschiede zu anderen Hauptstädten.

Interview von Christoph Neidhart

SZ: Beim "New Cities Summit" im Juni in Songdo waren die Urteile über die Stadt sehr geteilt. Die Stadtväter und Technologen waren stolz. Jüngere Leute dagegen kritisierten die "Instant-Stadt" als steril und ein Top-down, also von oben und an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geplant. Sie stehen dazwischen.

Cho: Das ist doch die Rolle des Architekten. Er sollte stets fragen, für wen er was macht. Aber Top-down war vielleicht unvermeidlich, wenn man ein so großes Gebiet im Nirgendwo so schnell ...