21 Todesurteile, 26 Opfer bei Krawallen: Ägypten kommt nach der Urteilsverkündung um die Ausschreitung beim Fußballspiel im Stadion von Port Said nicht zur Ruhe. Nach dem Jahrestag der Revolution ist die Situation im Land
äußerst angespannt.
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In den ägyptischen Städten Kairo und Port Said sind in den vergangenen Tagen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei etwa 470 Menschen verletzt worden. Hintergrund ist ein Verfahren zur Tötung von 72 Fans des Kairoer Fußballvereins Al-Ahly.
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In Ägypten verlieren die jahrzehntelang gegängelten Menschen ihre Angst, ohne an politischem Einfluss zu gewinnen. Der Volkszorn, der während des Aufruhrs gegen Mubarak gebündelt war, zersplittert in Dutzende anarchistische Taten - wie die massiven Ausschreitungen im Fußballstadion von Port Said. Für das Land ist das ein Albtraum.
Von Sonja Zekri, Kairomehr...
Nach den Ausschreitungen mit neun Toten hat die ägyptische Regierung Militäreinheiten nach Suez verlegt. In die ohnehin angespannte Situation fällt ein Gerichtsurteil: Im Prozess um die tödlichen Fußballkrawalle von Port Said im vergangenen Februar hat das Gericht in Kairo 21 Angeklagte zum Tode verurteilt. Zwei Polizisten werden erschossen, als Angehörige der Verurteilten das Gefängnis in der Hafenstadt stürmen wollen.
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Tausende Menschen setzen sich in Ägypten über die nächtliche Ausgangssperre hinweg. In Port Said, Ismailia und Suez, wo der Ausnahmezustand gilt, aber auch in der Hauptstadt Kairo ziehen sie erneut auf die Straßen, um gegen die "undemokratischen Maßnahmen" von Präsident Mursi zu protestieren.
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Ägyptens Präsident Mursi ruft wegen Unruhen den Notstand in drei Städten aus. In Suez, Ismailia und Port Said soll für 30 Tage der Ausnahmezustand gelten.
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Der Prozess um tödliche Fußballkrawalle sorgt in Ägypten weiter für schwere Unruhen: Demonstranten haben in Port Said den Sitz der Sicherheitskräfte in Brand gesetzt. Die Polizei geht mit Tränengas gegen die Protestierenden vor.
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Zwei Tage lang dauern die Ausschreitungen in Ägypten, mehr als 30 Menschen sind dabei gestorben. Nun erwägt Ägyptens Regierung, den Notstand auszurufen - und Präsident Mursi lässt Panzer ausrücken.
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Viele Menschen geben dem Militärrat die Schuld an den schweren Ausschreitungen im Stadion von Port Said gegen die Fans des Kairoer Klubs Al-Ahly. In der Hauptstadt kam es deshalb zu schweren Protesten mit vielen Verletzten. Das Parlament will jetzt klären, wie es dazu kam, dass Dutzende Menschen sterben mussten.
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Ein ägyptisches Gericht stoppt die Vorbereitungen für die Parlamentswahl im kommenden Monat. Laut einem Medienbericht hat das Gericht eine Überprüfung des Wahlgesetzes durch das Verfassungsgericht angeordnet. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Krawalle das Land zusätzlich destabilisieren.
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Bei Krawallen nach einem Fußballspiel in Ägypten sterben mehr als 70 Menschen, laut Behördenangaben gibt es mehr als 1000 Verletzte. In Port Said stürmten die Fans des heimischen Teams Al-Masry nach dem 3:1-Sieg gegen den Erzrivalen Al-Ahly das Spielfeld. "Die Sicherheitskräfte haben uns nicht geschützt", erklärt ein Fußballer, ein anderer spricht von "Krieg" - und ägyptische Medien vermuten politische Hintergründe.
Von Sonja Zekri, Kairomehr...
Nach einem Fußballspiel im nordägyptischen Port Said machen Fans Jagd auf die gegnerischen Spieler. Steine und Flaschen fliegen, Feuerwerkskörper explodieren, bald gleicht das Stadion einem Hexenkessel. Am Ende der Krawalle sind mindestens 70 Menschen tot und mehr als1000 verletzt.
