Modekollektion Neue Luxus-Zielgruppe: Muslima

Luxus-Kopftücher

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Dolce & Gabbana macht jetzt Mode für muslimische Frauen. Und folgt damit dem Bedürfnis einer begehrten Zielgruppe.

Von Viktoria Bolmer

Das italienische Luxuslabel Dolce & Gabbana bringt seine erste Kollektion für muslimische Frauen heraus. Die arabische Seite von Style.com stellte die Kollektion vor wenigen Tagen exklusiv vor, kurz danach postete der Designer Stefano Gabbana die neuen Kopftücher (Hijabs) und Körperschleier (Abayas) bei Instagram.

Die Gewänder aus Seide, Satin und Spitze sind verziert mit den für das italienische Label typischen Blumenmotiven und Stickereien. Dabei halten sich Dolce & Gabbana an die traditionellen Farben der Körperschleier, schwarz und beige.

Bei Instagram sind die Fashion-Fans geteilter Meinung über die neue Kollektion. Religiöse Kleidung sei kein modisches Accessoire sagen die einen, die anderen befürworten, dass sich berühmte internationale Designer dem Kopftuch und Körperschleier widmen.

Immer mehr Modehäuser wollen Muslima ansprechen

Mango, Zara, Tommy Hilfiger oder DKNY - die Zahl der Modehäuser, die gezielt muslimische Konsumenten ansprechen wollen, wird immer größer. Einem Bericht des Medien- und Beratungskonzerns Thomson Reuters zufolge gaben Muslime im Jahr 2013 für Kleidung und Schuhe 266 Milliarden US-Dollar aus. Diese Angaben beziehen sich auf Männer und Frauen. Nicht deutlich wird in dem Bericht, auf Basis welcher Daten diese Zahlen zustande kommen und ob sie aus Umfragen von Verbrauchern oder aus Auswertungen von Einzelhandelsverkäufen stammen.

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Für das Jahr 2019 rechne Thomson Reuters allerdings damit, dass Muslime weltweit 484 Milliarden US-Dollar für Kleider und Schuhe ausgeben werden. Dementsprechend reagieren viele Designer und Modehäuser auf die zahlungskräftige neue Zielgruppe mit speziell abgestimmten Angeboten.

In den vergangenen Jahren brachten Modehäuser ihre Kollektionen für muslimische Frauen rund um den Fastenmonat Ramadan heraus, dem heiligen Monat im islamischen Kalender. Das Shoppingbedürfnis muslimischer Kunden steigt zu dieser Zeit weltweit an, vergleichbar mit dem typischen Weihnachtshoch in Europa und den USA.

Dolce & Gabbana präsentiert seine Kollektion nun schon ein halbes Jahr bevor der Fastenmonat beginnt. Laut dem Modemagazin Vogue kein Problem: Auf dem muslimischen Markt verkaufen sich Luxusartikel inzwischen das ganze Jahr über sehr gut, unabhängig von der Fastenzeit.