Anglo Irish Bank Merkel hat für irische Banker "nur Verachtung" übrig

Sie machten sich über EU-Hilfen lustig und verhöhnten Deutschland: Die veröffentlichten Telefonate führender Banker eines irischen Geldhauses schlagen hohe Wellen. Nun hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Äußerungen scharf kritisiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat irische Banker der Anglo Irish Bank für überhebliche Äußerungen während der Finanzkrise scharf kritisiert. "Ich kann nur sagen, die Tonalität scheint bankenübergreifend gleich zu sein", sagte Merkel. Dies sei eine "richtige Schädigung der Demokratie, der sozialen Marktwirtschaft und allem, wofür wir arbeiten". Sie habe dafür "wirklich nur Verachtung" (hier im Video ab 4:30).

Die Zeitung Irish Independent hatte den Inhalt mitgeschnittener Telefonate von Bankern aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Es werde daraus deutlich, dass irische Top-Banker damals zum Ausmaß eines nötigen Überbrückungskredits zur Rettung der maroden Bank gelogen hätten, schreibt das Blatt. Die Banker hätten gewusst, dass weit mehr als die von den Iren angeforderten sieben Milliarden Euro nötig gewesen seien.

In einem Ausschnitt ruft der ehemalige Bankchef David Drumm seine Mitstreiter der Zeitung zufolge dazu auf, "einfach das Geld einzutreiben" oder sagt lapidar: "ein neuer Tag, eine weitere Milliarde". In Irland schlagen die Mitschnitte hohe Wellen. Ein anderer Banker sang am Telefon "Deutschland, Deutschland über alles" in Anlehnung an die erste Strophe der deutschen Nationalhymne, die nach dem Zweiten Weltkrieg als Ausdruck der aggressiven Expansionspolitik Nazi-Deutschlands gewertet und nicht mehr öffentlich genutzt wurde.