Phänomen "Buy me once" Kauf mich nur einmal!

Turnschuhe, die ein ganzes Leben halten? Wollen Konsumenten sowas überhaupt? Der neue Shopping-Ansatz "Buy me once" aus London will der Wegwerfkultur den Kampf ansagen.

Von Jan Kedves

Shopping mit gutem Gewissen scheint so gut wie unmöglich zu sein. Je mehr man über Ressoucenknappheit, den Klimawandel und die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken in Bangladesch liest und hört, desto verunsicherter reagiert man als Konsument: Soll man nun am besten gar nichts mehr kaufen? Oder soll man sich nur noch für Produkte von Marken entscheiden, die auf Ökologie und Ethik setzen - und diese dann sogar besonders häufig kaufen, um das Engagement der Firmen zu unterstützen?

Die britische Designerin Stella McCartney etwa, Tochter des Beatles-Sängers Paul McCartney und der Tierschutzaktivistin Linda McCartney, verarbeitet in ihrer Mode keinerlei tierische Produkte, kein Leder, kein Fell.

Die Frage ist allerdings, ob die Kunststoffe, die stattdessen verarbeitet werden, tatsächlich einen besseren CO2-Fußabdruck hinterlassen. Ist nicht auch ein neues Paar veganer Turnschuhe im Recycling-Karton letztlich vor allem ein Paar Turnschuhe zuviel?

Kann das wirtschaftlich funktionieren?

Einen Weg aus der Zwickmühle verspricht ein neuer Shopping-Ansatz aus London, der seit Anfang dieses Jahres vor allem in der englischsprachigen Presse diskutiert und gepriesen wird: "Buy me once", zu deutsch: Kauf mich nur einmal. Die Idee dahinter: Man soll sich vor dem Kauf jedes Produkts genau über dessen voraussichtliche Lebensdauer informieren und dann ein Leben lang mit ihm glücklich werden.

Das ist gedacht als Absage an die Wegwerfkultur und als Versuch, nachhaltiges Shopping mit gutem Gewissen zu verbinden. Aber kann das wirtschaftlich funktionieren? Und unterschätzt die Buy-me-once-Bewegung nicht auch die Lust der Konsumenten, öfter mal etwas Neues anzuziehen? Die Vermutung liegt nahe, dass hinter dem Konzept vor allem cleveres Marketing steckt.

Für immer?

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