Die Arbeitslosigkeit ist auf 2,997 Millionen gefallen. Doch bald schon wird sie wieder steigen. Fieberhaft kämpft die Politik dagegen an - die Erfolgsaussichten sind gering.
Wären die Zeiten andere, wäre wohl auch diese Woche anders verlaufen. Vielleicht wäre die Kanzlerin vor die Presse getreten und hätte die frohe Botschaft verkündet: Erstmals seit 1992 sind in Deutschland weniger als drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit steht keine Fünf, keine Vier und nicht einmal mehr eine Drei vor dem Komma, sondern eine Zwei. Sicher, so hätte die Regierungschefin vermutlich gesagt, auch 2,997 Millionen Jobsuchende seien noch viel zu viele. Die Entwicklung zeige aber, dass die Koalition auf dem richtigen Wege sei.
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2,997 Millionen Menschen sind in Deutschland noch arbeitslos. (© Foto: AP)
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Tatsächlich war von Angela Merkel in dieser Woche wenig zu sehen, denn die Zeiten sind nun einmal nicht normal. Die Volkswirtschaften der Welt werden von einer Finanzkrise riesigen Ausmaßes gebeutelt, die auch in der realen Wirtschaft erste, tiefe Spuren hinterlässt. Das bedeutet, dass die Zahl der Erwerbslosen schon bald wieder deutlich steigen wird.
Anstieg der Arbeitslosigkeit begrenzen
Für die Koalition ist dies um so ärgerlicher, als das Durchbrechen der Drei-Millionen-Marke nach unten psychologisch durchaus von Bedeutung ist. Es zeigt nämlich, dass die deutsche Volkswirtwirtschaft in konjunkturell guten Zeiten wieder die Kraft hat, Menschen in Lohn und Brot zu bringen. Diese Zuversicht war vielen Bürgern abhanden gekommen, nachdem die Arbeitslosenzahl lange Zeit in der Tendenz nur eine Richtung gekannt hatte: nach oben. Höhepunkt war das Überschreiten der Fünf-Millionen-Grenze Anfang 2005.
Umso mehr sind Union und SPD nun - einstweilen vor allem verbal - darum bemüht, den drohenden Wiederanstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen. So spricht die SPD von einem 25 Milliarden Euro teuren Konjunkturprogramm, dessen größerer Teil allerdings aus längst gefassten Beschlüssen besteht. Aus Mangel an Alternativen nicken jedoch auch CDU und CSU alles ab.
Geringe Beschäftigungseffekte
Betrachtet man die geplanten Maßnahmen, so bietet nur die längere Zahlung von Kurzarbeitergeld tatsächlich Schutz vor Arbeitslosigkeit. Das erweiterte KfW-Programm zur Gebäudesanierung dagegen dürfte einen ebenso geringen Beschäftigungseffekt haben wie Änderungen der Abschreibungsregeln oder die Reform der Kfz-Steuer: Niemand, der sein Haus nicht dämmen will, der nicht investieren will oder kein neues Auto braucht, ändert seine Pläne deshalb, weil ihm der Staat einen geringen Zuschuss anbietet.
Allenfalls derjenige, der ohnehin in den Startlöchern stand, wird sich vielleicht endgültig überzeugen lassen - und selbst dieser konjunkturwirksame Vorzieheffekt wird nur erreicht, wenn alle Vergünstigungen zeitlich befristet werden.
Und schließlich: Für die Bürger sind jene 25 Milliarden Euro, welche die Politik zur Konjunkturstützung ausgeben will, eine unvorstellbare Summe. Gemessen an der deutschen Wirtschaftsleistung von 2500 Milliarden Euro pro Jahr sind sie - und das wird gerade im Zeitalter der Globalisierung das Dilemma jedes Konjunkturprogramms bleiben - fast nichts.
- Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosigkeit fällt unter drei Millionen 30.10.2008
- Arbeitsminister Scholz Staat soll länger für Kurzarbeit zahlen 28.10.2008
- Perspektiven für den Arbeitsmarkt Wie schlimm wird es wirklich? 24.10.2008
- Arbeitsmarkt EU regt Lohnverzicht für Ältere an 20.10.2008
- Herbstgutachten der Wirtschaftsforscher Am Rande der Rezession 13.10.2008
(SZ vom 31.10.2008/tob)
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Die Zahlen waren immer zweifelhaft und werden es bleiben. Wieviele Menschen heute zu unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen sagen sie auf alle Fälle nicht aus. Der Aussage shadowfrankys zur "Geiz ist geil-Mentalität" kann ich nur zustimmen. Wir Deutsche sind auf diesen Zug gesprungen und haben leider auch in Kauf genommen, keine Kunden mehr zu sein sondern einfach nur noch Abholer und Geldbringer. Wir sind nichts mehr wert. Aldi erdreistet sich z. B. uns zu "informieren. Er soll doch offen aussprechen daß er nicht informieren sondern verkaufen will. An der Kasse der "reichsten Familie der Republik"wird dir dann die Ware im D-zugstempo in Richtung Warenkorb gefetzt. Wie gesagt. Kunden gibt´s bei diesen Firmen nicht mehr. Wir sind nichts mehr wert!