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In Port Said stürmen die Fans des heimischen Teams Al-Masry den Rasen - und machen Jagd auf die Spieler der Mannschaft Al-Ahly. Mindestens 71 Menschen sterben, 1000 werden verletzt. Nun wollen sich die Spieler von Al-Ahly aus dem Profisport zurückziehen. Derweil sucht Ägypten nach einem Schuldigen: Viele sind wütend auf die Sicherheitskräfte. Die Muslimbruderschaft vermutet, dass Anhänger des früheren Regimes für die Krawalle verantwortlich sind.
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Handlanger einer skrupellosen Übergangsregierung oder einfach nur überfordert? In Ägypten verschärft sich nach dem Tod von mehr als 70 Menschen im Stadion von Port Said die Kritik an den Sicherheitskräften. Menschenrechtler fordern die Staatsanwaltschaft auf, gegen den Militärrat zu ermitteln. In Kairo gehen die Proteste unterdessen weiter - ein weiterer Demonstrant kommt ums Leben.
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Hany Ramzy war viele Jahre Verteidiger für Werder Bremen und den 1. FC Kaiserslautern, heute trainiert der Ägypter die U-23-Nationalmannschaft seines Landes. Von den gewaltsamen Ausschreitungen in Port Said waren auch vier seiner Spieler betroffen. Im Interview spricht der Ägypter über die Ursachen der Gewalt, die Folgen für den Fußball - und einen erlösenden Anruf in der Nacht.
Interview: Frieder Pfeiffermehr...
Sie sind jung, vermummt und aggressiv: Zum zweiten Jahrestag des Aufstands in Ägypten erklärt eine neue Oppositionsgruppe ihre Gründung. Wenig später brennt die erste Parteizentrale der Muslimbrüder. Ein halbes Jahr nach dem Machtantritt von Präsident Mursi ist die Gruppe der Unzufriedenen unübersichtlich geworden - und gewaltbereiter.
Von Sonja Zekri, Kairomehr...
Im Februar starben bei Krawallen in der ägyptischen Fußball-Liga 74 Fans. Seitdem ruhte der Ligabetrieb, 21 Todesurteile wurden gefällt. Erst an diesem Wochenende soll wieder gespielt werden. Ob diesmal alles friedlich bleibt, ist ungewiss. Denn die Ultra-Gruppierungen fordern Vergeltung.
Von Tomas Avenarius, Kairomehr...
Militante Fußballfans haben in Kairo einen Club für Polizeioffiziere gestürmt und angezündet. Grund ist ein Gerichtsurteil, bei dem einige Beteiligte an tödlichen Fußball-Krawallen zum Tode verurteilt wurden - und sieben Beamte freigesprochen wurden. Auch der Suez-Kanal wurde Ziel der Proteste.
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Meinung
Präsident Mursi und seine Muslimbrüder sind abgetaucht. In Ägypten glaubt kaum jemand mehr, dass die Regierung noch etwas ordnen kann. Dabei geht es längst um mehr als politische Rivalitäten.
Ein Kommentar von Sonja Zekri, Kairomehr...
Demütigung während der Demonstrationen: Eine Gruppe von Männern hat bei den Protesten in Kairo mindestens 19 Frauen die Kleider vom Leib gerissen. Dabei soll es auch zu einer Vergewaltigung gekommen sein.
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Ägyptens Militärchef ist alarmiert: Angesichts der andauernden Spannungen fürchtet al-Sisi um die Stabilität des Landes. Um die Unruhen in den Griff zu bekommen, darf die Armee jetzt Polizeiaufgaben wahrnehmen.
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Sie sind zurück auf dem Tahrir-Platz: Die Revolutionäre des Arabischen Frühlings kämpfen wieder. Statt Mubarak ist nun Präsident Mursi ihr Feindbild. Der Politikwissenschaftler und Fotograf Ahmed Khalifa hat sie in Kairo begleitet.
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Bei Ausschreitungen in der ägyptischen Provinz sind nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt worden.
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Gewalt am Jahrestag der Revolution: In mehreren ägyptischen Städten kommt es zu massiven Zusammenstößen zwischen Oppositionellen und Polizei. In Ismailia im Nordosten des Landes wird die Parteizentrale der Muslimbrüder angezündet. In Kairo versuchen die Demonstanten, Blockaden vor Regierungsgebäuden zu durchbrechen. In Suez werden vier Menschen tödlich von Kugeln getroffen.
Die Ereignisse des Tages zum Nachlesenmehr...
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