Aktienmärkte Zurückhaltung vor Ostern

Der Dax notiert so kurz vor den Osterfeiertagen leicht im Minus. Bei den Technikwerten rauschen die Anteilsscheine von Dialog-Semiconductor in den Keller.

Am deutschen Aktienmarkt haben sich am Dienstag die Anleger kurz vor Ostern weiterhin zurückgehalten. Der Dax schloss 0,5 Prozent tiefer bei 12 139 Punkten.

Klarer Favorit im deutschen Leitindex waren die Aktien der Lufthansa. Erstmals seit dreieinhalb Jahren fallen wegen guter Buchungen die Ticketpreise nicht mehr. Die Preise haben sich im März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht nach oben entwickelt, teilte die Lufthansa mit. Anleger reagierten begeistert: Der Aktienwert der Fluggesellschaft stieg um 3,7 Prozent.

Im Tec-Dax machte Dialog Semiconductor Furore: Die Titel verloren zeitweise 36 Prozent, halbierten bis zum Handelsschluss aber ihre Verluste in etwa. Das belastete den Technologieindex überdurchschnittlich, er gab um 1,9 Prozent nach. Analysten des Bankhauses Lampe hatten dem deutsch-britischen Chiphersteller in einer Verkaufsempfehlung eine ungewisse Zukunft und sinkende Erlöse vorausgesagt. Ihrer Ansicht nach will der Hauptkunde Apple für seine iPhones einen eigenen Smartphone-Chip bauen und teils auf Produkte von Dialog verzichten. Das belastete auch die Papiere von Rivalen wie die in Paris und Mailand notierten ST-Microelectronics, die 3,6 Prozent verloren. In der Schweiz gingen die AMS-Aktien um 9,5 Prozent nach unten.

Ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über Gespräche von Siemens und Bombardier über eine Zusammenlegung des Zuggeschäftes schob die Titel von Siemens zeitweise um 1,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 129,80 Euro nach oben. Bombardier-Aktien legten an der Börse in Toronto zeitweise um gut vier Prozent zu.

Im M-Dax zählten die Anteilsscheine von K+S mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent zu den Gewinnern. Medienberichten zufolge drängt die Kali-Vermarktungsgesellschaft Canpotex in China bei den Verhandlungen über den neuen Jahresvertrag auf deutliche Preiserhöhungen. Dies habe die Hoffnung auf eine Kali-Preiserholung geweckt.

In Madrid brachen die Papiere der Banco Popular um fast zehn Prozent ein. Die mit hohen Verlusten kämpfende Großbank will erneut den Kapitalmarkt anzapfen.

Auch an der Wall Street hielten sich die Anleger angesichts der politischen Konflikte in Syrien und Nordkorea sowie der anstehenden Bilanzsaison mit ihren Engagements zurück. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss kaum verändert bei 20 651 Punkten.