Zur Schweiz möchte ich sagen, daß ich auch in diesem Punkt shadowfranky zustimmen kann. Bei Besuchen meines Sohnes, der in der Nähe von Basel lebt, ist es immer ein gutes Erlebnis in dortigen Geschäften einzukaufen, auch in den großen Ketten. Auch habe ich den Eindruck, daß der Mittelstand dort ein deutlich höheres Ansehen genießt als bei uns.
Eigentlich ist es den Schweizern nur zu wünschen auf die Geschäftsphilosophie deutscher Unternehmen nicht reinzufallen. Vor allem die Lebensmittelketten sind ja drauf und dran unser Nachbarland zu "erobern."
ich bin vor 4 Jahren aus Deutschland weg gegangen. Nicht weit, nur in die Schweiz aber das war oder ist ein Quantensprung.
Steuern und Abgaben sind bei ca. 18 %, sollte ich arbeitslos werden bekomme ich 90 % des Gehaltes und so weiter.
Klar braucht man eine gute Ausbildung, denn ( Verzeihung ) Kellner und Verkäufer gibts hier wirklich auch ohne Deutsche genug. Aber das Bildung und oder ( Aus ) bildung egal wo der Schlüssel zu Erfolg ist haben mir schon meine Eltern und denen davor deren Eltern gesagt.
Warum das hier funktioniert ? Nun, die "Geiz is geil" Mentalität hat hier keinen Einzug gehalten. Hier wird noch der kleine Handwerker "um die Ecke" beauftragt, obwohl er ein wenig teurer ist. Kleine und mittlere Unternehmen sind noch nicht so erfolgreich bekämpft worden wie in Deutschland und ...... das Volk wird zu jedem Sch... befragt. Und, das ist das Geniale, wenn die NEIN sagen, dann heisst das NEIN. Jeder Deutsche hat mit "ich bin doch nicht blöd" Mentalität zum Verschwinden des Mittelstandes nach Kräften geholfen. In den kleinen und mittleren Unternehmen enstehen jedoch Jobs und NUR da in ausreichender Anzahl. Jetzt klagen, jammern die Politik beschuldigen ? Wie kurzsichtig. Die können nur bedingt "gegensteuern". Unbeholfen ? Ja, sicher. Ein Euro Jobs sind menschenverachtend und dienen nur den Abzockern. Harz 4 ist unsozial und dient keinem.
80 Millionen Deutsche, die nicht gesagt haben :
"M.....-M...... ?" "ICH BIN DOCH NICHT BLÖD !!!!!!!!!!!!!!!" Otto Müller um die Ecke hat das gleiche, nur ein bisschen teurer .........
Vorschlag : Kommt mal in einen schweizer ALDI, Samstag vormittag..... Da is ausser den Verkäufern keiner da !!!!!!!
Hier hat man es begriffen ......
An alle Kritiker und Berufspessimisten: Ja, Sie haben Recht. Die Zahlen zur Arbeitslosigkeit sind durchaus irreführend. ABER: Zu behaupten, alle Hartz 4 Empfänger seien ohne Arbeit, oder 1 Euro-Jobber seien das gleiche wie Leute ganz ohne Arbeit, ist dann doch übertrieben. Es ist nicht alles so gut wie die Regierung uns glauben machen will aber es ist auch nicht alles sooo furchtbar schlecht, wie Sie uns glauben machen wollen ...
Durch Verschärfung der Anträge geht die Anzahl derjenigen, die Anspruch auf das herkömmliche Arbeitslosengeld I & II haben, ständig zurück
Die Ausgaben für ALG I fielen dadurch um fast 20% .Arbeitslose ab 58 Jahre werden überhaupt nicht mehr als arbeitslos gezählt, auch wenn sie noch arbeiten wollen oder wegen des erhöhten Renteneintrittsalters sogar müssten. Betroffenen im Rentenalter werden von Arbeitsämtern bedrängt, eine Erklärung nach § 428 SGB III zu unterschreiben.Und werden mit Abschlägen in Rente geschickt Weiter hin 150000 Auswanderer über 50% Fachkräfte im letzten Jahr, so viel wie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr ,Zahl steigend.Weiter hin ist zu bemängeln die schlechte Qualität und der Verdienst auch nicht oft keine sozialpflichtige neuen vermittelten Arbeitsplätze .Ich könnte noch mehr aufführen,würde aber den Rahmen hier sprengen. Im ganzen gehe ich von ca 4-5 Millionen wirkliche Arbeitslosen aus.Dabei ist die Finazkrise noch nicht in begriffen!
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